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Ein ehemaliger Südstaaten-Soldat, der zu der Ranch seiner Familie zurückgekehrt ist, macht sich nach einem Indianerüberfall auf die Suche nach den zwei entführten Töchtern. Bildgewaltiges Westernepos von John Ford mit John Wayne, Jeffrey Hunter, Natlie Wood und Vera Miles.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

„I hope you die!“ - „That'll be the day.“

Als Veteran des Sezessionskrieges kehrt Ethan Edwards (John Wayne) drei Jahre nach seiner Beendigung in den Schoß der Familie zurück – Was in diesen drei Jahren wirklich geschah, bleibt, genau wie Ethans Erlebnisse an der Front, im Verborgenen. Seine Heimkehr, das Opening von Der schwarzer Falke, ist ein unerschütterliches Bildelement in der Ikonographie des Western. Und der Moment, in dem sich die Tür langsam öffnet und dem Zuschauer der Blick auf das betörende Monument Valley offenbart wird, eines der schönsten des Genres. Von einer so unbefleckten 'Schönheit' ist im weiteren Verlauf des Films jedoch nicht mehr viel zu finden, obgleich Winton C. Hochs anmutigen Fotografien der Landschaftspanoramen der texanischen Weiten eine Augenweide darstellen, ist Der schwarze Falke weit entfernt vom glorifizierten Heimatfilm, für den der Western in Amerika oftmals obligatorischer Platzhalter war. John Ford folgt mit Der schwarze Falke einer anderen Intention und versucht nicht nur, das starre und väterliche Heldenbild von John Wayne zu entzaubern, sein Film ist auch eine düstere Metapher auf die mit Blut besiegelte Entstehungsgeschichte der weniger prachtvoll erscheinenden Vereinigten Staaten.

Das zentrale Thema in Der schwarze Falke ist die Kreuzung aus Vergeltung und dem immanenten Rassenhasses, sowohl auf der zivilisierten Seite der Siedler, als auch von den naturverbundenen Indianern ausgehend. Ethan ist ein Rassist, durch und durch, und es sind nicht nur die im Zeichen der Schlange stehenden Comanche, für die Ethan nur Verachtung übrig hat, selbst der Adoptivsohn seines Bruders, den Ethan vor Jahren selber aus der Obhut von Indianern nahm, hat nicht einmal das volle Vertrauen von Ethan verdient: Schließlich ist dieser Martin Pawley zu einem Achtel Cherokee. Was seine Animosität gegenüber den Indianers so geschürt hat, ist nur durch Spekulationen entschlüsselbar, jedenfalls beherrscht Ethan die Sprache der Comanche und ist mit ihren religiösen Bräuchen vertraut. Seine inbrünstige und fanatische Feindseligkeit den Ureinwohnern gegenüber gleicht einer Manie, einer affektiven Störung, die ihn zuweilen blind für die Vergegenwärtigung seines Handels, für die Rekapitulation des Augenblickes macht. Wenn Ethan wie ein Wahnsinniger auf eine Horde Büffel feuert, nur, damit die Indianer nicht mehr vom Fleisch der Tiere zehren können, werden die Ausmaße seines blanken Extremverhalten nachhaltig konsolidiert.

Es lädt angesichts dieser Darstellung natürlich schon dazu ein, dem Regisseur, John Ford, eine ähnliche Geisteshaltung vorzuwerfen und zu postulieren, dieser von John Wayne verkörperte Ethan wäre nur ein Projektion von Fords Weltanschauung. Nur müssten man für eine solche Ansicht schon reichlich unaufmerksam mit dem Film umgesprungen sein und in den wirklich aussagekräftigen Szenen mit den Gedanken passenderweise ganz woanders (Vielleicht schon im Tiefschlaf?) gewesen sein. Der schwarze Falke ist in seiner Gesinnung alles andere als rassistisch und bezieht aus der Kontradiktion des Häuptlings Scar und seinem Jäger Ethan ein interessantes und kritisches Abbild dieser Zeit: Der Hass beruht nur auf Gegenseitigkeit, denn obgleich Ethan seine ermordeten Familienangehörigen rächen und seine Nichte aus den Fängen der Comanche befreien möchte, folgt der Häuptling ein und derselben Motivation: Der Weiße Mann nimmt ihm sein Land, der Weiße Mann tötet seine Söhne, der Weiße Mann kennt keinen Respekt im Umgang mit fremden Kulturen. So vehement und kaltblütig Ethan seine Abscheu pflegt, so grausam und konkret wissen sich auch die Comanche zur Wehr zu setzen.

John Wayne ist hier nicht der strahlende Alleskönner, das Symbol der Rechtschaffenheit; sein Ethan ist, trotz Kampferfahrenheit und der prinzipiellen Souveränität, ein gebrochener Niemand und Randläufer. Wie gut John Wayne sein konnte, wenn er denn mal nicht in seine Standardrolle gepresst wurde und einen Charakter ausfüllte, dessen Fundament aus Ambivalenz errichtet wurde, zeigt sich hier wieder einmal. So falsch und herablassend dieser Ethan agiert, er ist dennoch eine durch und durch tragische Figur, weil er es zugelassen hat, dass der tiefe Hass die Kontrolle über sein Dasein nehmen durfte und ihn so schließlich zerreißen konnte. Ethan ist schlicht unfähig, sich in irgendwelche Strukturen einzufügen, er ist ein Gefangener zwischen zwei Welten. Und während er die Kultur der Indianer versteht, aber nicht akzeptiert, schafft er es auch nicht mehr, einen Platz in seiner eigenen Kultur zu ergattern: „What makes a man go wander?“. Der schwarze Falke porträtiert nicht nur den ethnischen Konflikt während des 19. Jahrhundert, er zeigt durch Ethan auch einen inneren Kampf mit sich und den Dämonen auf, die man über Jahre nicht mehr loswerden kann. Am Ende zieht es Ethan wieder hinaus in die Wildnis und die Tür, die anfangs noch für ihn geöffnet wurde, schließt sich wieder: Die traditionellen Werte einer Familie sind ihm noch bekannt, doch ein echter Teil von ihnen kann er nie mehr sein.

Fazit

Ein ganz famoser Film, in seiner Fehlinterpretation gerne mit Michael Ciminos "Im Jahr des Drachen" zu vergleichen: Beide verfügen sie über widerwärtige, menschenverachtende Hauptfiguren, beide Film aber vertreten die ideologische Position ihrer Hauptakteure keinesfalls. Stattdessen muss man differenzieren und wird erkennen, dass "Der schwarze Falke" ein Werk ist, welches sich gegen Ressentiments stemmt; welches Rassenhass verurteilt und es in der legendären letzten Einstellung auf dem Punkt bringt: Rassisten wird hier kein Platz zugestanden. Ein toller, vielschichtiger und mit einem wunderbar aufgelegten John Wayne besetzter Klassiker.

Autor: Pascal Reis

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