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Steven Stelfox ist 26 und fühlt sich bereits als Halbgott. In seiner eigenen bizarren Welt liegt er damit nicht ganz falsch, denn Stelfox ist A&R-Manager bei einem großen britischen Plattenlabel in den 90ern. Er und seine Kollegen ziehen die Fäden hinter den Kulissen einer manipulativen Musikindustrie, die den Geschmack von Millionen diktiert und über Aufstieg und Absturz unzähliger hoffnungsvoller Künstler entscheidet. Hier zählt nichts als Erfolg und für den muss man mit Zähnen und Klauen kämpfen. Missgünstige Kollegen, schlecht gelaunte Chefs, bockige Klienten und unfähige Assistenten sind nur kleine Hindernisse auf dem Weg nach oben, der für einen wie Steven Stelfox Tag für Tag erneut mit Partys, Koks und Nutten gepflastert ist. Doch hinter all den Exzessen regiert die nackte Angst, irgendwann den Ansprüchen nicht mehr genügen zu können und erbarmungslos auf die Straße gesetzt zu werden. Als Stelfox‘ Kollege plötzlich dem ersehnten Posten in der Chefetage näher steht als er selbst, reicht Steven ein gut platzierter Baseballschläger auf dessen Hinterkopf, um wieder ins Rennen zu kommen. Doch selbst ein eiskalter Mord bringt nicht das gewünschte Resultat, denn nun setzt man dem erfolgsverwöhnten Manager ein abgeworbenes Wunderkind von der Konkurrenz vor die Nase – und Stelfox muss sich erneut einen diabolisch mitleidlosen Plan einfallen lassen, um den lästigen Nebenbuhler ein für alle mal loszuwerden. Damit setzt er eine Kette Ereignisse in Gang, welche die Büros hinter der sauber glänzenden Glasfassade in einen wahren Hexenkessel aus Gier, Neid und Wahnsinn stürzen.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Die von Mark Ruffalo verkörperte Figur befindet sich in einer beruflichen und auch persönlichen Sackgasse, bis er eines Abends in einer Bar zufällig auf eine bezaubernde Sängerin trifft, die sein Leben verändert. Noch befinden wir uns in einem anderen Film, die Rede ist nämlich von dem fantastischen Feel-Good-Movie "Can a Song Save Your Life?", welcher 2014 in unseren Kinos lief und die Herzen seiner Zuschauer zu erobern wusste. Mit "Kill Your Friends" geht es thematisch nun in eine ähnliche Richtung, sogar die oben beschriebene Szene aus "Can a Song Save Your Life?" findet sich hier im Film wieder. Doch "Kill Your Friends" geht stimmungstechnisch in eine ganz andere Richtung, ist quasi der böse Bruder. Keine gute Laune, keine liebenswürdigen Figuren, keine heile Welt. Hier gibt es nur einen Haufen von arroganten, manipulativen, egoistischen Arschlöcher, welche den Ton angeben und uns durch die von ihnen mitbestimmte Musikwelt hindurch führen. Wir durften uns den bitterbösen Comedy-Thriller bei seiner Weltpremiere auf dem Fantasy Filmfest 2015 ansehen, wo er zugleich als Eröffnungsfilm des Festivals startete.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von John Niven ("Cat Run") aus dem Jahre 2008, der für den Film auch das Drehbuch schrieb, geht es in "Kill Your Friends"hinter die Kulissen eines britischen Plattenlabels. Wir sehen, wie schonungslos Macht und Geld den Ton angeben. Wer dabei auf der Strecke bleibt, spielt für alle Beteiligten keine Rolle. Jeder kämpft um sein eigenes Wohl, jeder giert nach Geld.  Konkurrenz wird dabei auf üble Weise ausgeschaltet, selbst wenn dafür ein Mord notwendig ist. Und ob aufsteigende Künstler tatsächlich Talent haben oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle, so lange sich damit, wenigstens zeitweise, Geld machen lässt. Dass das Ganze gar nicht so weit hergeholt ist dürfte wohl jedem selbst klar sein, wenn er doch nur an vielen Casting-Shows unserer Zeit aus dem TV denkt, wo aus Eintagsfliegen schnell Kapital geschlagen wird. So bösartig der Ton in "Kill Your Friends" auch ist, der Film ist stets mit jeder Menge schwarzem Humor durchzogen, der das ganze Geschehen teils auflockert und hin und wieder so absurd werden lässt, dass man die Beteiligten, so widerlich sie auch sein mögen, irgendwie doch gern haben muss. Und sich dabei auch erwischt, Hauptcharakter Steven Stelfox beim Gelingen seines diabolischen Plans die Daumen drückt.

Die Story zeigt sich dabei gut durchdacht, mit der Zeit verstrickt man sich immer tiefer in allerlei Probleme und Hindernisse, die es zu bewältigen gilt, bevor die Decke ganz einstürzt. Letzten Endes hat es Autor John Niven aber geschafft, dieses wirre Gestrüpp mehrerer Nebenstränge gut zueinander zu führen, während Owen Harris bei seinem Spielfilmdebüt als Regisseur begeistern kann. Sein Film ist nicht nur erzählerisch stark, sondern auch recht stylisch gedreht, stets mit flottem Tempo und schönen, passend gesetzten Schnitten.

Nicholas Hoult ("Mad Max: Fury Road", "Warm Bodies"), dem im "Kill Your Friends" die Hauptrolle gehört, spielt das Arschloch vom Dienst hervorragend. Sowohl arrogant und gefährlich, als auch charmant und (heuchlerisch) freundlich begleitet er gekonnt durch den Film und wirft mit gut sitzenden Sprüchen nur so um sich. Auch der Nebencast um ihn herum weiß zu überzeugen. Kleines Highlight zwischendurch dürfte sicherlich Moritz Bleibtreu sein, der den Künstler Rudi aus Deutschland verkörpert und in seiner kurzen Rolle richtig Vollgas geben darf. Artet extrem peinlich aus, jedoch im positiven Sinne, da er für einige Lacher gut ist und das Phänomen der billigen Techno-Pop-Songs der 90er wunderbar widerspiegelt.

Fazit

"Kill Your Friends" ist ein fieser Thriller mit gut pointiertem schwarzem Humor. So abstoßend die Charaktere und die hier dargestellte Musikindustrie auch sind, so sehr macht es aber auch Spaß, als Zuschauer Teil des Geschehens zu sein.


Weitere Kritiken zum Fantasy Filmfest 2015 findet ihr in unserem Special.

Autor: Sebastian Stumbek

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