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Nach dem Kennenlernen zweier junger Menschen in einem Zug entwickelt sich über die Jahre eine Beziehung mit Höhen und Tiefen. Als sie sich viele Jahre später nach einer Trennung wiedersehen, ziehen sie für ihre Liebe Bilanz.

Kritik

Dass CGI-geladene Blockbuster an den chinesischen Kinokassen stets gut ankommen ist bekannt, dass aber auch gefühlvolle Liebesdramen ordentlich einschlagen können, bewies Us and Them (OT: Hou lai de wo men) im April 2018, der allein in seinem Heimatland rund 209 Millionen Dollar einspielte. Das Regiedebüt von René Liu (A World Without Thieves), die vor allem als Sängerin und Schauspielerin bekannt wurde, weckte auch schnell das Interesse der Amerikaner, sodass sich Netflix die Rechte sicherte und den Film bereits im Juni 2018 in sein Programm mit aufnahm. 

Us and Them erzählt eine tragische Liebesgeschichte zweier junger Menschen auf zwei Zeitebenen. Zum einen illustriert der Film über eine Zeitspanne von rund 10 Jahren hinweg, vom ersten Kennenlernen bis zur bitteren Trennung, die eigentliche Beziehung der beiden, worauf der Film auch stets seinen Fokus legt, zum anderen zeigt er uns die Gegenwart auf, hier in Schwarz/Weiß-Bildern dargestellt, in der sich die beiden nach längerer Zeit wieder zufällig über den Weg laufen und ihre frühere gemeinsame Zeit noch einmal ausführlich reflektieren. Damit ist der vorläufige Ausgang der Geschichte zwar schon bekannt, an Faszination büßt der Film dadurch aber keineswegs ein. 

Vor allem die erste Hälfte weiß durch ihre unglaubliche Lockerheit, Verspieltheit und Schönheit zu begeistern. Weder lässt die Regisseurin ihre Geschichte in Kitsch ausarten, noch hält sie sich mit unpassendem Humor auf. Zwei Menschen lernen sich kennen, sie sind auf einer Wellenlinie und sorgen liebevoll füreinander. Eine Liebesbeziehung führen sie vorerst nicht und das brauchen sie auch nicht, um einander Kraft zu geben und sich zu ergänzen. Mit der Zeit entwickeln sich Gefühle, doch bleiben sie lange unausgesprochen, um den nächsten Schritt einzuläuten. Liu fängt die Gefühlswelt der beiden wunderbar in ästhetisch starken Bildern ein, lässt das Geschehen auf herrlich natürliche Art ihren Gang nehmen und überträgt sie auch auf den Zuschauer, der sich womöglich in der ein oder anderen Situation wiedererkennt.  

Zum einen zeigt uns Us and Them, wie schön die Liebe ist, gleichzeitig aber auch, wie brutal sie zuschlagen kann. Denn auch wenn beide wie füreinander geschaffen zu sein scheinen, stehen sie sich durch die spätere engere Bindung letztendlich im Weg. Beide verfolgen unterschiedliche Träume, Ambitionen werden für den Partner nach hinten gestellt, die harte Realität holt das verträumte Pärchen letztendlich wieder ein. Nach seiner heiteren ersten Hälfte wechselt der Film in seiner zweiten tonal in Richtung Trauer, Schmerz und Wut. Damit verliert Us and Them leider ein Stück weit an Anziehungskraft, die die Regisseurin zuvor durch die warmherzige Unbefangenheit so hervorragend zu erzeugen wusste. Auch wenn der Film auf diese Weise nun einen sehr ehrlichen und natürlichen Gang nimmt, so wird der Erzählfluss ein klein wenig zäher, zumindest im Vergleich zur zuvor noch selbst so hoch gesetzten Messlatte.

Mit Boran Jing (Lost and Love, Monster Hunt) und Dongyu Zhou (The Palace, The Thousand Faces of Dunjia) stehen zwei junge Darsteller im Fokus, deren Chemie von Beginn an äußerst stimmig ausfällt und denen man ihre Zuneigung jederzeit abnimmt. Bis auf eine Ausnahme werden alle anderen Personen um sie herum beinahe gänzlich ausgeblendet, wichtig sind nur die beiden Hauptcharaktere - und das ist auch gut so. Lediglich Zhuangzhuang Tian (Monk comes down the Mountain) findet daneben in einer rührenden Nebenrolle als gebrechliche Vaterfigur einen kleinen, dafür aber wichtigen Platz in der Handlung. 

Fazit

Aufwühlendes Liebesdrama aus China, das einem in seinen heiteren Momenten das Herz aufgehen lässt, in den nächsten aber schon wieder in die traurige Realität zurückholt. 

Autor: Sebastian Stumbek

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