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In einer nahen Zukunft unterstützen Maschinen den Menschen immer mehr in seinem Alltag. Nach dem Mord an seiner Frau und einem schweren Unfall, der ihn gelähmt zurückließ, bekommt  Grey Trace (Logan Marshall-Green) von einem führenden Forscher das Angebot, einen hochtechnologischen Chip in seinen Körper zu pflanzen, der es ihm wieder ermöglichen soll, sich uneingeschränkt zu bewegen. Von Rache getrieben und mit ungeahnten Folgen geht er das Angebot ein.

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Kritik

An den US-Kinokassen ging Upgrade mit einem Einspielergebnis von nur knapp 12 Millionen Dollar relativ unter, auch wenn er sein bescheidenes Budget von nur rund 5 Millionen damit locker wieder eingespielt hat. Dennoch hat der von Leigh Whannell (Insidious: Chapter 3 - Jede Geschichte hat einen Anfang) gedrehte Rated R-Sci-Fi-Actioner deutlich mehr Aufmerksamkeit und Liebe verdient, die er zwar in Form guter Kritiken von Fans und Presse erhielt, nicht aber bei seiner weltweiten Vermarktung, die nur wenige Kinostarts vorsieht. Vielleicht entwickelt er sich dafür aber im Stillen mit der Zeit zu einem Geheimtipp. 

Trotz seiner begrenzten Geldmittel macht Upgrade aus technischer Sicht einen überaus hochwertigen Eindruck. Das Zukunftsbild wird bis auf einige (stets gut animierte) Ausnahmen zwar weitestgehend minimalistisch dargestellt, es reicht aber, um den Zuschauer seine hier dargestellte Welt, die sich technologisch deutlich weiterentwickelt hat, glaubhaft zu verkaufen. Maschinen bestimmen darin den Alltag der Menschen, sie steuern automatisch Fahrzeuge und sie machen das eigene Zuhause noch smarter. Darüber hinaus steigern sie sogar die Fähigkeiten des Menschen, auch wenn sich dieser Forschungszweig in Upgrade  eher im Verborgenen hält, da er noch nicht legalisiert wurde. Das erinnert mitunter an Replikanten aus Blade Runner, bei denen es sich zwar um Androiden handelt, die ihren menschlichen Ebenbildern durch diverse Verbesserungen aber weit voraus waren.  

Die philosophische Tiefe von Ridley Scotts Meisterwerk versucht Upgrade zwar nicht zu erreichen, dennoch stellt sich unweigerlich die Frage nach dem Pro und Contra eines solchen Fortschritts, auf den wir sicherlich in irgend einer Form zusteuern. Ist es das wert, den Menschen durch technische Hilfsmittel immer weiter zu verbessern? Wer profitiert davon, wer nutzt die Möglichkeiten womöglich aus? In Upgrade bekommt ein querschnittsgelähmter Mann dadurch wieder die Möglichkeit, sich normal zu bewegen. Es macht ihn durch sein integriertes Computersystem, mit dessen KI er kommunizieren kann, aber auch seinen Mitmenschen gegenüber überlegen, was in diesem Fall dazu genutzt wird, sich an denen zu rächen, die ihn in diese Lage gebracht haben und seine Frau ermordeten. Quasi eine Mischung aus Ein Mann sieht rot, s RoboCop, Hardcore und John Wick, wobei Upgrade stets eine eigene Handschrift trägt. Dadurch, dass es dem Film gelingt, seinem eigentlich simplen Plot ein wenig Substanz zu verleihen, sein Zukunftsszenario so interessant zu verpacken und auch die ein oder andere moralische Frage in den Raum zu werfen, bleibt Upgrade auch abseits seiner Action stets fesselnd. 

Letztendlich ist Upgrade aber ein Unterhaltungsfilm und als solcher ein verdammt guter! Wenn das Computersystem, hier STEM genannt, die Kontrolle über den Körper des gelähmten Mannes übernimmt (gut gespielt von Logan Marshall-GreenThe Invitation), ergibt sich eine regelrecht absurde Gewaltorgie, die in ihrer dargestellten Härte und der choreografischen Ausführung großartig in Szene gesetzt und mit gelungenem schwarzem Humor garniert wurde. Regisseur Whannell zeigt in seinem zweiten Spielfilm ein fähiges Händchen für eine spektakuläre Inszenierung seiner Actionszenen, beispielsweise wenn sich die Kamera mit den Flick Flacks seines Hauptakteurs mehrere Male vertikal umher dreht oder bei Sprüngen durchs Treppengeländer einfach mitfliegt. Spätestens wenn dabei Kiefer aufgespalten werden oder Köpfe zerplatzen wird klar, dass Upgrade in seinen kurzen, dafür aber stets spaßigen Gewaltausbrüchen auf seine Altersfreigabe pfeift. Es ist schön, dass Regisseur Leigh Whannell, der auch das Drehbuch geschrieben hat, seine düstere Vision bis zum Ende konsequent und mutig durchzieht. Upgrade hat für den Zuschauer nämlich einige nette Überraschungen parat, auf die an dieser Stelle gar nicht näher eingegangen werden soll, die aber dafür sorgen, dass der Film letztendlich sogar noch ein wenig nachwirkt.  

Fazit

Als klein anmutender Sci-Fi-Action-Thriller trumpft "Upgrade" überraschend groß auf. Ein knallharter Rachefeldzug, der nicht nur technisch beeindruckend umgesetzt wurde, sondern ganz nebenbei auch mit seiner Story zu packen weiß.  

Autor: Sebastian Stumbek

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