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Der Bodyguard und ehemalige BND-Agent Harry Kowa steht unter Mordverdacht, nachdem er aus Notwehr einen Personenschützer des BKA erschossen hat. Kowa, der illegalen Geschäften deutscher Waffenhersteller auf der Spur war, glaubt an eine Verschwörung und bittet seine Tochter Hanna, Dr. Christian Sander, den Vorsitzenden der Waffenkontroll-Kommission, zu informieren und ihm belastendes Material gegen BND-Angehörige zu übergeben. Kurz darauf fällt Hanna einem Anschlag zum Opfer. Kowa plant seine Flucht, um sie zu rächen.

Kritik

„Da geht man einmal in so 'ne Wichsbude und wen trifft man? Familie.“

Etwas mehr als drei Monate ist es nun her, als die deutsche Filmlandschaft wie aus dem Nichts dazu gezwungen wurde, Abschied von einer ihrer letzten wirklich schillernden Lichtgestalten zu nehmen: Götz George. Der gebürtige Hamburger wurde im Alter von 77 Jahren in der Nähe des Grabes seines Vaters, Heinrich George, ein ebenfalls renommierter Schauspieler, beigesetzt, was die Menschen um ihn herum, ob Familie, Bekannte oder die treue Anhängerschaft vor den Bildschirmen, zum Anlass genommen haben, noch einmal Revue passiere zu lassen, in welcher Form uns Götz George doch in Erinnerung bleiben wird und woher die rege Reputation, die seine Person seit jeher umschloss, doch eigentlich rührt. Die Antwort, bleiben wir dem rein medialen Sektor treu, ist indes überaus klar: Denn, einmal Schimanski, immer Schimanski.

Sicherlich verkürzt es den Output von Götz George um ein gewaltiges Stück, reduziert man diesen nur auf seine ikonischen Auftritte als Tatort-Ermittler Horst Schimanski, doch gerade diese Rolle, die George über dreißig Mal verkörperte, war es doch letztlich, die die Wahrnehmung von ihm in der breiten Öffentlichkeit nachhaltig geprägt hat. Kaum verwunderlich ist es, dass die Sat.1-Fernsehproduktion Das Tor des Feuers nach Leibeskräften darum bemüht scheint, Götz George als Personenschützer und ehemaligen BND-Agenten Harry Kowa geradewegs in genau den Figurentypus zu zwängen, der sich deckungsgleich mit den Auftritten eines Horst Schimanskis artikuliert. Schon in der ersten Szene sehen bemüht Regisseur Kaspar Heidelbach (der zuvor für die Lindenstraße und den Tatort gedreht hat) die Ikonographie eines gottverlassenen Einzelgängers, die dank George unverkennbarem Charisma niemals zur deklamatorischen Attitüde gerät.

Kowa schlurft da mit Glimmstängel im Mundwinkel durch den nächtlichen Großstadtregen, den Kragen des Trenchcoats tief in das Gesicht geschlagen, immer auf der Suche nach dem, was ihn von seinem inneren Schmerz ablenkt. Sicherlich klingt das klischeehaft, den harter Mann zu zeigen, der in Wahrheit eben doch nur darunter leidet, wie schwer ihn das Schicksal in seinem Leben doch gebeutelt hat, für Innovationen aber ist in Das Tor des Feuers ohnehin kein Platz. Der recht beliebig inszenierte, dafür aber in den Nebenrollen mit Corinna Harfouch (Der Untergang) und Thomas Thieme (Das Leben der Anderen) markant besetzte Verschwörungsthriller um den Bau einer Giftgasanlage im Nahen Osten wartet mit tristen Herbstbildern auf, die sich zwar gekonnt an das Gemüt des Hauptakteurs anschmiegen, aber niemals verheimlichen, dass Das Tor des Feuers vor allem eine Sache ist: Abgestanden, wenn auch nicht gänzlich uncharmant.

Fazit

Der ausschlaggebende Grund, warum man sich "Das Tor des Feuers" anschauen könnte, ist natürlich die Performance von Götz George, der sich noch einmal lustvoll zurück in geliebte Horst-Schimanski-Muster fallen lässt und keift, schnaubt, prügelt. Darüber hinaus ist Kaspar Heidelbachs Verschwörungsthriller solide, wenn auch inhaltlich durch und durch abgestandene Fernsehfilmkost. Muss man nicht gesehen haben, als Fan von George darf man einen Blick riskieren.

Autor: Pascal Reis

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