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In einer Zukunft, in der die Erde von Wasser bedeckt ist, kämpft die Menschheit auf notdürftig errichteten Atollstädten um ihr Überleben. Einige glauben immer noch an einen mythischen Ort namens “Dryland”. Auf der Suche nach Hinweisen, wo sich dieser Ort befindet, greift der teuflische Deacon ein Atoll an, auf dem die junge Enola gemeinsam mit ihrer Adoptivmutter Helen lebt. Als ein mysteriöser Fremder, der nur unter dem Namen “Mariner” bekannt ist, unerwartet in die Auseinandersetzung verwickelt wird, findet dieser sich in einem explosiven Kampf zwischen Gut und Böse wieder – mit dem offenen Meer als Schlachtfeld. Erst später erlangt der “Mariner” Kenntnis über Enolas Geheimnis, eine Entdeckung, die das Schicksal der gesamten Menschheit verändern kann.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Was war Kevin Costner (Postman) Anfang der 1990er Jahre doch für eine extrem gefragte Type: Für sein famoses Regiedebüt Der mit dem Wolf tanzt wurde er mit Auszeichnungen geradezu überschüttet und stieg endgültig auf in die Ruhmeshalle der Hollywood'schen Superstars. Robin Hood – König der Diebe konnte er als Zugpferd heldenhaft zu einem der erfolgreichsten Blockbuster der Dekade führen, während er in Oliver Stones Opus Magnum JFK – Tatort Dallas und Clint Eastwoods Road-Movie Perfect World schlagkräftige Argumente dafür lieferte, warum man ihn auch als männlicher Filmfreund nur zu gerne gesehen hat. Aber wie das nun mal so in dieser zuweilen ungemein kurzlebigen Branche ist, überdauerte das entzückte Lied der Jubelchöre keinen allzu großen Zeitraum, bis jene im Jahre 1995 dann auch vollends verstummten: Waterworld erblickte das Licht der Welt, doch niemand wollte sich so recht an seiner Gegenwart erfreuen.

Seiner Zeit ging Waterworld schon deswegen in die Geschichte ein, weil er mit einem Budget von 175 Millionen Dollar zum teuersten Film aller Zeiten avanciert ist. Ein Mammutprojekt also, das sich in vielerlei Hinsicht einem gewaltigen Erwartungsdruck ausgeliefert sah. Warum Waterworld letztlich ein solch kostspieliges Unterfangen wurde (der eigentliche Budgetpunkt wurde um unfassbare 75 Millionen Dollar gesprengt), lässt sich leicht diagnostizieren: Waterworld frönt einen brachialen Drang zum Materialismus. Alles, bis auf ein megalomanisches Seeungeheuer, wurde mittels enormer Kulissenarbeit auf die Beine gestellt. Das bringt natürlich den Vorteil, dass das See-Abenteuer zweifelsohne ein sehr physisches, sehr plastisches Erlebnis in seiner Wahrnehmung geworden ist. Dass man allerdings den gesamten Film tatsächlich auf dem Meer und nicht in riesigen Wassertanks gedreht hat, wie es seit Der Sturm Gang und Gäbe ist, lässt sich nur als fataler Fehler deklarieren.

Immer wieder wurden Sets auf offener See zerstört, was Waterworld zu einer ökonomischen Katastrophe werden ließ und den finanziellen Rahmen mit dem Kopf voraus durchbrach. Dennis Hopper (Easy Rider) wurde langsam ungeduldig und suchte in aller Regelmäßigkeit das Streitgespräch mit den Verantwortlichen, das Drehbuch musste zigmal überarbeitet werden (auch von Marvel's The Avengers-Regisseur Joss Whedon) während sich der eigentliche Regisseur Kevin Reynolds mit seinem Star Kevin Costner ebenfalls des öfteren in die Wolle bekommen hat. Nicht umsonst besteht das Gerücht, dass nicht Reynolds für die Regie verantwortlich war, sondern allein Kevin Costner. Ein Fiasko. Allerdings ein Fiasko, das den Weg in die Kinos gefunden hat und sich deshalb auch unweigerlich den Schmährufen seiner Rezipienten stellen muss. Was man Waterworld allerdings zweifelsohne zu Gute halten muss: Die Prämisse ist eine ansprechende und hätte das Zeug dazu gehabt, einen wunderbaren Blockbuster anzuführen.

Die Geschichte verlagert sich in eine postapokalyptischen Zeitrechnung, die Mutter Erde zum vollständig Ozeanplaneten erklärte: Die Polkappen sind geschmolzen und die Kontinente fast vollständig im blauen Nass versunken. Die Menschen hausen auf Booten und schwimmenden Atollen. So auch der Mariner (Costner), der komplett auf sich gestellt mit seinem Trimaran durch die Meere schippert und den ein oder anderen Handel eingeht. Natürlich bleibt es nicht bei dem gemütlichen Segeltörn, sondern eine skrupellose Piratenbande unter dem Kommando von Deacon (Hopper) bedroht die letzten Überlebenden. Man kann sich jetzt ausrechnen, worauf das Ganze hinauslaufen wird, wenn man der Synopsis folgende Information anheftet: Der Mariner bleibt kein Loner, ihm schließen sich noch eine junge Mutter (Jeanne Tripplehorn, Die Firma) und ihre Tochter Enola (Tina Majorino, Napoleon Dynamite) an. Eine – bezogen auf ihre Möglichkeiten – interessante Welt, wird für das denkbar langweiligste Figurenkonstrukt geopfert.

Die Querverweise an Mad Max sind unübersehbar und während der Mariner sogar sein eigenes Urin recycelt, bereitet Waterworld sämtliche Western-Motive auf. Doch das ist alles viel zu fantasielos ineinander montiert, es fehlt der Freude am eigenen Größenwahn und die 130 minütige Spielzeit mausert sich zunehmend zum spaßbefreiten, trägen und leblosen Krampf. Kevin Costner gilt seit Waterworld als Kassengift, dabei hat der Mann durchaus das Zeug dazu, ein großartiger Schauspieler zu sein, wenngleich ihm das letzte Quäntchen, die Wandelbarkeit, fehlt. Als Mariner passt er sich dem gesamten Eindruck an: Unmotiviert kurbelt er seine Erlöserrolle runter, schlägt, schießt und tötet Ungeheuer, um anschließend ihre Augen zu essen. Wirklich ulkig ist dagegen Dennis Hopper, dessen Acting zwar absoluter Trash ist, doch auch er scheint sich ebenfalls daran amüsieren zu können. Selbstironie, Lockerheit, Abenteuerlust, genau das fehlt diesem bleiernen, diesem zähen Desaster.

Fazit

Bleiernes, verschwenderisches, fernab jeder Selbstironie erzähltes Mad Max-Rip off, welches die Kargheit der Wüste gegen die Endlosigkeit des Meeres eintauscht. Die Dreharbeiten dieses an Großenwahn leidenden Plantsch-Abenteuers waren eine einzige Katastrophe, was man "Waterworld" in nahezu jeder seiner 130 Minuten Laufzeit anmerkt. Die Prämisse hätte einiges hergegeben, umso so schockierender erscheint es, wie fantasie- und lustlos das Endresultat daherkommt. Aber unter diesen Produktionsbedingungen? Kein Wunder.

Autor: Pascal Reis

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