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Nachdem „Mission: Impossible II“ in den qualitativen Abgrund stürzte und alle Fans der Originalvorlage in einen Schockzustand versetzte, war es lange Zeit still um einen Nachfolger. David Fincher sagte als Regisseur ab, ebenso Joe Carnahan. Wahrscheinlich aufgrund des hervorragenden Einspielergebnisses von 546 Millionen US-Dollar, folgte dennoch einer im Jahre 2006 ein Sequel, erneut mit Tom Cruise als Ethan Hunt. An die guten Qualitäten von Brian de Palmas Serienauftakt von 1996, kann dieser Film zwar nicht so richtig anknüpfen, doch vermeidet er zum Glück einen Absturz, wie das Werk von John Woo. Dass der extrem erfolgreiche Regisseur und Produzent J.J. Abrams („Lost“, „Star Trek“, „Super 8“) als Woo’s Ablösung hergeholt wurde, war dafür sicherlich ein Grund.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Ethan Hunt (Tom Cruise) lebt ein recht normales Leben, mit normalen Freunden. Bei der IMF hat er inzwischen gekündigt und war bis zuletzt als Ausbilder tätig. Seine Verlobte Julia  (Michelle Monaghan) indes,  weiß nichts von Ethans Agenten-Vergangenheit und glaubt, er arbeite für das Verkehrsministerium. Als er von seinem Vorgesetzten John Musgrave (Billy Crudup) erfährt, dass seine ehemalige Schülerin Lindsey (Keri Russell) bei einem Einsatz aufgeflogen ist und von dem Informationsmakler Owen Davian (Philip Seymour Hoffman) gefangen gehalten wird, ist Ethan Hunt ihre letzte Rettung ist. Die schnell durchgeführte Rettungsmission schlägt allerdings fehl und Lindsey stirbt beim Einsatz. Auf den sichergestellten Festplatten erkennen die Spezialisten, dass Davian etwas Großes plant und entführen ihn im Vatikan. Dadurch schafft sich Ethan Hunt allerdings einen Feind, der auch nicht davor zurückschreckt, Julia in die Sache hineinzuziehen.

Nach dem unglaublichen Desaster des Vorgängers, scheint sich J.J. Abrams bei seiner Version erneut eher an den zweiten Teil zu orientieren anstatt auf den achtbaren ersten Teil. Wieder stehen vielmehr Explosionen, als dramatische Schleichpassagen im Vordergrund, wirklich einen Abbruch tut es dem Film allerdings nicht, der als guter Actionfilm durchgeht. Von der Vorstellung, dass „Mission: Impossible“ immer noch eine Agentenfilm-Reihe ist, muss man sich spätestens seit dem zweiten Teil von 2000 verabschieden, da die Filme sich von den Eigenschaften eines Agentenfilms ab- und denen eines reinrassigen Actionfilms zuwenden. Ein Agentenfilm, als solcher die „Mission: Impossible“-Filme immer tituliert wurden, zeichnet sich durch einen leise arbeitenden, gnadenlosen und zielstrebigen Agenten aus, der immer darauf bedacht ist, nicht entdeckt zu werden. Wenn es an jeder Ecke kracht und knallt, dann macht dieser Agent jedoch irgendetwas falsch. Ein Agentenfilm ist noch lange keines, nur weil ein Agent darin vorkommt.

Ist „Mission: Impossible III“ als Actionfilm akzeptiert, wartet er mit sehr gutgemachten und stets spannenden Actionszenen auf, die nervenden Slow-Motions des Vorgängers hat der Regisseur indes gestrichen. Dadurch fühlen sie sich kurz und knackig an und sind auch immer wohl dosiert. Die Explosionen sind wuchtig, die Schießereien sind mal abwechslungsweise spannend und auch die Stunts machen einen Heidenspaß. Wieder hantiert Ethan Hunt mit allerlei Agenten-Schnick-Schnack, die hier wieder größere Ausmaße annehmen, die erneut hervorragenden Masken, samt Produktion, sind erstaunlich echt, der Lamborghini mit dem mechanischen Loch in der Mitte ist sogar sehr einfallsreich. Der Einbruch in den Vatikan ist eine der wenigen Schleichpassagen, die den Puls steigen lassen.

