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Inhalt

Nachdem ein Polizist tot auf einer Müllkippe gefunden wird, beschließen die Kollegen Jimenez (Aurelien Recoing), Aurore (Claude Perron), Ouessem (Jean-Pierre Martins) und Tony (Antoine Oppenheim) den feigen wie brutalen Mord zu rächen. Hinter der Tat steckt hierbei die skrupellose Markudis-Bande, die von den Brüdern Adewale (Eriq Ebouaney) and Bola (Doudou Masta) angeführt wird. Schnell finden die Polizisten heraus, dass sich Adewale mit seinen Gangstern in einem streng bewachten Hochhaus in einer Pariser Vorstadt versteckt hat. Als die Rache-Aktion schlussendlich startet, geht allerdings der geplante Coup furchtbar schief. Nicht nur, dass Jimenez bei einem frühen bleihaltigen Gefecht ums Leben kommt, die Polizisten geraten auch noch in Gefangenschaft. Doch als plötzlich hungrige wie entstellte Zombies das riesige Hochhaus stürmen, wird all dies bedeutungslos. Der Kampf ums nackte Überleben hat begonnen.

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Kritik

Horror aus Frankreich hat in den letzten Jahren einen wahrlich hohen Stellenwert im Genre eingenommen. Filme wie High Tension, Martyrs, Frontière(s) oder Inside überzeugten mit einer unglaublichen härte, frischen Ideen sowie mit einem Bruch von moralischen Wertvorstellungen, wodurch der Zuschauer regelrecht in einen dunklen Abgrund gedrängt wurde. Auch die Regisseure Yannick Dahan und Benjamin Rocher, die mit Die Horde (OT: La horde) 2009 ihr Debüt feierten, wollten auf der Welle dieses Erfolges mitschwimmen. Doch während die Ausgangslage ihres Zombiewerkes geradezu eine packende wie bedrückende Stimmung verspricht, können sie die gesteckten Erwartungen nicht ganz erfüllen. Zwar ist die Zombie-Hatz ein regelrechter blutiger Alptraum, doch aufgrund von vielen Klischees, schlechten Dialogen sowie Schauspielern und einer teils einfallslosen Inszenierung, bleibt das Schlachtfest nur ein weiterer Untoten-Schocker von der Stange, der eher das Gehirn vom Zuschauer schädigt und ihn so selbst zum Zombie verwandelt.

Dabei hätte es so schön sein können: Eine Gruppe von Rache erfüllter Polizisten macht Jagd auf einen grausamen Gangster, der sich in einem großen (abrissbedürftigen) Hochhaus verschanzt hat. Eine Menge Schusswechsel, cooler Sprüche sowie einer Menge Blut inklusive. Eben ein rauer Alltag, so wie er in den Vororten Frankreichs schon oft gezeichnet wurde. Stoßen dann noch die Zombies dazu, ergibt dies eine Schlachtplatte, die wahrlich eine Menge Gore sowie Splatter verspricht. Doch was Yannick Dahan und Benjamin Rocher schlussendlich liefern, ist ein blasses Abziehbild dessen, was hinter der eigentlich recht Innovativen Idee steckt. Klar, die Ausgangslage, dass sich zwei Feinde aufgrund einer äußeren Bedrohung zusammenschließen müssen, gab es schon oft, doch gerade der Aspekt der sozialkritischen Komponente, hätte Die Horde von seinen Genre-Kollegen weit abheben können. Polizeigewalt, Kritik an der Ghettobildung und eine Verrohung der Gesellschaft, hätten bestens in dieser Situation gepasst. Stattdessen verlassen sich die Newcomer allerdings lieber auf Zitate bekannter Werke (Dawn Of The Dead), mischen das Ganze mit dumpfen wie platten Klischees und garnieren es mit schlechten Schauspielern.

Natürlich muss nicht gerade eine Oscar-Leistung bei einem Low-Budget-Zombie-Schnetzel-Film abgeliefert werden, doch was die Darsteller hier auf die Mattscheibe zaubern, unterscheidet sie kaum gegenüber den Zombies. Hölzern, unsicher, teils überdreht und so mächtig am Ziel vorbei, können sie die geforderten Facetten bezüglich der kritischen Betrachtungsweise nicht liefern. Mehr als Böse gucken kommt eben hier meist nicht heraus. Größtes Problem sind zudem die blassen Charaktere, die die Schauspieler hier ausfüllen müssen. Zwar ist der harte Ton (auch in Form von Sprache) gewollt, doch wenn sich die Kontrahenten reihenweise Machosprüche an den Kopf werfen sowie sich dauerstreiten, kommt weder Stimmung auf, noch bestimmte Sympathien. So ist es dann schlussendlich auch egal, welcher Charakter wann abtritt oder als Vorspeise endet, und welcher von ihnen die Nacht eventuell überlebt. Eine Menge Koks, abgedrehte rassistische Äußerungen und eine skurrile Zombie-Misshandlung (die eine Vergewaltigung in Ansätzen wiedergibt) runden das makabere wie langweilige Gesamtbild dann schließlich ab.

Warum indes überhaupt Zombies auf den Straßen wandeln, wird zu keiner Zeit schlüssig erklärt. Es stehen einfach alle Tote auf, haben plötzlich übermenschliche Kräfte und es beginnt die Jagd. Logik war im Genre zwar noch niemals ausschlaggebend, doch gerade wie die Untoten agieren, lässt die Frage offen, ob nicht noch mehr hinter den Ereignissen steckt. Ist dann auch noch überall Blut im ganzen Haus zu finden, selbst bei eigentlich verschlossenen Räumen, ist die Verwirrung komplett. Spätestens ab den ersten dreißig Minuten, ist so die Spannung verschwunden und der geduldige Zuschauer hofft zumindest auf ein blutiges Finale. Enttäuscht wird er dabei nicht. Denn gerade hier beweisen die Regisseure Yannick Dahan und Benjamin Rocher deutlich ihr Können. Die vielen Schlachtszenen sind archaisch, spektakulär in Szene gesetzt und zeigen eine Menge Mut zu Neuem. Vor allem die intensiven Faustkämpfe zwischen Überlebenden und Zombies (die selbst einige Martial-Arts-Filme blass aussehen lassen), können sich mehr als nur sehen lassen. Und spätestens wenn sich Ouessems seinem finalen Kampf auf einem Autodach gegen hunderte Zombies stellt, dann ist dies Bildgewalt, wie sie leider nicht so häufig im Genre vorkommt. Es wird geschossen, gebissen, geprügelt,  zerfleischt, gesprengt und zerstückelt, sodass nicht nur das FSK 18 mehr als gerechtfertigt ist, sondern Splatterfans voll auf ihre Kosten kommen.

Fazit

Trotz spannender Ausgangslage, die eine Menge sozialkritischer Thematik beinhalten hätte können, bleibt "Die Horde" nur solide Zombie-Kost, die vornehmlich für Fans interessant ist. Denn das eigentlich recht atmosphärische Treiben der Protagonisten verkommt aufgrund schlechter Charakterzeichnung sowie Schauspielleistung zu einer regelrechten Farce, die weder spannend daher kommt, noch in irgendeiner Form interessant ist. Optisch gelungen, inhaltlich vollkommen am Ziel vorbei.

Autor: Thomas Repenning

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