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Von der jüngsten Neuauflage der Planet-der-Affen-Franchise, die mit "Prevolution" im Jahr 2011 begonnen und 2014 mit "Revolution" fortgesetzt wurde, wird es auch noch einen dritten Teil geben. Im Mittelpunkt steht diesmal der Konflikt zwischen Caesars Affenarmee und eine Gruppen Menschen unter der Führung eines brutalen Colonels.

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Kritik

Es ist nicht weiter verwunderlich, dass 20th Century Fox nach der missglückten Planet-der-Affen-Neuauflage von Tim Burton der Geschichte des 1968er-Originals den Rücken zukehrte und sich bei der sehr umfangreichen, erzählerisch um jene herum gesponnenen Reihe an Fortsetzungen bediente. Noch weniger verwunderlich ist, dass das 2011 mit Planet der Affen: Prevolution begonnene und 2014 mit Planet der Affen: Revolution fortgeführte Reboot den einzigen beiden Filmen der Reihe nachempfunden wurde, in denen ratternde Maschinengewehre erstmalig eine größere Rolle spielten. Verwunderlich ist diesen Umständen gegenüber nur die Tatsache, dass beide Quasi-Remakes die zentralen Motive ihrer vielen Vorgängerfilme liebevoll wahrten und eine mitreißende Geschichte erzählten, anstatt sich wie erwartet dem großen Spektakel hinzugeben.

Planet der Affen: Survival denkt diese Geschichte als erster (und vorerst letzter) Film der Reboot-Reihe nun eigenständig weiter und schließlich auch zu Ende, womit er ganz im Geiste seiner Filmreihe steht, die vor den bitteren Konsequenzen ihrer Erzählungen nie zurückgescheut ist. Die nun komplettierte Prequel-Trilogie versteht sich nicht bloß als ergänzende Dreingabe, die Brücken schlagen muss - auch wenn sich gerade Survival mit vorausgreifenden Bezügen zum Original nicht zurückhält - sondern als emotionales Charakterdrama in drei Akten, das nun so befriedigend auserzählt ist, dass am Ende sogar der Abschiedsschmerz fern bleibt. Ohne falsche Scheu können sich alle drei Filme als Gesamtwerk in den Olymp des modernden Blockbuster-Kinos einreihen, vor allem jetzt da die Trilogie sogar dem Fluch des enttäuschenden dritten Teils trotzt.

Denn anders als der schwächelnde Vorgänger, der unter der Blässe seiner menschlichen Figuren litt, versteht dieser Film endlich, dass die Affen nicht nur die interessantesten Figuren dieser Filme sind (schon immer waren), sondern auch ihr Herz. Planet der Affen: Survival ist der beste der neuen Planet-der-Affen-Filme, vielleicht der beste Planet-der-Affen-Film überhaupt, weil menschliche Protagonisten beinahe komplett aus ihm verbannt worden sind und den Affen zum großen Abschied die Bühne ganz allein gehört. Für einen Film, der sich als US-Sommerblockbuster vermarktet (und als Kriegsfilm noch dazu), ist ein solcher Schritt durchaus gewagt, geradezu unkonventionell - zahlt sich aber natürlich aus. Besonders die erste Filmhälfte ist nach ihrem (zugegeben fulminanten) Auftakt von einer großen, traurigen Stille erfüllt und besteht beinahe ausschließlich aus Szenen, in den eine Handvoll Affen-Charaktere durch karges Ödland reitet und sich über Zeichensprache verständigt.

Das funktioniert deswegen so gut, weil der Plot des Films sich nur mit seinen Charakteren voranbewegt und für diese Charaktere ein aufrichtiges Interesse an den Tag legt. Genau wie Revolution ist Survival ein ruhiger, schwermütiger Film, der seinen titelgebenden Krieg nicht zwangsläufig in Form von Action begreift. Schießereien und Explosionen sind ein nicht wegzudenkender Teil dieser Geschichte, aber sie sind nie Hauptattraktion, sondern nur punktuelle, sich aus der Handlung ergebende Ausbrüche, die Regisseur Matt Reeves hochfilmisch, aber ohne Spaß am Töten inszeniert. Sehr viel finsterer kann es in einem jugendfreien Blockbuster kaum noch zugehen - und durch das wiederholte Spiel mit Schärfe/Unschärfe kommt nicht nur das 3D wirksam zur Geltung, der Film entwickelt eine geradezu immersive Qualität, die einen in den Sitz presst und die Kehle zuschnürt.

Es erscheint beinahe schon überflüssig zu erwähnen, dass die Motion-Capture-Technik seit 2014 erneut um einiges gereift ist und Andy Serkis' hingebungsvolle Darbietung als Caesar auch beim dritten Mal noch begeistert. Im Gegenüber steht Woody Harrelson in der Schurkenrolle, die recht offensichtliche Schwachstelle des Films. Ähnlich wie Gary Oldman im Vorgänger arbeitet Harrelson mit dem, was ihm gegeben wird (was nicht sehr viel ist), aber reichlich einprägsam ist weder seine Darbietung, noch die Figur des wahnsinnigen Colonel McCullough. Seine Motivation darf er in einem Monolog ausreichend selbst erklären und gegen Ende tritt er schließlich noch mal in einer sichtlich von Apocalypse Now inspirierten Szene auf, die jedoch ziemlich gut funktioniert, weil sie - wie viele Momente des Films - im höchsten Maße visuell ist und keine einzige Dialogzeile benötigt, um ihre Emotionen zu artikulieren.

Emotionen spielen eine große Rolle beim Fertigerzählen dieser Geschichte, denn nicht nur sind einem einige der Affen-Charaktere, allen voran Caesar, im Verlauf der Trilogie sehr ans Herz gewachsen, der dritte Teil erreicht nun eine dramatische Qualität, die die der Vorgänger bei weitem übersteigt. Die strikte Verweigerung einer Gut-und-Böse-Mentalität, die zum thematischen Leitfaden der Filmreihe geronnen ist und hier ihre vollendete Auslegung widerfährt, fordert den Figuren hochdramatische Entscheidungen ab, die mehr als einmal ihre moralische Integrität in Frage stellen. So lässt der Film Caesar, in diesem Teil grimmiger und entschlossener als je zuvor, kurzzeitig in die Fußstapfen von Koba treten - und handhabt diese sehr delikate Wandlung bravurös, nämlich ungeheuer reflektiert. Der im US-Blockbusterkino mittlerweile gängige Begriff des Post-Humanismus findet schließlich auch noch seinen bitter-ironischen Ausdruck, wenn klar wird, zwischen welchen Armeen der titelgebende Krieg eigentlich ausgefochten wird.

Fazit

So düster, wuchtig und emotional wie modernes Blockbuster-Kino nur sein kann: "Planet der Affen: Survival" begeistert mit exzellentem Filmhandwerk und großen Gefühlen.

Autor: Nikolas Friedrich

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