Was die Atmosphäre und Stimmung angeht, hat sich J.J. Abrams eher an Brian de Palmas ersten Teil orientiert, so ist auch hier Ethan Hunt meist auf sich allein gestellt. Ebenfalls erzeugt die Hinzunahme persönlicher Verluste, wie die seiner Schülerin und seiner Frau, eine teilweise sogar sehr hilflose und depressive Stimmung, was den Film, im Gegensatz zu der Action, relativ hart und bodenständig erscheinen lässt. Vor allem die Intro-Sequenz, die etwa in der Mitte des Films angesiedelt ist, erzeugt bereits zu Anfang des Films diese Atmosphäre und bereitet den Zuschauer auf das Kommende vor. Während Ethan Hunt in „Mission: Impossible II“ noch der Supersoldat mit der unkaputtbaren Superfrisur war, ist er in dieser Fortsetzung erneut ein Mensch. So scheitert er mehr als einmal, oft wird er niedergestreckt, oft hat er Angst und ist verzweifelt, was erneut die realistische Atmosphäre unterstreicht, wenn man von der Action absieht.

Die Handlung ist genretypisch nichts Besonderes, sondern höchstens zweckdienlich, damit die Actionszenen auch gut in diesem Gerüst untergebracht werden können, sodass sie auch etwas Sinn ergeben. Erneut gibt es einen Maulwurf in den eigenen Reihen, einen Superbösewichten und einen Supergegenstand, der an den superbösen nahen Osten verkauft werden soll. Was dieser Gegenstand, genannt „Hasenpfote“, eigentlich ist, wird in dem Film nie wirklich erwähnt. Auf einem ähnlichen Niveau, wie das restliche Drehbuch, wäre es wohl etwas genauso Unoriginelles, wie ein Bauteil für einen Atomsprengsatz oder eine Bio-Waffe. Diese Einfachheit des Drehbuchs verweigert – leider – eine tiefere Einbindung des Zuschauers in den Film. Gerade aufgrund des etwas komplexeren Charakters des Ethan Hunt wäre dies aber wünschenswert gewesen, denn durch den vorhersehbaren Plot und der ganzen Action wird eine Identifizierung mit ihm erschwert. Bedauerlicherweise ist der Film auch nicht konsequent genug und verpasst dem Ganzen schließlich noch ein Hollywood-typisches Happy End. Schade.

Die Riege der Schauspieler machen indes allesamt ihre Augaben gut bis hervorragend. Wirklich schlechtes fällt nicht auf. Bis auf – eventuell – Laurence Fishburne („Matrix“), der hier den grimmigen Vorgesetzten gibt, der in solch einem Film selbstverständlich nicht fehlen darf. Sehr stereotyp, aber nicht wirklich schlecht. Tom Cruise („Rain Man“) macht sowohl in den Actioneinlagen, als auch in der Darstellung seines Charakters eine sehr gute Figur. Ving Rhames („Pulp Fiction“) ist erneut als fantastischer Computer-Hack zu sehen, Rhys Meyers („From Paris with Love“) fällt nicht weiter auf, Simon Pegg („Shaun of the Dead“) bringt als Büro-Mitarbeiter viel Humor in die Sache und auch Michelle Monaghan („Source Code“) nervt nicht, wie Thandie Newton es noch in „Mission: Impossible II“ tat, sondern ist sogar essentiell für die Handlung. Zwar sind viele der Figuren in diesem Film eigentlich unnötig, aber das liegt zu hundert Prozent am Drehbuch, der viele Charaktere zu einer austauschbaren Randnotiz degradiert. Nur Philip Seymour Hoffman („The Big Lebowski“) ist einzigartig, versprüht eine extrem ruhige und doch bedrohliche Atmosphäre, dass es einem mehr als einmal kalt den Rücken hinunter läuft. Zwar hat auch er nicht besonders viel Tiefe, doch ist dies wie bei fast allen, drehbuchbedingt. Da hätte man aus den Darstellern mehr raus holen können, zumal J.J. Abrams am Drehbuch mitgearbeitet hat und der sein Talent dafür hier leider nicht zeigen konnte, wie er es noch in „Lost“ tat.

Fazit

Gerade im Vergleich zum unterirdischen Vorgänger ist „M:I:III“ ein hervorragender Actionfilm, der sowohl mit atemberaubenden Stunts, tollen Gadgets und einer anderen Windrichtung in Sachen „Atmosphäre“ überzeugen kann. So ist er sehr viel bodenständiger, Ethan Hunt ist viel menschlicher und die Darsteller machen eigentlich alles, was sie im Rahmen des mittelmäßigen Drehbuchs machen können, sehr gut. Mit „Mission: Impossible IV“ darf sich wahrscheinlich auf einen ähnlichen Film freuen.

Autor: Kadir Güngör

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