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Inhalt

Einige Jahre nachdem ein fürchterlicher Virus ausbrach und einen Großteil der Menschheit in blutdürstige Zombies verwandelt hat, finden Wissenschaftler endlich ein Gegenmittel gegen die Seuche. Senan wird geheilt: Er darf nach Hause zurückkehren und zieht zu seiner Schwägerin Abbie und ihrem kleinen Sohn. Doch nicht alle Geheilten werden mit offenen Armen empfangen. Viele der überlebenden Menschen können den ehemals Infizierten ihre grausamen Taten nicht verzeihen. Die Gesellschaft spaltet sich in Nicht-Infizierte, Infizierte und Geheilte, und die fragile neue Welt wird erneut ins Chaos gestürzt …

Kritik

In einer Zeit in der sich Individualität bezüglich Mainstream-Thematiken in der Filmwelt rar machen, ist The Cured der erfrischende Ansatz von David Freyne einen neuen Winkel auf Zombies und den Wiedergewinn der Menschlichkeit zu werfen. Die Geschichte setzt in einer Post-Apokalyptischen Welt an, in der das Heilmittel gegen einen aggressiven Virus gefunden wurde, das auch bei bereits infizierten Menschen wirkt und diesen wieder die Chance gibt, am sozialen Leben teilzunehmen. Dabei durchlaufen die Geheilten einen Prozess, der in seiner Form den Wiedereingliederungsprozessen von Mördern, Vergewaltigern und Verbrechern ähnelt. Der Film taucht dabei noch eine Ebene tiefer und beleuchtet das individuelle Schicksal von Senan (Sam Keeley, The Other Side of Sleep), der nach erfolgreicher Heilung entlassen wird und die Chance bekommt, ein normales Leben wiederaufzunehmen. Dabei plagen ihn Albträume über die Dinge, die er während seiner Infizierung getan hat und die die brutalen Instinkte der Infizierten beleuchten.

Senan hegt eine innige Freundschaft zu Conor (Tom Vaughan-Lawlor, The Infiltrator), den – im Gegensatz zu Senan – keinerlei Schuldgefühle plagen und der seine neu gewonnene Freiheit nutzt, um eine Gruppierung von ehemals Infizierten um sich zu scharen. David Freyne zieht hier in seinem Erstlingswerk eine harsche Paralelle zu dem Prozess der sozialen Ausgrenzung in der heutigen Gesellschaft, in welchem gewisse Menschengruppen nach einem Wiedereingliederungsprozess mit Stigmata zu kämpfen haben. Proteste gegen die ehemals Infizierten, Angriffe auf das leibliche Wohl und Anfeindungen auf offener Straße erschweren es Senan und den anderen, wieder Fuß zu fassen und erinnern schmerzlich an aktuelle Geschehnisse der Gegenwart.

The Cured ist ein Post-Apokalyptisches Drama, das sich gemächlich aufbaut, um dann in der letzten Viertelstunde rasant an Spannung zu gewinnen. Der Weg bis dahin ist gezeichnet von entschleunigten Einstellungen und Dialogen. Diese beleuchten die Verbindung, die Senan zu seiner Schwägerin Abbie (Ellen Page, Hard Candy) – die ihn trotz gesellschaftlicher Ächtung aufnimmt – hegt. Der kalte triste Filter über der gesamten Situation entfaltet dabei einen atmosphärischen Schleier, der England und die Storyline in seinem Wesen künstlerisch erfasst und Freynes Stil herausarbeitet. Weiterhin vermisst man stark einen wirklichen Beweggrund und eine Ursache für die tiefe Verbundenheit, die Conor immer wieder in seinen Sitzungen mit ehemals Infizierten thematisiert und die dafür sorgt, dass sich zwei gespaltene Lager in der Gesellschaft bilden, während Senan am Rande wandelt, unschlüssig, zu welcher Gruppe er dazugehören möchte. Der Konflikt wirkt zwar in einem gewissen Grad nachvollziehbar, ist in sich betrachtet aber unschlüssig, da Freyne hier nicht genug Informationen und Material liefert, um eine emotionale Bindung zu einem der beiden Lager herzustellen. 

Der Kernkonflikt wirkt zwar in einem gewissen Grad nachvollzieh- und erschreckend greifbar, ist in sich betrachtet aber unschlüssig, da Freyne hier nicht genug Informationen und Material liefert, um eine emotionale Bindung zu einem der beiden Lager herzustellen. Weiterhin reihen sich die Schwächen des Films aneinander und vernichten das interessante Grundkonstrukt genau in der Art und Weise, wie der Virus im Film die Stabilität des Staates und der sozialen Gesellschaft geschadet hat. Hier werden künstlich Konflikte und schockierende Szenen konstruiert, um sich dem Zombie-Genre treu zu bleiben, dabei aber so mysteriös und individuell wie möglich zu wirken, um ein Nischenpublikum schlecht zu bedienen.

Fazit

"The Cured" ist ein Versuch den öden Trott der wandelnden Toten zu entfliehen, begeistert neben individueller Idee aber leider nicht mit einer tiefgreifenden Geschichte und ruht sich träge auf dem spannenden Ansatz aus. Auch Ellen Page kommt hier kaum zum Zuge.

Autor: Miriam Aissaoui

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