{{ tweet.login }}

{{{ tweet.body | format }}}

Wird geladen...

×
×

Erwähnungen

×

Benachrichtigungen

Verfügbar auf

Maxdome Amazon prime

Inhalt

Maiden Woods ist ein kleines verschlafenes Städtchen. Als einer der Farmer eines seiner Pferde vermisst, werden Sheriff Paul Shields (Kevin Durand) und sein neuer Stellvertreter Donny Saunders (Lukas Haas) zu Hilfe gerufen. Doch beide beschäftigen persönliche Probleme. Am nächsten Morgen ist der Ort mit Hufspuren übersäht, die der Größe nach zu einem Pferd passen – doch der Abstand stimmt nicht. Sind die Geschichten darüber, dass etwas in den Wäldern von Maiden Woods lebt, doch wahr? Es scheint sich etwas Gewalttätiges seinen Weg in die Stadt zu bahnen und Sheriff Shields muss sich nicht nur seinen eigenen Dämonen stellen...

  • 4wapau99n5maeuefkmcsxnkzfzb
  • 4qguem5ixghkx2obcv6egzwpwa0
  • Q54adlsr45fco2gc6k6lvvpj7qd
  • Eyj4qpruakjjcxsjgye1oph5q3c
  • Jfunaakiu7gdzrm0htjpfryqtj
  • 42ebbyphyeoqxqit9cuikuwr1qn
Quelle: themoviedb.com

Kritik

Ruft man sich die gelungensten "Creature"-Horrorfilme ins Gedächtnis, fällt zwischen allen Werken vor allem eine Parallele auf: Meistens geht es gar nicht so sehr darum, wie die Kreatur an sich gestaltet ist, sondern wie sie inszeniert wird und in welchen Kontext man die Bedrohung durch eine gefährliche, meist weitestgehend unsichtbare Bestie einsetzt. Das titelgebende Raubtier in Steven Spielbergs (Hook) Klassiker Der weiße Hai beispielsweise hat eine denkbar geringe Screentime, lauert als ungewisse Gefahr trotzdem über vielen der Szenen und schafft es, dass man sich als Zuschauer die meiste Zeit unwohl fühlt. Auch John Carpenters (Halloween - Die Nacht des Grauens) Das Ding aus einer anderen Welt ist neben den bahnbrechenden Special-Effects vor allem deswegen so berüchtigt, da man hier im Grunde genommen ein fesselndes Kammerspiel zu sehen bekommt, in dem es um die paranoide Dynamik innerhalb einer Gruppe geht, die von Misstrauen und Angst zerfressen wird.

Jack Heller (Enter Nowhere) hat dieses Prinzip ebenfalls verstanden, denn der subtile, charakterorientierte Ansatz, den der Regisseur für seinen eigentlich als simples B-Movie einzuordnenden Dark Was the Night wählt, hebt den Film vom belanglosen 08/15-Kram dieses Genres ab. Die Handlung ereignet sich in einem kleinen Kaff irgendwo in den USA, in dem zwei Sheriffs mit mysteriösen Vorkommnissen konfrontiert werden, die sich rational nur schwer erklären lassen. Irgendetwas haust scheinbar tief in den Wäldern und lässt sich ab und zu blicken, um neue Beute zu erlegen. Der Regisseur inszeniert das lauernde Unheil die meiste Zeit über durch beunruhigende Zwischenfälle wie vermisste Jäger, deren Leichen kurze Zeit später aufgefunden werden, ein totes Reh vor dem Wagen des Sheriffs oder Vögel, die zu einer ungewöhnlichen Jahreszeit in Schwärmen die Flucht ergreifen. Hinzu kommt die Vermutung des örtlichen Barkeepers, der an ein mystisches Wesen aus einer indianischen Sage glaubt.

Im Zentrum des Films stehen aber nicht diese einzelnen Elemente, die sauber zusammengefügt ein Bild des schleichenden Terrors ergeben, sondern einer der Sheriffs. Paul Shields leidet unter einer Familientragödie, bei der er einen seiner beiden Söhne verlor, welcher starb, als Paul eigentlich gerade auf ihn aufpassen sollte. Dark Was the Night ergründet das Innere des Sheriffs, der sich von seiner Frau entfremdet hat, dessen verbliebener Sohn ebenfalls unter der komplizierten Situation leidet und der sich vor allem unglaubliche Vorwürfe macht. Ob sein Unglück nur reiner Zufall war oder ob er am Tod seines Sohnes tatsächlich eine gewisse Mitschuld trägt, ist für ihn unerklärlich. Genauso unerklärlich wie das unbekannte Etwas, das in dem Ort sein Unwesen treibt. Heller verzahnt das Seelenleid seiner Hauptfigur dicht mit dem schweren Dilemma, bei dem Paul als Sheriff die Verantwortung über die anderen Einwohner trägt. Mögliche Unglücksfälle liegen erneut genauso in seiner Hand, wie er sich das tragische Schicksal seines verstorbenen Sohnes zuschreibt. In diesem Zusammenhang erweist sich Schauspieler Kevin Durand (Noah) als gekonnte Wahl für den Posten der Hauptfigur, denn ihm gelingt es sehr gut, die desillusionierte Zerbrochenheit seiner Figur auszustrahlen und einen Menschen darzustellen, dessen Persönlichkeit man als Zuschauer nachempfinden kann.

Inszenatorisch beweist der Regisseur ein recht sicheres Händchen, wenn er die einzelnen Szenen mit tief brummenden Klängen unterlegt und teilweise in unterschiedliche Farbtöne taucht, was mitunter eine ziemlich irritierende Wirkung zur Folge hat, da sämtliche Außenaufnahmen bei Tag mit einem extremen Blaustich versehen sind. Gegen Ende führt der Regisseur seinen bis dahin eigentlich ziemlich stimmigen Genre-Film aber leider zu keinem runden Abschluss. Auch wenn der verdichtete Showdown in einer Kirche, deren Räumlichkeiten von einem intensiven Rot durchflutet werden, ansprechend gewählt ist, versickert die Handlung in einem konventionellen Finale, das einerseits durch ein ziemlich misslungenes Kreaturen-Design getrübt wird, andererseits mit einer unglaublich banalen, da so schon unzählig oft gesehenen, letzten Einstellung aufwartet, die schlichtweg überflüssig ist.

Fazit

Mit Dark Was the Night hat Regisseur Jack Heller einen weitestgehend überzeugenden Horrorfilm geschaffen, in dem sich subtiler B-Movie-Flair mit einer glaubhaft gezeichneten Hauptfigur sowie passendem Charakterdrama vereint. Die Symbiose aus Drama und Grusel verläuft dabei eng verzahnt, schlittert auf der Zielgeraden aber leider etwas aus dem Ruder, wenn ein konventionelles Finale aufgrund begrenzter finanzieller Mittel zur schlecht animierten Klischee-Anhäufung verkommt. Über weite Strecken ist der Film aber trotzdem recht gelungen, weil charakterorientiert und subtil unbehaglich.

Autor: Patrick Reinbott

Wird geladen...

×