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Am 15. Januar 2009 wurde Chelsey B. Sullenberger zum absoluten Helden in den USA, aber auch weltweit, weil „Sully“ mit seinem Airbus A320 eine Notwässerung auf dem Hudson River in New York durchführen musste. Ein Schwarm Vögel war in das Triebwerk des Fliegers geraten und hatte für deren Ausfall gesorgt, so dass die Maschine abzustürzen drohte. Alle 155 Personen überlebten die Notlandung nahezu unverletzt und trotzdem musste der Pilot bei den nachfolgenden Untersuchungen zu dem Unfall und der Notlandung um seinen guten Ruf als erfahrener Pilot fürchten, den er sich mit mehr als 20.000 Flugstunden hart erarbeitet hat.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Helden dominieren unsere Kinolandschaft. Dabei braucht es gar kein Marvel und co., immerhin gibt es genug von ihnen mitten unter uns im wahren Leben. Auch Clint Eastwood pickt sich für seine Filme gern den ein oder anderen Kandidaten aus, lag mit seiner letzten Wahl in American Sniper jedoch geschmacklich völlig daneben. Den Amerikanern hat es dennoch gefallen, glorifizierte er darin immerhin einen Mann, der trotz widerwärtiger Ansichten und Taten von seinen Landsleuten höchst verehrt wird, was international glücklicherweise weit differenzierter gesehen wurde. In Sully geht es um einen Mann, der vor einigen Jahren mit einer unglaublichen Aktion das Leben vieler Menschen rettete, dennoch von einigen Seiten Kritik erntete. Eine interessante Geschichte, bei der sich Eastwood zum Glück von Politik fernhält und stattdessen der Menschlichkeit zuwendet. 

Ein Pilot, der ein abstürzendes Flugzeug notlandet, damit das Leben seiner Passagiere rettet und sich dennoch vor einem Untersuchungsausschuss rechtfertigen muss? 2013 gab es mit Flight von Robert Zemeckis im Grunde schon einen thematisch sehr ähnlich aufgebauten Film, der sich nur in Nuancen von Sully unterschied. Mimte Denzel Washington einen depressiven Piloten, der unter Alkohol und Drogeneinfluss stand und sich dafür, trotz erfolgreicher Landung, zu verantworten hatte, besitzt der von Tom Hanks verkörperte Sullenberger eine gänzlich saubere Weste. Problem hierbei: Hat der Pilot in den knapp 3,5 Minuten, die ihm zur Verfügung standen, mit seiner Notlandung im Hudson River, die richtige Entscheidung getroffen? Das Resultat mag zwar einiges an Geld gekostet haben, jedoch kamen alle Passagiere nur mit einem Schrecken davon. Vielleicht aber wäre die Umkehr zum Flughafen die bessere Wahl gewesen? Sullenberger steht zu seiner Entscheidung, auch die Bewohner New Yorks feiern ihn als ihren Helden, doch Kritiker reden ihm immer wieder ins Gewissen. Und schließlich kommen Ergebnisse aus mehreren Simulationen ins Spiel, die belegen, dass eine Rückkehr zum Flughafen durchaus möglich war. Hat Sullenberger also doch falsch gehandelt? Diese Fragen zerren an seiner Überzeugung, an seinem Selbstbewusstsein und lassen ihn zusehends niedergeschlagener, vielleicht sogar depressiv werden. Womit wir beinache schon wieder bei Flight wären. Eastwood steigt bei seiner Figur jedoch nocht so tief in die Psyche hinein und liefert uns eine oberflächlichere, leichter zu verdauende Betrachtungsweise.  

Während Zemeckis sein Drama dramaturgisch kraftvoller gestaltete geht Eastwood einen nüchterneren Weg. Emotional gebunden ist man in Sully zwar durchaus, wenn auch nicht in der Stärke, wie es Flight vermochte. Interessant ist die Entwicklung aber dennoch, vor allem wenn beim Zuschauer selbst Zweifel aufkommen, ob denn ein anderer Weg nicht vielleicht sogar noch besser gewesen wäre. Eastwood war aber sichtlich daran gelegen, Mensch gegen Maschine gegenüberzustellen und aus Sullenbergers Sicht zu erklären, warum eben doch kein Verlass auf Simulationen und Technik ist. Auch ohne dramaturgische Achterbahnfahrten (wenn man den Absurz selbst einmal ausklammert) folgt man dem Geschehen weitestgehend gespannt. 

Natürlich bekommen wir den Absturz selbst auch zu sehen, der technisch sauber inszeniert ist und worin Eastwood nun doch für einen Moment dem Zuschauer den Atem raubt, denn wenn man mitten an Bord den Schrecken der Passagiere miterlebt, zerrt das gewaltig an den Nerven, auch wenn der Ausgang von vornherein bekannt ist. 

Hin und wieder trägt Sully aber doch ein wenig zu dick auf. Zum Beispiel mit seiner allerersten Szene, in welcher wir in einer Traumsequenz sehen, wie das Flugzeug mitten in die Skyline New Yorks kracht. Die Verknüpfung zu 9/11 ist sicherlich nicht ganz unwichtig, sitzt das Ereignis immer noch tief im Kopf der Menschen, vor allem in New York selbst, doch auf die Weise wie hier dargestellt verkommt das Ganze eher zu Sensationskino. Auch die Rückblenden auf Sullenbergers Vergangenheit tragen nur bedingt zur Geschichte bei, weniger wäre hier letztendlich doch mehr gewesen. 

Tom Hanks spielt gewohnt sehr ordentlich und füllt die Rolle sehr passend aus. Er wird von einem etwas selten zu sehenen Aaron Eckhart begletet, der in seinen wenigen Szenen zwar überzeugen kann, jedoch nicht sonderlich auffällt. 

Fazit

Mit "Sully" gelingt Clint Eastwood ein insgesamt doch recht ordentliches Katastrophen-Drama, das mit seiner nüchternen Art, der etwas oberflächlichen Betrachtungsweise und einiger Redundanz zwar nicht an die Klasse von Robert Zemeckis' "Flight" heranreicht, dennoch durchaus einige Qualitäten aufweist und in jedem Fall sehenswert bleibt. 

Autor: Sebastian Stumbek

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