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Inhalt

Wiederkehrende Träume implizieren dem einfachen Arbeiter Douglas die Sehnsucht nach einem Leben als Geheimagent. Die umstrittene Firma „Rekall“ scheint ihm die richtige Anlaufstelle, um seine Träume für kurze Zeit in Erinnerungen umzuwandeln. Während er auf dem Stuhl der Firma auf seine fiktiven Erlebnisse wartet, stürmt jedoch ein bewaffnetes Sonderkommando den Raum. Der Alptraum beginnt…

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Kritik

Beim zwangsläufigen Vergleich zwischen Original und Remake rücken oftmals die vielzitierten Alleinstellungsmerkmale in den Fokus der Besprechung. Wäre dies der einzige Maßstab, dürfte Len Wisemen mit „Total Recall“ einen überragenden Erfolg verbuchen. Das Mars-Setting wurde gegen eine düstere Zukunftsvision auf der Erde ausgetauscht, Kate Beckinsale übernimmt gleich zwei Rollen aus dem Originalfilm mit Arnold Schwarzenegger und jeglicher grotesk-trashiger Ansatz weicht bierernstem Actionpathos. Doch Alleinstellungsmerkmale sind nun mal nicht der einzige Anspruch eines potentiellen internationalen Kassenschlagers – ein Umstand der Wisemens Neuauflage des Paul Verhoeven-Klassikers zu einem Paradebeispiel für verpasste Möglichkeiten erklärt.

Die Hochglanzproduktion hält sich eher lose an das Original, nimmt zwar die dreibrüstige Frau und den Verlauf mit der Firma „Rekall“ sowie der doppelbödigen Identität des Helden Douglas auf, mündet aber in völlig neuen Einzelsequenzen und dem Showdown um den Mega-Fahrstuhl „The Fall“. Die Kernessenz und das  -  der Autor schämt sich selbst es zu schreiben – überzitierte „Feeling“ der 1990er Originals bleiben nahezu komplett auf der Strecke. So driftet Wisemen vom sonderbaren Science-Fictioner überhastet in einen reinen Actioner und präsentiert eine Stilstudie aus Minority Report, I,Robot und Blade Runner.

„Total Recall“ scheitert weiß Gott nicht an seiner Optik: Handgebaute Sets, spektakuläre CGI-Konstrukte und rauschende Kamerafahrten sorgen für eine gelungene Actionspielwiese. Dass diese zwar etwas zu oft hinter dem exzessiv eingesetzten „lense flare“ Effekten verschwindet ist zwar störend, aber bei weitem nicht so ärgerlich wie der Umstand, dass sich die Figuren inmitten der optischen Pracht eher inspiriert durch eine noch viel uninspiriertere Geschichte mit einigen Logiklöchern und sinnfreien Dialogen schlagen müssen. Verfechter dürfen gern alle Konsequenzen der Geschichte mit „War es Rekall?“ erläutern, Realisten erkennen einfach Wisemens „Style over Substance“-Motto und den durchschnittlichen Abriss einer bereits zu oft in Blockbustern verwendeten Verfolgungsjagd durch eine handvoll kreativ gestalteter Schauplätze.

So lässt das Eiltempo der Erzählung keinen Spielraum für gelungene (der Versuch war da) Twists oder emotionale Bindungen zum Geschehen. Zu Beginn noch rasantes Identitäts- „Mau-Mau“ verkommt im Finale vollends zu einem weiteren Film der Art „Redident Evil“ oder „Underworld“ – also zu einem dieser Actionfilme, die man komplett vergisst, bis dann der nächste Teil in den Kinos anläuft.

In einem auf futuristischen Style und pure Action getrimmten Werk dürfen Colin Farell, Jessica Biel und erst recht Brian Cranston als unglückliche Besetzungen angesehen werden; Colin Farell ist einfach nicht der Typ Schauspieler, dem man abnimmt, jetzt ernsthaft eine Roboterinvasion abwenden zu wollen. Farell raucht, trinkt und reißt lasziv Frauen auf – keine Roboterinvasion! Biel und Cranston bekommen zu wenig Spielzeit und Textzeilen um wirklich von Belang zu sein, während Kate Beckinsale wohl am meisten von „Total Recall“ profitiert. Die Rolle der Lori steht ihr gut zu Gesicht und wird durch die neue Auslegung der Geschichte bis in die letzten Züge des Films erweitert. Beckinsale springt, schlägt und schießt eindrucksvoll (aber verdächtig inkonsequent) dem flüchtigen Protagonisten hinterher.

Im großen Finale hat der Zuschauer bereits längst vergessen, dass „Total Recall“ irgendetwas mit „Total Recall“ zu tun haben soll, kann aber mit entsprechend angepasster Sicht auf die Dinge noch einmal großen Explosionen und schicken Zeitlupeneffekten applaudieren.

Fazit

Regisseur Len Wisemen ging zur Traumfirma „Rekall“ und wünschte sich, einen ähnlich guten Film wie einst Paul Verhoeven drehen zu können. Die Realität offenbart aber eine ernüchternd schlichte Actionarie mit guten Effekten und mauer Story. Total Recall fühlt sich im Jahr 2012 an wie eine Mischung aus „Minority Report“ ohne gute Geschichte und „I, Robot“ mit Kate Beckinsale.

Autor: d kr

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