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Im Amerika der 30er Jahre liefern sich ein Tramp und ein Zugführer den Zweikampf ihres Lebens. Amerika in den Jahren der Depression. Züge sind für Arbeitslose und Landstreicher ein beliebtes, weil kostenloses Transportmittel vorausgesetzt, man läßt sich nicht erwischen. Nur die berüchtigte Linie 19 wird gemieden, dort prügelt der sadistische Lokführer Shack aufgesprungene “Hobos” mit Eisenstangen und Ketten vom Zug. Doch der ungekrönte König der Tramps, “As-Nr. 1”, läßt sich diesen Terror nicht gefallen und fordert den brutalen Shack heraus.

Kritik

Ein Zug für zwei Halunken (OT: Emperor of the North Pole) ist gleich in mehrfacher Weise ein interessantes Werk seiner Zeit und wohl einer der Meilensteine des Action-Kinos der 70 er Jahre. Dabei standen die Vorzeichen für den Film mit Lee Marvin, Ernest Borgnine und Keith Carradine unter gar keinem guten Stern. Denn ursprünglich sollte Sam Peckinpah die Regie übernehmen und somit die Kurzgeschichte von Jack London auf die Leinwand adaptieren. Doch Peckinpah überwarf sich mit den Produzenten und so wurde kurzerhand Robert Aldrich verpflichte. Keine schlechte Wahl, da Aldrich bereits mit Filmen wie Das dreckige Dutzend, Himmelfahrtskommando Okinawa oder Der Flug des Phoenix regelrechte Kultwerke abgeliefert hatte. Und selbst Peckinpah war mit der Entscheidung glücklich und bescheinigte Aldrich in einem Brief die richtige Wahl gewesen zu sein. Der Rest ist indes Geschichte: Denn mit seiner nihilistischen wie regelrecht apokalyptischen Stimmung, passt der Film gekonnt in seine Zeit und offenbart ein spannendes Abenteuer voller Moral, Wut und Rebellion, welches durchaus seines gleichen sucht.

Der Film selbst lässt sich indes wohl am besten mit dem Wort Harsch beschreiben: Denn Ein Zug für zwei Halunken ist an vielen Stellen brachial, unmoralisch und im tiefsten Kern pessimistisch. Im Setting der Wirtschaftskrise gibt es hier einzig Männer (ja, es gibt nur eine einzige Frau im Film, die zudem auch noch ihre Sünden büßen muss – keine Sternstunde, durchaus) die ums Überleben kämpfen oder sich dem System so angepasst haben, dass sie für dieses sogar Morde begehen. Somit ist der Kampf zwischen A No. 1 (fantastisch und eindringlich von Lee Marvin gespielt) sowie dem herrischen, boshaften und regelrecht niederträchtigen Shack (gewohnt hervorragend von Ernest Borgnine gespielt) ein Kampf der Klassen. Auf der einen Seite die verstoßenen und armen, die ums nackte Überleben kämpfen und sich ihre Freiheit über die Züge erkämpfen, auf der anderen Seite das Herrschaftssystem mit all seinen kalten Regeln, Gewalt und Korruption (letzteres Sinnbildlich durch die fragwürdige Wette). Natürlich bietet hier der Film eine sehr überspitzte Sichtweise. Doch gerade diese ist es, die ein sehr spannendes Bild einer Rebellion zeichnet, die sich fernab der Zivilisation abspielt. Kein Wunder also, dass der Film in seiner Atmosphäre sich wie eine apokalyptische Gesellschaft jenseits aller Menschlichkeit anfühlt.

Dies wird zudem gekonnt von der Inszenierung von Regisseur Robert Aldrich untermalt. Wo gerade zu Beginn kaum Wort gesprochen wird und ein Beinahezusammenstoß zwischen zwei Zügen vor Spannung kaum auszuhalten ist, wird danach die Natur zum ständigen Begleiter. Hier mit malerischen Kulissen, die nur bei den Zwischenstopps von Müll und menschlichen Hinterlassenschaften durchbrochen wird. So ist hier also ganz klar der Mensch das Übel. In der Natur, zwischen sich selbst und in der Frage von Gerechtigkeit. Ein wirklich starkes Stück Kino.

Fazit

Ein Zug für zwei Halunken mag mit seiner martialischen, harschen und klar Männer dominierten Erzählweise etwas antik wirken, ist aber im Kern ein fantastisches Gleichnis über Gerechtigkeit, Moral und Rebellion. Zudem ist der Film dank seiner tollen Inszenierung, der Glanzleistung seiner Darsteller und der atemberaubenden Action ein Lehrstück der 70er Jahre. Für Action und Abenteuerfans wärmstens zu empfehlen.

Autor: Thomas Repenning

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