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Inhalt

Die Stewardess Jackie Brown (Pam Grier) bessert ihr schmales Gehalt dadurch auf, daß sie im Auftrag des kleinen Waffenhändlers Ordell Robbie (Samuel L. Jackson) illegal Bargeld in die USA einführt – bis sie eines Tages von Special Agent Ray Nicolet (Michael Keaton) festgenommen wird. Die Behörden setzen sie unter Druck: Jackie wird nur dann straffrei ausgehen, wenn sie aktiv mithilft, Ordell auffliegen zu lassen. Mit Hilfe des Kautionsvermittlers Max Cherry (Robert Forster) heckt Jackie einen tollkühnen Plan aus, um die verschiedenen Seiten gegeneinander auszuspielen. Noch vertrackter wird die Situation durch Ordells Komplizen Louis Gara (Robert De Niro) und Melanie Ralston (Bridget Fonda), die ihre eigenen Ziele verfolgen. Indem sie vorgibt, sowohl mit den Gangstern als auch mit den Fahndern zu kooperieren, versucht Jackie Brown, alle Beteiligten übers Ohr zu hauen und nicht weniger als eine halbe Million Dollar in ihre eigene Tasche wandern zu lassen…
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Kritik

Quentin Tarantinos („Django Unchained“) dritte Regiearbeit bildet in gewisser Weise eine lose Trilogie mit seinen beiden vorausgegangenen Werken. Zwischen diesen drei Filmen lassen sich mehr Parallelen als zwischen allen anderen Tarantinos finden, was natürlich in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass alle drei dem Genre des Gangsterfilms angehören. Während Tarantino schon nach dem Überraschungserfolg von „Reservoir Dogs“ ein deutlich höheres Budget für „Pulp Fiction“ zur Verfügung hatte, sorgte der Siegeszug seines zweiten Filmes (Oscar für das beste Drehbuch, Goldene Palme in Cannes, etc.) dafür, dass er in „Jackie Brown“ bereits komplette Narrenfreiheit beim Dreh besaß. Das soll nicht bedeuten, dass Tarantino in seinen ersten beiden Filmen nicht genau sein Ding durchziehen konnte, sondern schlichtweg, dass es ihm durch das stetig gestiegene Budget wohl leichter fiel seine Visionen umzusetzen.

„Jackie Brown“ ist gleichzeitig auch der Startschuss eines weiteren typischen Merkmals Tarantinos, nämlich seinen dauerhaften Selbstbezügen. Etwas, das sich bereits in „Pulp Fiction“ angekündigt hat, während er dort jedoch seinen Höhepunkt in Sachen popkultureller Referenzen feiert, steht „Jackie Brown“ mehr im Zeichen der eigenen Bezüge. Natürlich sind auch hier wieder filmische Anspielungen in hoher Zahl vorhanden, doch gleichzeitig manifestieren sich darin auch viele Merkmale von Tarantinos eigenen Kosmos, ganz einfach deswegen, weil sie mit ihrem dritten Auftreten mehr als nur eine Wiederholung sind und deswegen als wiederkehrendes Element bezeichnet werden können. Beispiele kann man zahlreiche nennen, etwa Tarantinos berühmter Trunk Shot, das Motiv von schwarz-weißen Anzügen oder seine eigens eingeführten Fake-Marken wie etwa die Red Apple Zigaretten.

„Jackie Brown“ zeichnet erneut all das aus, was man schon in den vorangegangenen Werken Tarantinos bestaunen durfte. Zwar wurde dieses Mal weitestgehend auf eine unchronologische Erzählstruktur verzichtet, dafür führt der Film seine Zuschauer jedoch geschickt an der eigenen Nase herum und lässt sie oftmals im Unklaren was von den Figuren beabsichtigt und was purer Zufall ist, ganz einfach indem er nur einzelne Teile des Plans verrät. Überhaupt bleiben fast alle Charaktere schwer zu durchschauen, jeder scheint augenscheinlich seine eigenen Ziele zu verfolgen und von Vertrauen kann man nur in den seltensten Fällen sprechen. Natürlich stehen dafür mit Robert De Niro („Taxi Driver“), Pam Grier („Mars Attacks“) und Samuel L. Jackson („Tödliche Weihnachten“) auch die richtigen Schauspieler bereit, um diese opportunistischen Figuren angemessen zu verkörpern und durch Tarantinos gekonnte Regie optimal in Szene zu setzen.

Wenn man „Jackie Brown“ etwas vorwerfen kann, dann ist es wohl seine geringe Eigenständigkeit, wobei Eigenständigkeit eigentlich auch das falsche Wort dafür ist. Während Tarantino in seinen beiden ersten Werken das Genre um zahlreiche neuartige Einfälle ergänzt hat, wirkt sein dritter Film nur wie ein lauwarmer Aufguss seiner Vorgänger. Das Tarantino seine Geschichten nicht gerade stringent und rasant vorantreibt ist klar, doch gerade „Jackie Brown“ lässt sich besonders viel Zeit um seine Handlung zu entfalten, was natürlich je nach Vorliebe des Zuschauers negativ wie positiv attestiert werden kann. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum der Film unter Tarantino Fans immer wieder diskutiert wird, während ein Teil in „Jackie Brown“ einen der schlechtesten Filme des Regisseurs sieht, feiern andere ihn als das unterschätzteste Werk seiner Filmografie. Wo genau man ihn also einordnet, sollte jeder für sich selbst entscheiden.

Fazit

Auch „Jackie Brown“ steht ganz im Zeichen des klassischen Tarantinos. Geschliffene Dialoge, wahnwitzige Figuren, ineinander verschachtelte Handlungsstränge und stilisierte Gewalt, all diese Elemente sind ganz zur Freude der Fans wieder ausreichend vorhanden. Leider schwingt ein etwas fader Beigeschmack mit diesem Film mit, ein Gefühl alles schon einmal gesehen zu haben, nur eben ein Stück weit pfiffiger und rasanter. Davon abgesehen ist jedoch auch Tarantinos drittes Werk ein höchst gelungener Film, den nicht nur seine Fans gesehen haben sollten.

Autor: Dominic Hochholzer

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