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Inhalt

Zu Halloween kommt endlich Leben in das verschlafene Städtchen Warren Valley, Ohio. Allerdings gehen in diesem Jahr neben den Kostümierten, die auf der Parade feiern, auch mehrere Psychopathen umher: Der Direktor der örtlichen Schule (Dylan Baker) lehrt einem gefräßigen Jungen aus der Nachbarschaft, dass man niemals Süßigkeiten von Fremden essen sollte. Auf der Suche nach einem Date gerät die als Rotkäppchen verkleidete Laurie (Anna Paquin) an einen blutlüsternen Frauenmörder. Ein verbitterter Eremit (Brian Cox) macht qualvolle Bekanntschaft mit einem Halloween-Dämonen. Emma (Leslie Bibb) lernt, dass man Kürbiskerzen nicht vor dem Ende der Nacht ausbläst und eine Kindergruppe erfährt am eigenen Leib, dass manche Streiche einfach zu weit gehen…
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

„Es gibt einige Richtlinien die alle Gespenster und Kobolde während der gruseligsten Zeit des Jahres befolgen sollten.“ Mit diesem Satz beginnt der amerikanische Horrorspaß „Trick 'r Treat“, eine kleine Perle unter den zahlreichen Halloween-Filmen. In Amerika ist die Fanschar mittlerweile so groß, dass der Film jährlich an Halloween in ausgewählten Kinos aufgeführt wird.
Drehbuchautor und Regisseur Michael Dougherty heizte die Fanerwartungen während der Entwicklung des Films damals (2007) über seine Internetkanäle ordentlich an und hatte mit Bryan Singer einen finanzkräftigen Produzenten an Bord. Trotzdem schien man bei Warner nicht vom Endresultat überzeugt gewesen zu sein und verwehrte einen Kinostart. So blieb der Film zwei Jahre lang im Keller, bis dieser auf Druck der Fans schließlich doch auf mehreren Filmfestivals aufgeführt wurde und durchweg Begeisterung auslöste.

„Trick 'r Treat“ hat keine zusammenhängende Handlung, sondern erzählt im  Szenenwechsel vier Kurzgeschichten, die mehr oder weniger allesamt miteinander verwoben sind und jeweils eine eigene düstere Geschichte erzählen. Schauplatz ist ein kleiner amerikanischer Vorort, der in der Nacht des 31. Oktober einige Geheimnisse lüftet, die besser im Verborgenen geblieben wären.
Die episodenhafte Erzählweise ist für einen Horrorfilm eher ungewöhnlich, sorgt aber für Kurzweil und beste Unterhaltung, sofern man ein Faible für schwarzen Humor hat und seine Erwartungen an eine durchdachte Story entsprechend zurückschraubt. Verbindungsstück zwischen den Kurzgeschichten ist Sam, ein kleiner mordender Kürbiskopf im roten Strampler. Ein Dämon, der speziell an Halloween (Samhain) einen Blick auf die Einwohner der Stadt hat und sie daran erinnert, dass sie an Halloween gewisse Regeln einzuhalten haben.

Stellenweise geht es dabei ganz schön blutig zu, doch die Effekte sowie die gruseligen Kostüme sind allesamt handgemacht und driften nie in übertriebenen Slapstick ab. Auch die liebevoll ausstaffierten Sets versprühen eine wahrhaft gespenstische Atmosphäre. Leuchtende Kürbisse, flackernde Fackeln, nebelverhangene Wälder und zwischendrin viele dunkle Gestalten. Zusammen mit der genialen Ausleuchtung der Szenerie versprüht der Film einen herrlich altmodischen Charme, den man einfach mögen muss.

Das größtenteils unbekannte Darstellerensemble spielt gut und trägt zu einer gelungenen Stimmung bei. Eine der Hauptdarstellerinnen durfte sich hier schon mal etwas mit Kunstblut anfreunden, bevor sie schließlich mit der Serie „True Blood endgültig bekannt wurde. Ursprünglich wurde „Trick 'r Treat“ von Dougherty als Trilogie konzipiert, bevor diese Pläne von Warner allerdings durchkreuzt wurden. Da der positive Zuspruch jedoch immer noch anhält, wurde kürzlich von offizieller Seite eine Fortsetzung bestätigt. Es ist zu hoffen, dass Dougherty seinen Stil beibehält, sollte die Reihe tatsächlich fortgeführt werden.

Mittlerweile gibt es ja unzählige Zombie-, Geister- oder Vampirfilme, die gerade den 31. Oktober in den Mittelpunkt stellen, um den Zuschauer ordentlich zu gruseln. Michael Dougherty kann der Masse an Filmen genau genommen nichts Neues hinzufügen. Allerdings setzt er bekannte Versatzstücke so gekonnt ein, dass „Trick 'r Treat“ mit einigen Überraschungen punkten kann und bis zum Ende für Spannung sorgt. Gekonnt spielt er mit den Erwartungen der Zuschauer und nichts ist so, wie es scheint.

Fazit

Obwohl die einzelnen Episoden qualitativ nicht ebenbürtig sind, es einige Logikfehler gibt und am Ende des Films viele Fragen offen bleiben, merkt man in jeder Szene mit wie viel Liebe zum Detail die Macher am Werk waren. „Trick 'r Treat“ bietet ein extrem stimmungsvolles Setting, ist spannend, witzig und schräg zugleich. Kurzum ein sehr unterhaltsamer Horrorspaß, mit dem man sich an Halloween auf jeden Fall in die richtige Laune bringen kann.

Autor: André Schiemer

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