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Japanischer Zeichentrick von Isao Takahata aus dem Jahr 1988. Im Japan des Jahres 1945 verlieren die Kinder Seita und Setsuko ihre Mutter. Während ihr Vater bei der Marine ist, sind die Kinder während des unerbitterlichen Krieges auf sich allein gestellt und müssen versuchen, auf eigene Faust zu überleben.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

„Am 21. September 1945 bin ich gestorben.“ Mit diesen Worten endet die Geschichte des 14-jährigen Seita (Tsutomu Tatsumi) in einer schmutzigen Bahnhofsecke in Kobe und mit diesen Worten beginnt sie. In einer Rückblende zeigt der japanische Filmemacher Isao Takahata die letzten Monate im Leben des jungen Helden und seiner Schwester Setsuko (Ayano Shiraishi). Das kleine Mädchen ist erst vier Jahre alt, als die beiden auf sich allein gestellt sind. Als Seita abgemagert zwischen anderen verwaisten Jugendlichen stirbt, führt der Tod die Geschwister wieder zusammen. Das Licht ist erloschen. Nur ein Schwarm Glühwürmchen flirrt über einer Wiese inmitten von Elend und Zerstörung der zerbombten Stadt. Die Schönheit scheint sich des Leids um sie herum nicht bewusst. Sie erstrahlt in Takahakas Meisterwerk wie aller Hässlichkeit zum Trotz. 

Solche flüchtigen Momente und die unterliegende Stimmung von Zuversicht und Zärtlichkeit machen die bedrückende Zeichentrickadaption von Akiyuki Nosakas „Hotaru no haka“ trotz allem zu einem Film voller Menschlichkeit und Lebensbejahung. Seitas vergebliche Suche nach einem Zufluchtsort für Setsuko und sich beginnt an dem Tag, als sie während eines Fliegeralarms ihre Puppe fallen lässt. Dadurch sind sie zu spät für den Bunker, wo ihre Mutter auf sie wartet. Doch der Bunker wurde getroffen. Als Seita die Mutter wiedersieht, ist sie grauenvoll verbrannt und wenig später tot. Setsuko darf von all dem nichts wissen. Trotzdem weiß sie genug und weint. Seita lenkt sie mit Kunststücken ab, die er wie mechanisch ausführt. Es sind Szenen wie diese, in denen das Kino seine volle emotionale Kraft ausbreitet und enthüllt, was Film abseits von Kitsch und Kommerz sein kann. Der Weg der unverzagten Hauptcharaktere führt erst zu einer entfernten Tante (Akemi Yamaguchi), die erst ihre letzten Besitztümer verkauft und sie dann aus dem Haus haben will. Nur eine Box Fruchtbonbons konnte Seita heimlich für Setsuko aufbewahren. Die Bonbons sind eine kleine Freude für Setsuko auf der Reise vorbei an zerbombten Häusern, Brandleichen und verzweifelten Menschen, die in einem alten Bunker endet. 

Doch ohne Nahrung können sie hier nicht lange durchhalten. Seita kämpft verbissen, doch sein Schwesterchen wird schwächer. Das Verlöschen der scheinbar so verspielt und heiter fliegenden Glühwürmchen verkündet symbolisch das unabwendbare Ende der unschuldigen Charaktere. “Das Grab der Leuchtkäfer“ heißt Nosakas 1967 erschienener Antikriegsroman, in dem er eigene Erlebnisse während der letzten Monate des Zweiten Weltkriegs verarbeitete. Als Seita der Schwester ein Glühwürmchen in die Hand setzt, zerdrückt Setsukos es versehentlich. Sie ist das Licht in seinem Leben, doch sie ist zu zerbrechlich für ihr unbarmherziges Umfeld. Gnadenlos wird sie zerquetscht. Setsuko wird nicht das Opfer abstrakter Ungeheuer wie Krieg und Hunger, sondern grausamer Menschen. Das Gegenbild zu der Mitleidlosigkeit sind Seita und mehr noch Setsuko. Sie trauert sogar um ein Insekt, um sie hingegen trauert außer ihrem Bruder niemand. Die Bonbondose landet schließlich im Staub. Der Tod ihrer Besitzerin ist dem Hungertod von Akiyuki Nosakas Schwester während des Krieges nachempfunden.

Fazit

Takahakas Anime ist ein Filmkunstwerk voller Traurigkeit und Poesie. In einem der wenigen Momente, in denen der Regisseur von der realistischen Erzählform abweicht, strecken die Geschwister die Hände nach den schwirrenden Leuchtkäfern aus. Mit ihrem Licht verschwinde auch der letzte Hoffnungsschimmer des zu Herzen gehenden Dramas.

Autor: Lida Bach

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