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Kritik

Die Idee, der Ursachen hinter der Kreativität auf den Grund zu gehen, ist zunächst schon einmal eine sehr interessante. Was bewegt einen Menschen dazu, die eigenen Gedanken in künstlerischer Form verpackt der Öffentlichkeit zur Schau zu stellen? Es gibt selbstverständlich viele Ansätze, dieser Frage auf den Grund zu gehen, die mal wissenschaftlicher und mal esoterischer ausfallen. Die große Stärke von Why Are We Creative ist es, diese Vielfalt an Ansätzen in seiner ganzen Bandbreite aufzuzeigen. Berühmte Persönlichkeiten aus der Musik, dem Film selbst und der Wissenschaft werde diesbezüglich befragt. Einige Ausführungen fallen dabei interessanter aus als andere, die eher banal wirken. Doch macht es wirklich Sinn, sich den Ursachen der Kreativität auf diesem Wege anzunähen?

Intuitiv möchte man in ein vehementes Nicken verfallen. Wer könnte schließlich besser die Ursachen einer Tätigkeit erklären, als diejenigen, die diese Tätigkeit ausführen? Und wer könnte Kreativität besser wissenschaftlich einordnen als ein Wissenschaftler selbst? Der Ansatz selbst erscheint eher unproblematisch und durchaus sinnvoll, die Umsetzung ist die Ursache der massiven Abstriche, die man bei der Sichtung von Why Are We Creative machen muss. Bei so vielen Befragten entsteht ein Mosaik von verschiedensten Puzzle-Teilen, die zusammengesetzt zwar ein schönes Gesamtbild ergeben, für sich einzeln genommen jedoch an der Oberfläche bleiben. Schließlich würde es sich bei vielen der Befragten lohnen, einen ganzen Film über die eingenommene Perspektive zu drehen, so zum Beispiel bei Michael Haneke (Liebe), der wunderbar hinterfragt, ob man die Ursachen der Kreativität überhaupt hinterfragen sollte und welch gefährliche Wirkung das haben kann. 

So wird man das Gefühl nicht los, dass man hier einen wahnsinnig gemütlichen Film sieht, der nett anzuschauen ist, in den sehr viel Liebe investiert worden ist (deutlich an den wirklich gelungenen Zwischenclips zu erkennen) und in dem jeder mal kurz zu Wort kommen darf, um seine Meinung vorzutragen. Es findet jedoch keine wirkliche Erörterung statt, es wird kein Ansatz bevorzugt, der eigentliche Diskurs wird umgangen, es werden lediglich Facetten des Diskurses vorgestellt. Auch wirken diese oftmals arg oppurtunistisch und fallen wenig kritisch aus. Man wollte hier also weniger die Kreativität hinterfragen und damit Grenzen zwischen Vision und reinen Beruf ausloten, sondern ein reines Denkmal für alle kreativen Geister setzen. 

Ist das nun wirklich so schlimm? Sicher nicht! Wir brauchen in unserer heutigen Zeit mehr kreative Geister denn je und darum ist es sicher interessant, diese zu ihrem Selbstverständnis zu befragen, aber dennoch brauchen wir auch einen kritischen Umgang mit diesen Geistern. Kreativität ist schließlich die hüllenartige Umsetzung von Ideologie und Inhalt, darum muss auch die Schuld und die Verantwortung der Kunst hinterfragt werden. Dennoch bleibt ein zumindest anregender Film, der eine Frage aufwirft, die sehr simpel und dennoch wenig diskutiert erscheint: Warum überhaupt?  Warum Kreativität und warum Kunst? Der eigentliche Diskurs jedoch findet leider außerhalb des Filmes statt.

Fazit

"Why Are We Creative" ist ein gemütlicher und anregender Film, der sicherlich ein schönes, wenn auch einfaches Denkmal für die Kunst setzt. Nur leider bleibt es dabei und es kommt nie zu einem kritischen Diskurs, weshalb sich der Film nicht über den Durchschnitt erheben kann. 


Autor: Maximilian Knade

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