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Inhalt

Polizist Ben Richards wird zu Unrecht des Massakers an unbewaffneten Demonstranten verurteilt, woraufhin ihn man zunächst in ein Arbeitslager verfrachtet. Mit Hilfe von IT-Fachmann Stevie und dessen Freund William gelingt ihnen jedoch nach kurzer Zeit die Flucht. Gejagt von der Polizei, kidnappend Ben kurzerhand die Journalistin Amber Mendez, um sich mit ihrer Hilfe in die Karibik ab zu setzen, doch schon auf dem Flughafen gelingt Amber die Flucht und so findet sich Ben erneut in Handschellen wieder. Statt dem Arbeitslager wartet nun jedoch eine wesentlich interessantere Strafe auf ihn, denn er wurde für die Fernsehshow „ The Running Man“ ausgewählt, in der Sträflinge in einer Art modernen Gladiatoren Kampf gegen die sogenannten Jäger antreten. Wer gewinnt dem winkt die Freiheit, doch wer verliert bezahlt mit seinem Leben.

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Kritik

„Ich will nicht das einzige Arschloch im Himmel sein.“

Die Weltwirtschaft ist kollabiert. Nahrungsmittel, Rohstrukturen und Öl sind, gelinde gesagt, nahezu erschöpft. Die Vereinigten Staaten haben sich im Zuge dessen zu einem hermetisch abgeriegelten Polizeistaat entwickelt, aufgeteilt in militärische Zonen, in denen mit eiserner Faust die anti-freisinnigen Rechtsverordnungen durchgeprügelt werden. Keine rosige Zukunft ist das, die uns Running Man hier präsentiert. Kurios wird das ganze Szenario aber erst, wenn man sich gewahr darüber wird, dass der Film im Jahre 2017 bis 2019 angesiedelt ist: Die Realität hat die Fiktion also eingeholt, zum Glück aber nicht übernommen. Oder etwa doch? Nun, in diesem „Morgen“, welches Running Man bemüht, hat sich eine Fernsehshow an die Spitze der nationalen Popularität geschwungen, in denen Menschen in futuristischen Gladiatorenkämpfen um ihr Leben rennen müssen.

Die Überlebenden dürfen sich auf einen Urlaub in der Karibik freuen, das Publikum hingegen grölt und johlt den Jägern zu, die die frisch aus Gefangenenlagern rekrutierten Kandidaten gerne auch mal mit der ratternden Kettensäge in zwei Teile schnetzeln. Brot und Spiele. Die Gameshow, in der der ehemalige Polizist Ben Richards (Arnold Schwarzenegger, Terminator 2 - Tage der Abrechnung) alsbald mitmischen wird, ist der Ausgangspunkt für eine gleichermaßen naive wie gallige Mediensatire, die das menschenverachtende Gesellschaftssystem auf den Punkt bringt: Wer sich nicht unterordnet, wird aussortiert und unschädlich gemacht. Hier eben vor den Augen von Millionen Zuschauern. Sind wir, wenn wir uns kontemporäre Reality-TV-Konzepte einmal vor Augen führen, nicht längst schon in der Zeit angekommen, auf die Running Man bisweilen mit Schaudern, gerne aber auch mit Geifer im Mundwickel blickt?

Vage, äußerst vage, basiert die Geschichte auf dem Roman Menschenjagd von Stephen King, den er 1982 noch unter seinem Pseudonym Richard Bachmann veröffentlicht hat. Die gesellschaftskritische Gesinnung der Vorlage wird in den Händen von Paul Michael Glaser (Starsky und Hutch) zur Genre-affinen Trash-Parade, in der sich die steirische Eiche in der Hauptrolle als voll im Saft stehende One-Liner-Maschine beweisen darf. Nicht einmal auf sein legendäres I'll be back kann Schwarzenegger in diesem Fall verzichten – und natürlich wird er dieser Drohung im Verlauf der Handlung noch nachkommen. Interessant aber ist, dass das kritische Potenzial, welches der Materie inne wohnt, in den Mühlen der tumben Action-Sause nicht gänzlich zermahlen wird. Nein, durch den überzeichneten, ins Comichafte ausschlagenden Gestus der Inszenierung gewinnt Running Man sogar oftmals an Fahrt, wenn er auf die Ruinen der Zivilisation blickt.

Das Land, welches sonst unbegrenzte Möglichkeiten propagierte, ist in Ketten gelegt worden. Ein riesiges Gefängnis, in dem für jeden der finale Schlagstockhieb wartet, der sich den vorherrschenden Gegebenheiten nicht unterordnen möchte – bis auf Arnie natürlich. Der pumpt seinen Bizeps auf Oberschenkelgröße und geht im quietschgelben Bodysuit gegen die Verheerungen der Medienmanipulation vor. Selbstredend findet unter diesen Blickpunkten auch eine Spiegelung der Gegenwart statt, wenn Sensationsgier und Massenhysterie anhand eines widerwärtigen Fernsehprogramms verdeutlicht werden, in denen Menschen ihre Schuld an die Gesellschaft bezahlen müssen, indem sie sich von Bluthunden auf Motorrädern durch eine Manege des Wahnsinns treiben lassen. Und das verströmt in jeder Minute den abgestandenen Mief dumpfbackiger 80s-Kolportage, gibt sich in seiner hohlen Art und Weise aber oftmals effektiver, als es dem Regisseur wohl bewusst gewesen ist.

Fazit

Mit Sicherheit keine gute, aber in ihrem hochgradig unterhaltsamen und tumben Trash-Appeal zuweilen überraschend treffsichere Brutalo-Satire, die sich mit Medienmanipulation, Sensationsgier und Massenhysterie auseinandersetzt. Vorrangig steht natürlich das dumme, laute Genre-Kino, in dem Arnold Schwarzenegger nochmal ordentlich die Muskelpakete präsentieren kann, aber hinter seinem hohlen Gewand macht "Running Man" als gesellschaftskritische Abrechnung mit menschenverachtenden Systemen nicht nur Spaß, sondern gelegentlich auch Sinn.

Autor: Pascal Reis

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