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Richard (Zac Efron) langweilt sich im Englischunterricht, während sein Lehrer Shakespeares Dramen durchspricht. Dagegen tobt in New York 1937 das Theaterleben, vor allem seit Orson Welles (Christian McKay) in seinem Mercury-Theater eine revolutionäre Version von Shakespeares "Julius Cäsar" inszeniert. Dank eines glücklichen Zufalls erhält der 17jährige Richard eine kleine Nebenrolle in dem Stück, als er - mit dem Zug in die Stadt gefahren - vor dem Theater Orson Welles begegnet.Enthusiastisch stürzt er sich in sein Schauspielerleben, muss aber schnell erfahren, dass der sehr selbstbewusste Welles nicht nur hohe Ansprüche an seine Mitarbeiter stellt, sondern auch untereinander mit harten Bandagen gekämpft wird. Vor allem als er sich in die Regieassistentin Sonja (Claire Danes) verliebt, kommt es zu einer direkten Konfrontation, denn Welles lässt kaum einen Rock aus, auch wenn seine Ehefrau hochschwanger ist...
  • W780
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Kritik

Der Titel der harmlosen Historienkomödie ist doppelt irreführend. Zum einen sieht man nicht den entferntesten filmischen Abglanz des legendären Filmgenies (Christian McKay), sondern nur eine banale Karikatur aus den abgenutztesten biografischen Klischees. Die meisten davon sind negative, was wohl damit zu tun hat, dass „Ich“ nicht der 17-jährige Student Richard (Zac Efron) ist. „Me“, wie es im Original heißt, ist der andere Richard, Richard Linklater. Der Regisseur nutzt die Adaption des gleichnamigen Romans von Robert Kaplow in erster Linie, um sein eigenes Schaffen indirekt über das von Welles zu stellen. Statt irgendeine Einsicht in das Wesen des zum Handlungszeitpunkt am Theater tätigen Welles zu geben, zeichnet er ihn als selbstverliebten Tyrannen, von dem man nach wenigen Minuten die Nase voll hat. 

Auf diese Weise verschiebt die Inszenierung die Sympathien zugunsten Efrons nichtssagendem Studenten, dessen austauschbare Reifegeschichte schon oft erzählt worden ist – unter anderem von Linklater. Was Linklater nun in hübscher Szenerie und ausgestattet mit flotter Musik auf die Bühne bringt (auch wortwörtlich auf die des Theaters im Film) suggeriert, der echte Welles sei ein bis zum Scheitern unpraktischer Angeber gewesen und hinter seinem intellektuellen Gebaren so unauthentisch, dass ein fiktiver Charakter daneben lebensechter wirkt. Auftritt für den Amateurschauspieler Richard, der unversehens bei Welles Aufführung von „Julius Caesar“ am Mercury Theater mitwirken darf. 

Er begegnet der gleichaltrigen Schriftstellerin Gretta (Zoe Kazan) und einem jungen Joseph Cotton (James Tupper), liebäugelt mit der anziehenden Sonja (Claire Danes), die ihrerseits mit dem Überidol persönlich liebäugelt. Der wird sie natürlich letztlich fallen lassen, weil er ein eingebildeter Aufreißer ist, der einfach überdurchschnittlich gut improvisieren kann. Niemand muss den echten Welles als Filmemacher mögen und eine kritische Auseinandersetzung mit der historischen Figur wäre spannend. Doch an einem schlüssigen Persönlichkeitsbild scheint Linklater gar nicht interessiert. Ihm geht es augenscheinlich um einen publikumswirksamen Aufhänger für eine gleichgültig dahinplätschernde Liebeskomödie und darum, dem Publikum all die sauren Trauben reinzuwürgen, an denen er sich angesichts von Welles Ruhm wohl verschluckt hat.

Welles ist ganz Despot und wenn er mal Genie sein darf, dann ein diabolisches, das sein Ensemble und seine vermeintlichen Freunde manipuliert, um seine künstlerische Vision zu verwirklichen. Als „ehrgeizig, selbstsüchtig, brillant“ beschreibt ihn eine Nebenfigur, nur für den Fall, dass das Filmpublikum es in fast zwei Stunden einfach nicht begreift. Ein differenzierteres Bild ist von keinem der Protagonisten zu erwarten. Sie alle wirken wie alte Bekannte aus banalen Filmen, die man am liebsten vergessen würde. Das adrette Zeitkolorit, mit dem die Ausstattung glänzt, kann den Mangel an Inhalt und Witz nicht ausgleichen. Selbst die unglücklichsten Werke des realen Welles sind unterhaltsamer und liefern einen dynamischeren Eindruck vom Wesen des Titelcharakters.

Fazit

Die belanglose Komödie hat nichts über Orson Welles und allgemein sehr wenig zu erzählen. Die guten Darstellerinnen Zoe Kazan und Claire Danes hätten eine bessere Produktion verdient; der prominente Namenspatron Welles sowieso.

Autor: Lida Bach

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