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Drei Männer werden eines Abends in einer Bar in einem kleinen Städchen in Alaska ermordet. Der Killer, ein Mann namens Elwood (Christopher Abbott), setzt alles daran, das ihm zugesicherte Geld  für den Auftrag zu bekommen, das ihm die Witwe Lila (Imogen Poots) nun schuldet. Elwood lässt sich in einem örtlichen Motel nieder, das vom ehemaligen Rodeo-Champion Sam (Jon Bernthal) geführt wird. Eine Freundschaft entsteht, die keinen guten Ausgang nehmen kann... 

Kritik

Mit Mekong Rush - Renn um dein Leben feierte Jamie M. Dagg 2015 bereits einen ordentlichen Einstand als Regisseur.  Mit seinem düsteren Neo-Noir-Thriller Sweet Virginia legt er nun nach und zeigt, dass er zweifelsfrei Talent besitzt. Während Sweet Virginia in einigen Bereichen wahrlich glänzen kann, strauchelt der Film leider in einigen anderen Punkten, was ihm letztendlich die Chance verwehrt, mehr als nur ein netter Genre-Beitrag zu sein. 

Seine Stärken spielt Sweet Virginia vor allem im stilistischen Bereich aus, der Film wird in schönen, meist düsteren Bildern eingefangen und entwickelt eine ungemein dichte Atmosphäre. Ärger liegt in der Luft, das ist für die Beteiligten und den Zuschauer jederzeit spürbar und steigert gekonnt die (An)spannung, da man zu jeder Zeit eine chaotische Entladung aller wirkenden Kräfte erwartet.  Jamie M. Dagg bedient sich beim Szenenaufbau bei Genrekollegen aus dem  Neo-Noir und Neo-Westernbereich und formt damit einen technisch eindrucksvollen Thriller mit hoher Sogwirkung. Schnell fühlt man sich an Werke wie No Country For Old Men von den Cohen-Brüdern erinnert, die einen ähnlichen Weg gingen. 

Auch mit seinen Schauspielern weiß Sweet Virginia gut umzugehen, vor allem die beiden Hauptdarsteller hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Während Jon Bernthal (The Punisher, Baby Driver) nach außen erneut den harten Kerl gibt, darf er hier auch eine sehr sensible und auch gebrochene Seite von sich zeigen. Damit beweist Bernthal, dass er ein durchaus ernstzunehmender Charakterdarsteller sein kann. Christopher Abbott (It Comes At Night, The Sinner) verleiht dem von ihm dargestellten Killer eine hohe Bedrohlichkeit und auch Unberechenbarkeit. Nach außen wirkt er wie ein netter Kerl, was sich von einem Moment zum nächsten schlagartig ändern kann. Abbott bewies in den letzten Jahren immer wieder ein guten Händchen für eine interessante Rollenwahl, auch in Sweet Virginia zeigt er sich wieder von seiner besten Seite. 

Somit funktioniert Sweet Virginia über weite Strecken im Grunde richtig gut. Originell mag der Story-Einfall zwar nicht sein, die atmosphärisch gelungene Umsetzung und der stark agierende Cast entschädigen dafür allemal. In seinem Schlussakt offenbaren sich dann aber doch Schwächen, die nicht zu ignorieren sind, denn die Geschichte kommt zu keinem vollends befriedigenden Schluss. Zum einen verlässt man sich insgesamt ein wenig zu sehr auf Zufälle, als dass man sich um einen glaubwürdigen Aufbau kümmert, zum anderen verlaufen die Erzählstränge in eine doch recht unspektakuläre Richtung, was dem Film ein wenig seiner Bedeutung raubt. Völlig versagt hat Sweet Virginia zwar noch lange nicht hin, doch aufgrund des  gegebenen Potentials hätte man sich eben doch ein wenig mehr Raffinesse gewünscht.  

Fazit

Handwerklich stark inszenierter Thriller mit dichter Atmosphäre und überzeugenden Darstellern, dem es letztendlich etwas an Tiefgang und einem besser durchdachten Schlussakt fehlt, um auf ganzer Linie zu überzeugen. Auch wenn "Sweet Virginia" sein Potential nicht vollends ausschöpft, so ist der Film für Genrefans dennoch eine sehenswerte Empfehlung. 

Autor: Sebastian Stumbek

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