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In dieser Neuauflage des Westernklassiker "Die Glorreichen Sieben" wird eine Kleinstadt von einem brutalen Minenbesitzer und seiner Bande tyrannisiert. Als dabei auch Menschen getötet werden, heuert eine junge Witwe einen Kopfgeldjäger an, der mit Hilfe von sechs weiteren Revolverhelden die bösen Jungs vertreiben soll.

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Kritik

Bei kaum einem Film dieses Jahr drängt sich die große Remake-Frage wohl so sehr auf, wie bei Antoine Fuquas ("Southpaw") Version von "Die Glorreichen Sieben". Immerhin basiert dieses Remake auf einem äußerst berühmten anderen Remake mit dem gleichen Titel, welches auf dem cineastischen Meilenstein "Die sieben Samurai" von Akira Kurosawa fußt, welcher wiederrum für eine unüberschaubare Vielzahl an Filmen als Inspiration galt. Es scheint also ratsam die 2016er Version von Die Glorreichen Sieben als für sich stehendes Werk zu betrachten, um nicht in einen endlosen Vergleichswahn zu verfallen, den der Film vermutlich nur verlieren könnte. Das Problem ist jedoch, dass Die Glorreichen Sieben auch auf eigenen Füßen nicht sonderlich gut stehen kann. 

Und das betrifft nicht nur die Abnutzungsspuren, die die Geschichte des Films heutzutage mit sich bringt und die man in der einen oder anderen Form schon unzählige Male auf der Kinoleinwand begutachten durfte, sondern auch das gesamte narrative Drumherum. Die Drehbuchautoren um Nic Pizzolatto ("True Detectice") versuchen hier gar nicht große Abweichungen vom Vorbild einzugehen, sondern halten sich strikt an jegliche Klischees und Normen, die ein durchschnittlicher Western/Rache-Actioner mit sich bringen muss. Anstatt den Zuschauer also zu überraschen, setzen die Macher hier auf die absolut sichere Narrativkarte. 

Das ist aber, wie gesagt, nicht das größte Problem des Films. Auch eine altbekannte Geschichte lässt sich durch andere, zum Beispiel audiovisuelle Vorzüge spannend erzählen. Das große Problem des Films ist das Fehlen einer eigenen Note, einer eigenen Handschrift des Teams um Die Glorreichen Sieben. Dieser Film schafft es nur selten einen eigenen Rhythmus zu evozieren, der sich nicht so anfühlt, als wäre er aus anderen Werken zusammmengeschustert worden. Fuqua stottert hier sowohl narrativ wie inszenatorisch all die standardisierten Versatzstücke eines durchschnittlichen Westerns ab und verpasst damit die Chance im Genre ein wenig zu experimentieren oder sich in irgendeiner Form etwas Eigenständiges zu trauen. 

So hätte man zum Beispiel den Figuren des Films etwas mehr Tiefe geben können, doch auch diese bleiben größtenteils blass. Am besten funktionieren noch Denzel Washingtons ("The Equalizer") Chisolm und Ethan Hawkes ("Maggies Plan") Goodnight Robicheaux, was aber, neben guten darstellerischen Leistungen, auch daran liegt, dass diesen Figuren ausnahmsweise so etwas wie ein Hintergrund zugesprochen wird. Charaktere wie Martin Sensmeiers ("Westworld") Red Harvest, Manuel Garcia-Rulfos ("Cake") Vasquez oder Peter Sarsgaards ("Green Lantern") Fiesling Bogue bleiben in ihren Motivationen vollkommen uninspiriert und blass und verkommen zu lahmen Nebencharakteren ohne jedwede emotionale Bindung. Und bei Chris Pratt ("Jurassic World") geht das dann leider noch soweit, dass man dem Amerikaner den harten Cowboy einfach nicht so recht abnehmen kann. 

Aus diesen Gründen schafft es Die Glorreichen Sieben so gut wie nie emotional mitzureißen oder den Zuschauer wirklich in die Geschichte und Figuren zu involvieren, weswegen der Film in seinen 132 Minuten am Zuschauer ohne große Erinnerungswerte vorbeizieht. Großer Pluspunkt des Films ist letztlich seine Oberfläche. Diese kommt zwar, wie gesagt, recht uninspiriert daher, sieht aber dennoch einfach großartig aus. Die Sets und Kostüme sind von starkem Niveau, die Landschaftsaufnahmen atmosphärisch und das Pacing überraschend schnelllebig. 

Gerade die Actionszenen und der finale Shootout überzeugen durch ein paar äußerst packende Momente. Fuqua behält hier stets die Übersicht und schafft es seinen Actionszenen eine mitreißende Energie zu verleihen, die immer wieder deutlich macht, warum das Westerngenre einst so unheimlich beliebt war. Hier sei auch auf den Score des großartigen James Horner hingewiesen, der einer der wenigen Gründe ist, warum man ab und an in diesem Film versinken kann. Hätten die Macher nur halb so viel Energie in die Geschichte, die Figuren oder eine eigene Handschrift gesteckt, hätte Die glorreichen Sieben ein echter Knaller werden können. So unterhält das Remake im Endeffekt (gerade für seine Laufzeit) sehr ordentlich, das eigene Dasein kann es im Endeffekt aber dennoch nie wirklich rechtfertigen.

Fazit

Antoine Fuquas Remake von "Die Glorreichen Sieben" punktet vor allem auf der Oberfläche durch mitreißende Actionszenen und eine gelungene Westernatmosphäre, schafft es aber weder seiner Geschichte noch seinen Figuren etwas Eigenständiges oder Besonderes zu verleihen. So bleibt der Film über weite Strecken emotional unangenehm fern, ohne dass sich je ein eigener Rhythmus entwickeln kann, der den Zuschauer in das Geschehen nachhaltig involviert. "Die Glorreichen Sieben" ist für einen spaßigen Abend trotz all dieser Kritik zwar immer noch absolut brauchbar, etwas Frisches oder Besonderes kann er der Geschichte und dem Genre aber nicht hinzufügen.

Autor: Thomas Söcker

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