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Inhalt

Während der Zeit des kalten Krieges griffen die USA und die UdSSR erstmals nach den Sternen. Nach erfolgreichen Testflügen und den ersten tierischen Astronauten und Kosmonauten, wie etwa der russischen Hündin Laika, begann der Wettlauf ins All fahrt aufzunehmen. Neben Prestige galt es vor allem strategische Informationen zu sammeln, um einen wissenschaftlichen und militärischen Vorsprung gegenüber dem Feind zu erhalten.

Spacewalker erzählt die Geschichte des Kosmonauten Alexey Leonov, dem ersten Menschen, der im All sein Raumschiff verließ und durch den Weltraum spazierte.

  • W780
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Kritik

Die frühe Geschichte der bemannten Raumfahrt wirkt aus heutiger Sicht wie ein schlechter Scherz. Angefangen bei den völlig überladenen Raumanzügen, die den Astronauten keinerlei Spielraum für komplexe Bewegungen ließen, bis hin zu Raumschiffen, welche sich bei der kleinsten Fehleinschätzung in einen glühenden Feuerball verwandelten. Zu allem Überfluss übernahm die Rechenleistung ein Computer, der heutzutage von jedem Taschenrechner in die Tasche gesteckt wird. Umso mehr Respekt muss man daher den mutigen Männern zollen, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um ihrem Traum nach den Sternen ein Stück näher zu kommen.

In der ersten Hälfte des Films lernt der Zuschauer daher folgerichtig den Protagonisten Alexey Leonov (Evgeniy Mironov) kennen. Die historische Figur wächst einem sofort ans Herz, da Mironov ihn als gutherzigen Familienvater porträtiert, der bereit ist für seinen Traum vieles zu opfern und im Angesicht der Gefahr nicht klein bei gibt. Zeitgleich setzt sich Leonov mit ganzem Herzen für seinen Genossen Pavel Belyayev (Konstantin Khabenskiy) ein, welcher aufgrund einer Verletzung zunächst aus dem Kosmonauten Programm ausgeschlossen wird. Mironov überzeugt auf ganzer Linie, da er sowohl den kindlichen Entdeckergeist, als auch den Patrioten sehr gut verkörpert. Als sorgenloser Draufgänger scheint er zunächst den Ernst der Lage nicht zu erkennen, doch mit jeder weiteren Minute wird einem klar, dass Mironov aus einer Generation stammt, die während des Krieges schrecklich Leiden musste und nun für eine bessere Zukunft kämpft.

Khabenskiy spielt den perfekten Gegenpol zum quirligen Mironov, da er durch seine stoische und ruhige Art seinen Kollegen, und damit auch den Tonfall des Filmes, auf den Boden der Tatsachen zurück holt. In der zweiten Hälfte folgt endlich der lang ersehnte Flug ins All, bei dem naturgemäß so einiges Schiefgeht. In dieser Hälfte erinnert der russische Film im positiven Sinne an den Hollywood Klassiker Apollo 13. Basierend auf den wahren Begebenheiten, sind die beiden Kosmonauten gezwungen gegen die Tücken des Weltalls und diversen Fehlfunktionen ihres eigenen Schiffes zu kämpfen, um zu ihren Familien zurück zu kehren. Eine weitere Dramatik ergibt sich aus der Tatsache, dass zu diesem Stadium in der Erschließung des Weltalls die an Bord befindliche Technik weitaus wertvoller war, als das Leben der Kosmonauten. Während die Beiden also im Weltall ums Überleben kämpfen, muss der zuständige General den Kreml davon abhalten die Raumkapsel aus der Atmosphäre zu blasen, damit diese nicht in feindliche Hände gerät.

Dramaturgisch überzeugt der Film zu diesem Zeitpunkt auf ganzer Linie, auch wenn sich das Ende ein wenig zieht. Mit einer Lauflänge von 140 Minuten ist der Titel im übrigen genau so lang, wie sein amerikanischer Counterpart Apollo 13. Dank guter Schauspieler und einer spannenden Geschichte, welche zudem auch noch wahr ist, vergeht die Zeit dennoch wie im Fluge. Auch in Sachen Ausstattung steht die russische Produktion dem großen Bruder aus dem Westen in nichts nach. Die Sets wirken sehr realistisch und zeitlich akkurat. Die Musik ist stimmig und die Effekte können sich ebenfalls sehen lass.

Fazit

„Spacewalker“ beweist nicht nur, dass die Geschichte der russischen Raumfahrt in Sachen Dramatik ihrem westlichen Pendant in nichts nachsteht, sondern zeigt auch eindrucksvoll, dass der russische Film sich nicht hinter der Konkurrenz aus Hollywood verstecken muss. Ob man nun am historischen Kontext interessiert ist, oder schlicht ein dramatisches Weltraumabenteuer sucht, diesen Spaziergang ins All sollte man sich nicht entgehen lassen.

Autor: Sebastian Pierchalla

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