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Quelle: themoviedb.org

Verfügbar auf

Netflix

Inhalt

In Knockemstiff (Ohio) und den umliegenden Wäldern versammeln sich einige finstere Gestalten – ein unheiliger Priester (Robert Pattinson), ein absonderliches Pärchen (Jason Clarke und Riley Keough) und ein verlogener Sheriff (Sebastian Stan) – um den jungen Arvin Russel (Tom Holland), der mit allen Mitteln versucht, sich und seine Familie vor dem Bösen zu schützen.

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Quelle: themoviedb.org

Kritik

Gott ist groß. Vor allem in Filmen. Gemeint sind damit nicht unbedingt Bibelverfilmungen, sondern wie unkritisch Filme aus Hollywood mit der Thematik Glaube und Religion umgehen. Es wäre unvorstellbar, da ein Iron Man oder das sympathische Paar aus der generischen RomCom sich kritisch zur Kirche äußern würden. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die Verfilmung von Das Handwerk des Teufels gefeierten Roman Donald Ray Pollock von Netflix realisiert wurde und nicht von einem der großen Studios. Der Film von Drehbuchautor und Regisseur (Simon Killer) ätzt regelrecht gegen Gott und Glaube, Kirche und alles klerikale.

Der Film verflechtet einzelne Episoden mal elegant, mal mit der groben Keule. Fixpunkt der Geschichten sind Charaktere, die durch ihren Glauben zu Taten und Ansichten geführt werden, die ihr Leben und das der anderen ruinieren, und zwar in solchem Maße, dass davon sogar die nachfolgende Generation heimgesucht wird. The Devil All the Time ist kein Friedensstifter, mehr ein aggressiver Schmerzenschrei, beeinflusst vom American Gothic und dreckverkrusteter Südstaatenromantik.

Als Leiter durch dieses Labyrinth aus Tot, Verderben, falschen Propheten und Pessimismus führt ein Erzähler (der Romanautor höchstselbst), der auch schlimmste Ereignisse fast schon sachlich beschreibt. Wenn man bedenkt, dass The Devil All the Time vor allem von Menschen handelt, die eine Reaktion von Gott wollen, wirkt die Nutzung eines allwissenden Erzählers schon irgendwie satirisch, wenn nicht sogar zynisch. Zu Beginn erinnert diese Art der Erzählung an den meisterhaften Little Children. Doch wo dieser nach und nach den Erzähler reduziert, vertraut die Netflix-Produktion ohne Ausnahme auf die Stimme aus dem Off.

Trotz der eindeutigen Häme, die mitschwingt bei den Geschichten, macht sich The Devil All the Time nicht über seine Figuren lustig. Eher wirkt die Inszenierung so, als ob der Film selbst enttäuscht, von der Sinnsuche seiner Charaktere, zu seufzen beginnt, wenn mal wieder jemand, angestachelt vom (falschen) Glauben an Gott, etwas Entsetzliches tut und damit eine Kettenreaktion in Gang setzt, an deren Gliedern wesentlich mehr Blut als Weihrauch klebt.

Diese Verkettungen verlaufen manchmal etwas zu abgehakt und die eine oder andere Episode geht im Rausch der einzelnen Geschichten etwas unter. Was sie jedoch qualitativ miteinander vereint sind die Darsteller. Egal ob (Die versunkene Stadt Z) als widerwärtiger Prediger, (Spider-Man: Homecoming) als verzweifelter Bruder, (It Comes at Night) als mörderischer Lockvogel, (I, Tonya) als krimineller Gesetzeshüter oder (Es) als gottesfürchtiger Kriegsveteran, sie alle liefern sehr gute bis herausragende Leistungen ab, die dafür gemacht wurden, nicht so schnell vergessen zu werden.

Die Darsteller sorgen mit dafür, dass The Devil All the Time zu einem wuchtigen Erlebnis wird. Allerdings ein Erlebnis, dass sich unbequem zwischen die Kirchenbänke stellt. Für ein Drama ist der Film zu exploitativ, für ein reinrassiges Genre-Werk zu überladen und erzählwütig. Dass dazu einige Entwicklungen recht kompromisslos einfach ohne nennenswerte Vorarbeit eingegliedert werden, könnte auch einigen missfallen. Der Kern von The Devil All the Time  bleibt aber seine herrlich kaltschnäuzige Abrechnung mit dem Glauben an Gott, bzw. die Auslegung und Instrumentalisierung davon. Am Ende gilt folgendes: Es sind weder Gott noch Teufel. Es sind Menschen. Mehr braucht man nicht, um Leben zu zerstören.

Fazit

Ein blutig-pessimistischer Abgesang auf den Glauben, dargeboten mit exploitativer Schlagkraft.

Autor: Sebastian Groß

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