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Um den Mann fürs Leben und gleichzeitig einen Vater für ihr ungeborenes Kind zu finden, macht sich die naive, weltfremde Brenda auf von Liverpool in die pulsierende Metropole London. Dort trifft sie zufällig auf Peter, einen charmanten, aber irgendwie mysteriösen jungen Mann, der sie schnell bei sich aufnimmt. Allerdings mit ganz anderen Hintergedanken, als man eventuell vermuten könnte…

Kritik

Wenn man sich fragt, warum bei den einst so erfolgreichen HAMMER-Studios Mitte der 70er für lange Zeit die Lichter ausgingen, der muss sich nur mal Straight on Till Morning anschauen. Dieser Film spiegelt genau das große Problem wieder: Mit den altbekannten, zu Tode gemolkenen Dracula-, Frankenstein- und Co-Filmen ließ sich das Publikum nicht mehr locken und bei dem Versuch sich den neuen Sehgewohnheiten anzupassen griff man zu oft ins Klo.

Dem jungen, 1980 mit gerade mal 44 Jahren verstorbenen Regisseur Peter Collinson (Open Season) lässt sich dabei wohl noch am wenigsten ein Vorwurf machen, der versucht zumindest das Ganze irgendwie individuell, modern und mutig anders zu gestalten. Sein anfangs mit schnellen Schnitten, Szenenwechseln und zahlreichen Rückblenden versehenen Erzählstil will allerdings auch nicht recht funktionieren, trägt den Film eher umständlich denn interessant vor, was er eventuell selbst gemerkt hat und es später sichtlich zurückschraubt. Wenn man es nicht besser wüsste, man würde Straight on Till Morning wohl niemals den HAMMER-Studios zuordnen, dafür ist er so sehr von deren klassischen Muster entfernt wie wohl keine anderes Hausmarken-Release. Mit Horror im klassischen Sinne hat das wenig zu tun, ist dafür als bald experimentelles Psychothriller-Kammerspiel angelegt, was leider zur absurden Märchenstunde zweier geistig schwer gestörter Kasperköppe wird, die sich gesucht, gefunden und irgendwie auch nicht besser verdient haben.

Sie, ein introvertiertes Mauerblümchen aus ärmlichen Liverpool-Arbeiterklasse-Verhältnissen, die im freizügigen London ihren persönlichen Prinzen und angehenden Kindsvater sucht (alles schon geplant, na logo). Er, ein engelsgesichtiger Voll-Psychopath mit wallender, goldgelockter Mähne, der Frauen reihenweise verführt, sie sich hörig macht und irgendwann abmurkst, aber leider ohne sie nicht putzen, nähen und aufräumen kann, schon scheiße dieses Single-Leben. Wie es das Schicksal so will, Krachlatte #1 und Krachlatte #2 rumpeln ineinander, spinnen sich 1 ½ Stunden gegenseitig die Rübe noch ein Stück weicher und ja, man kann sogar erkennen wie der Film wohl angelegt sein soll, das Ergebnis ist aber höchst lächerlicher Mumpitz, über den sich im besten Falle kopfschüttelnd lächeln lässt, wenn man nicht entnervt das Handtuch wirft oder wegnickt.

Fazit

Mit seinen wohl guten aber ein Stückweit bereits verzweifelten Vorsätzen geht „Straight on Till Morning“ mit fliegende Fahnen unter. Grundsätzlich zwar interessant aufgrund der ungewohnten Konzipierung und Inszenierung, letztlich aber ein klägliches Armutszeugnis, das sich statt subtilem Thrill oft nur unfreiwillig der absurden Lächerlichkeit verschreibt. Das Morgengrauen, eine Erlösung…

Autor: Jacko Kunze

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