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Jon Martello ist süchtig - süchtig nach Internet-Pornos! Der ziemlich böse Junge mit dem Gehabe eines Westentaschen-Playboys hat keinerlei Probleme, wunderschöne Mädchen im Schnelldurchgang zu verführen, was ihm bei seinen Freunden bereits den Spitznamen "Don Juan" eingebracht hat. Als er auf Barbra trifft, stößt er allerdings zum ersten Mal an seine Grenzen. Die idealistische junge Frau ist auf der Suche nach ihrem Mister Right und Jons entbrannte Leidenschaft für sie zwingt ihn, die offensichtlichen Differenzen so gut wie möglich auszublenden. Dann begegnet er Esther, einer Frau, die Jon endlich vollends versteht - mehr als er sich selbst.
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Kritik

Joseph Gordon-Levitt ist bei weitem nicht der erste Schauspieler, der sich zusätzlich zu seinem ersten Standbein als Darsteller an das Regieführen heranwagt. Schon George Clooney („The Ides of March“) und Clint Eastwood („Die Brücken am Fluss“, „Gran Torino“) haben bewiesen, dass Schauspieler diese „Umschulung“ meistern können. Getuschelt wurde trotzdem viel über das Regiedebut Gordon-Levitts, da er selbst die Hauptrolle eines Pornosüchtigen übernehmen wollte und in den weiblichen Nebenrollen Sexsymbol Scarlett Johansson und Julianne Moore besetzte. In Anbetracht der von ihm selbst erdachten Geschichte ergibt die Besetzung der beiden jedoch durchaus Sinn und der vom Boulevard erhobene Vorwurf, er wolle nur der blonden Schönheit näher kommen, ist natürlich nicht haltbar.

Romantische Komödien gibt es wie Sand am Meer. Gordon-Levitt versuchte nun mit seinem Erstling neue Wege zu gehen und kürzte die boy-meets-girl-Erzählung ab, nahm sich aber noch die Zeit mit Hilfe eines lustigen Gastauftritts von Channing Tatum und Anne Hathaway das Genre der Lächerlichkeit preiszugeben. Nach dem launigen Beginn, in dem der katholische Fitnessfreak und die stolze Trashprinzessin zusammenfinden wird das Thema Pornosucht ins Spiel gebracht. Um das Verlangen des von Gordon-Levitt dargestellten Jon zu zeigen werden hierfür immer wieder schlagartig einzelne Pornoclips eingeblendet und das ganze Ausmaß des Problems wird in amüsanten Beichtstuhlsequenzen verdeutlicht. Hier gelingt besonders in der ersten Hälfte die schwierige Balance zwischen Unterhaltung und einer Annäherung an das Thema ‚Abhängigkeit‘. Auf die gesamte Spielzeit gesehen legt sich Gordon-Levitt aber nicht fest, ob es sich hier nun um eine ernstzunehmende Verhaltensstörung oder ein harmloses gesellschaftliches Massenphänomen handelt. Das gipfelt darin, dass der eigentliche Aufhänger des Films mehr und mehr in den Hintergrund gerät und schließlich auf viel zu banale Weise aufgelöst wird.

Die Schauspieler wissen jedenfalls ausnahmslos zu gefallen: Neben dem charismatischen Hauptdarsteller und der wie immer verführerischen und diesmal auch recht biestigen Scarlett Johansson verleiht vor allem Julianne Moore ihrer Figur (Nebenbuhlerin Esther) Tiefe. Ihre Figur rückt mit fortschreitender Spielzeit immer mehr ins Zentrum der Handlung und gefällt durch den ansprechenden Mix aus Unbeschwertheit und Melancholie. Neben dem erwähnten Kurzauftritt von Tatum und Hathaway weiß vor allem Sitcom-Veteran Tony Danza („Wer ist hier der Boss?“) zu gefallen. Mit seinem Guido-Charme sorgt er für einige Lacher und bildet mit der hysterischen Glenne  Headly, der dauertextenden Brie Larson und dem Macho Jon eine Familie, die vor zehn Jahren wohl ihre eigene Sitcom bekommen hätte.

Gordon-Levitts Debut ist jedoch nicht frei leichten Anfängerfehlern. Zu oft werden Erkenntnisse nochmals artikuliert und auch der Beicht-Gag wird schlussendlich durch das Verdeutlichen der Pointe durch den verwunderten Jon ruiniert. Das größte Problem ist jedoch der unentschlossene Umgang mit dem Thema Sucht. Vor allem in Kontrast zum viel düsteren „Shame“ wirkt die Herangehensweise von Gordon-Levitt inkonsequent und schlichtweg zu simpel. Da der ansonsten kurzweilige Streifen nur 90 Minuten andauert wäre sogar noch Zeit gewesen, die Probleme der Hauptfigur vielschichtiger darzustellen bzw. zu lösen. Abgesehen davon ist das Ende des Films sehr abrupt und wohl zu sehr darauf bedacht, bloß nicht den Konventionen des RomCom-Genres zu gehorchen. Hier wäre mit etwas mehr Fingerspitzengefühl ein runderes Ergebnis möglich gewesen, ohne sich dabei zu sehr anzubiedern.

Fazit

„Don Jon“ ist ein gelungenes Regiedebut mit interessanten Figuren und starken Einzelszenen. Insgesamt mangelt es der Geschichte allerdings an Substanz und der Spagat zwischen den komödiantischen Elementen und dem ernsten Thema ‚Sucht‘ gelingt nicht. Mit Clooney und Eastwood kann sich Gordon-Levitt also noch nicht messen, das Potenzial dazu blitzt in seinem Erstling aber bereits auf.

Autor: Fabian Speitkamp

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