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Mitten in der Wüste von New Mexico liegen ein Geldkoffer und die Leiche eines Mannes. Sheriff Ray Dolezal will den Fall auf eigene Faust lösen und nimmt die Identität des Toten an. Dabei verstrickt er sich in eine Geschichte, die eine Nummer größer ist, als er erwartet hat. Ray gerät zwischen die Fronten konkurrierender Abteilungen des FBI und wird gezwungen, mit dem schrägen Waffenschieber Lennox und dessen undurchschaubarer Partnerin Lane zusammenzuarbeiten. Zu spät erkennt Ray, daß er nur ein Köder ist.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Mit dem Fund einer Leiche unter der sengenden Wüstensonne von New Mexico beginnt White Sands – Der große Deal. Immer eine gute Methode, den Plot schnell zu eröffnen und über die daraus entstehenden Fragen schon eine Form von Dynamik und/oder Suspense aufzubauen, bevor überhaupt die Figuren eingeführt wurden. Besonders, wenn es nicht eindeutig ist, ob es sich dabei um Mord oder Selbstmord handelt – und nebenbei ein Koffer mit 500.000 $ gleich daneben liegt. Kleinstadt-Sheriff Ray Dolezal (Willem Dafoe, Der Leuchtturm) ist natürlich klar, dass ein Fall dieser vermutlichen Kragenweit nicht lange seiner Obhut unterliegen wird, dennoch stürzt er sich sofort voller Ehrgeiz in die schwierige Spurensuchen. Mit Erfolg: Dank seines Spürsinns kommt er in den Besitz einer Telefonnummer, an deren anderen Ende der Leitung scheinbar jemand sehr sehnsüchtig auf das Erscheinen des Toten wartet. Kurzentschlossen geht Dolezal dem nach, was im Umkehrschluss bedeutet, dass er sich selbst als der mysteriöse Unbekannte ausgeben muss. Ein riskanter Plan, aus dem es schnell kein Zurück mehr gibt. Schließlich könnte er nicht nur jede Sekunde auffliegen, denn wo so viel Geld im Spiel ist, hat meist nicht nur eine Partei Interesse daran.

Der australische Regisseur Roger Donaldson ist ein solider Handwerker und konnte besonders bei No Way Out – Es gibt kein Zurück sein Talent für Thrillerkino mit dem Spiel um falsche Identitäten, doppelte Böden und Heimtücke eindrucksvoll unter Beweis stellen. White Sands – Der große Deal besitzt ähnlich hohes Potential, gibt die Geschichte doch kontinuierlich gerade so viel preis, dass man als Zuschauer nie einen entscheidenden Wissensvorsprung vor seinem Protagonisten hat. Seite an Seite des von Willem Dafoe gewohnt ausdrucksstark verkörperten Ermittlers begegnet man allerhand undurchsichtiger Figuren, denen es kaum über den Weg zu trauen gilt. Gut oder böse scheint dabei nie eindeutig definiert, denn als was sie sich ausgeben oder welche Rolle sie wirklich inne haben bleibt lange wenigstens anzuzweifeln. Daraus könnte ein hochspannender und cleverer Genre-Flick entstehen, der eigentlich immer die Atmosphäre eines aufkeimenden Sturms assoziiert, am Ende jedoch daraus zu wenig macht. Die zahlreichen Wendungen berufen sich eigentlich nur auf nicht wirklich wichtige Detailfragen, die dann noch eher Verwirrung stiften und den Plot im Nachhinein sogar weniger sinnvoll erscheinen lassen. Das Große und Ganze ist an sich kaum überraschend und verläuft zu sehr nach Schema F.  

Es erinnert von seiner Ausrichtung positiv an einen modernen Film Noir, beinhaltet durchaus einige gelungene, wenn im weiteren Verlauf leider zu ausbaufähige Momente (er weiß, dass sie weiß, dass er weiß usw.), ist absolut kompetent inszeniert und hat einen richtig starken Cast beieinander. Neben Willem Dafoe gehen hier u.a. Mary Elizabeth Mastrantonio (Die Farbe des Geldes) als potentielle Femme Fatal, ein noch wenig bekannter Samuel L. Jackson (Glass) als zwielichtiger FBI-Agent und der sich noch (unmittelbar) vor der persönlichen Kernschmelze befindende und somit enorm charismatische Mickey Rourke (Angel Heart) als dubioser Waffenschieber ins Rennen. Aus all diesen Zutaten müsste sich eigentlich ein recht ordentlicher Film entwickeln, der es aber stets verpasst, den entscheidenden Schritt vorwärts zu machen. Das ist alles nicht schlecht, bleibt aber im Resultat zu beliebig.

Fazit

Regie und Cast sind erstklassig, das Skript verspricht jedoch mehr bzw. fordert zu viel ein, als was es leisten kann. „White Sands – Der große Deal“ ist ein hübsch anzusehender 08/15-Thriller, dessen Stärken eindeutig in der Präsentation und Darbietung, weniger im Inhalt liegen. Kann man sich anschauen, ist niemals schlecht, droht jedoch schnell wieder vergessen zu werden. Hat über die Jahre einiges eingebüßt, leider.

Autor: Jacko Kunze

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