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Zwei junge Reporter verfolgen eine Spur und lösen damit eine Kette von Ereignissen und Enthüllungen aus, die schließlich dem Präsidenten der USA das Amt kosten. In der Nacht vom 17. Juni 1972 schleichen sich fünf Männer in das Hauptquartier der Demokratischen Partei in Washington und beginnen, Wanzen anzubringen und Dokumente zu fotografieren. Das Licht geht an, Revolver werden gezogen und eines der dramatischsten und folgeschwersten Kapitel in der Geschichte der USA beginnt...Robert Redford und Dustin Hoffman spielen die Reporter der "Washington Post", die sich an diese Story heranwagen und weit - für viele zu weit - gehen. In einem zweijährigen Kampf setzen sie alles aufs Spiel: ihren Ruf, den Job und sogar das Leben.
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Kritik

Mit Die Unbestechlichen liefert Alan J. Pakula (Die Akte) nur zwei Jahre nach der Veröffentlichung des (im Original) gleichnamigen Buches der beiden Journalisten Carl Bernstein und Bob Woodward über die Watergate-Affäre die entsprechende Leinwandadaption ab. Eine äußerst erfolgreiche obendrein. Mit 4 Auszeichnungen (gemeinsam mit Network) der größte Abräumer der Oscarverleihung 1977 (bester Film wurde aber Rocky, was diesen Oscar nur noch fragwürdiger macht als er ohnehin schon ist) und quasi auf Anhieb ein amerikanischer Filmklassiker, der wie kaum einer stellvertretend für das politisch engagierte, kritisch-reflektierte Kino der 70er Jahre steht. Dustin Hoffman (Papillon) und der ebenfalls mitproduzierende Robert Redford (Der Clou) verkörpern die beiden Reporter der Washington Post, die als einzige hinter dem Einbruch und Abhörversuch in der Wahlkampfzentrale der Demokraten eine groß angelegte, politische Verschwörung wittern und gegen alle Widerstände die verzweigten und mehrfach vertuschten Spuren zurückverfolgen. Mit weitläufigen Konsequenzen. Zwei Jahre nach Aufnahme ihrer Ermittlungen sah sich US-Präsident Richard Nixon zum Rücktritt gezwungen.

„Follow the Money!“

Von den ersten Minuten an präsentiert sich Die Unbestechlichen als hochspannender Polit- und Verschwörungsthriller, ohne auf überdramatisierte Effekthascherei zurückgreifen zu müssen. Alles hier Gezeigte beruht auf Tatsachen, künstlerische Freiheiten in Form dazu gedichteter Details um den Plot eventuell etwas publikumswirksamer aufzumöbeln werden sich nicht heraus genommen. Gott sei Dank, so bewahrt er sich nicht nur komplett seine Seriosität und Integrität, sondern vertraut schlicht und ergreifend auf die hohe Qualität dieser damals noch brandaktuellen Geschichte. Ein Geschichte, die die innen- und außenpolitisch stark gebeutelten USA ohne etwas patriotisch glattgebügelt zu beschönigen bis auf die Knochen herunterschält. Tiefe Einblicke in die geschundene, unruhige Seele eines Landes gewährt und dabei grundehrlich bleibt. Tacheles redet, nachdem so lange das Prinzip von Betrug, Einschüchterung und Machtmissbrauch das Geschehen dominierte und die Geschicke einer Nation lenkte. Der Film wirkt trotz seiner Brisanz und seines zeitgeschichtlich wertvollen Inhalts total unprätentiös, obwohl er tatsächlich kaum wichtiger sein könnte. Man bedenke, dass dies alles sich erst kurz vorher zugetragen hatte und das Licht, was dadurch auf bestimmte Staatsorgane geworfen wird alles andere als vertrauenserregend ist. Sehr kritisch ohne verleumdend oder polemisch zu sein, dafür ist alles faktisch glasklar belegt und spiegelt nur wieder.

Die Unbestechlichen ist u.a. deshalb ein so bemerkenswertes Film, da er ja eigentlich gar keine Chance hat über den Überraschungseffekt Spannung zu erzeugen. Damals wie heute gibt es wohl kaum jemanden, dem nicht wenigstens die groben Fakten des Watergate-Skandals bekannt sind. Man weiß genau, wie es ausgehen wird. Das Resultat steht nicht im Fokus, es ist der Weg dorthin. Investigativer Suspense, fachlich exzellent adaptiert und mit einem nervösen, paranoiden Grundton versehen, der das hochwertig-anspruchsvolle Kino dieser Zeit oftmals durchzog und entscheidend mitprägte. Auch von Alan J. Pakula damals mehrfach praktiziert (Klute, Zeuge einer Verschwörung), der immer darin am besten war. Dieser Film bündelt das hohe, vorhandene Talent seine kreativ Beteiligten und kulminiert in einem zeitlos-historischen Dokument, dessen Stellenwert mit den Jahren nur noch gestiegen ist.

Fazit

Sollte wirklich jeder wenigstens einmal in seinem Leben gesehen haben. „Die Unbestechlichen“ ist ein Musterbeispiel für wichtiges, aufregendes und seriöses Erzählkino auf absolutem Topniveau, das unter Beweis stellt, dass gute Geschichte nicht künstlich aufgeplustert und manipulativ inszeniert werden müssen. Ein Stück Film- und noch mehr US-Geschichte. Hochwertig, realistisch und erhellend.

Autor: Jacko Kunze

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