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Sarajewo, 1995. Eine Gruppe Navy SEALs ist nicht gerade begeistert, als sie zu ihrem Boss zitiert und vorübergehend suspendiert wird. Zwar haben die fünf Männer den Auftrag der Nato, Kriegsverbrecher in Ex-Jugoslawien aufzuspüren und zu eliminieren, erfolgreich ausgeführt, aber bei ihrer Flucht mit dem Panzer waren sie alles andere als diskret. Nun heißt es erstmal, sich die freie Zeit anderweitig zu vertreiben. Da hören sie von einem sagenhaften Goldschatz, der während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis geraubt worden und seit Jahrzehnten auf dem Grund eines nahegelegenen Sees liegen soll. Gemeinsam mit der Einheimischen Lara begeben sich die fünf Navy SEALs auf eigene Faust auf die Suche nach der millionenschweren Beute..

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Religiöser Hass, soziale Verwahrlosung, wirtschaftliche Rezession. Keinem Land haben die Balkankonflikte der 1990er Jahre mehr geschadet als Bosnien. Inzwischen gilt der südosteuropäische Staat als ärmster Europas, die gesellschaftlichen Beziehungen haben sich nach dem Ende der gewalttätigen Auseinandersetzungen kaum merklich verändert, was dem Islamischen Staaten genügend Nährboden schenkt, um die perspektivlose Jugend für ihre Zwecke zu instrumentalisieren – und die Politik zeigt sich machtlos gegenüber der bis heute anhaltenden ungebrochenen Sympathien für die Terrormiliz. Dass Steven Quale (Final Destination 5) und Drehbuchautor Luc Besson (Léon – Der Profi) ihren neuen Film, Renegades – Mission of Honor, in genau diesem zeitgeschichtlichen Kapitel ansiedeln, lässt unschöne Erinnerungen an den furchtbaren Im Fadenkreuz - Allein gegen alle mit Owen Wilson aufkommen, in dem der Genozid der serbischen Miliz an bosnischen Moslems herangezogen wurde, um patriotische Kriegsaction zu generieren.

Ganz so schlimm ist es allerdings nicht, weil der nicht unwesentlich von deutschen Geldern geförderte Renegades – Mission of Honor partiell darum bemüht ist, dem Geschehen einen ironischen Unterton zuzugestehen. Die Geschichte um über fünfzig Jahre verschollenes Nazigold, welches sich ausgerechnet im kriegsgebeutelten Sarajevo befinden soll, scheint ohnehin kaum ohne ein Schmunzeln aufgenommen zu werden. Man kann diese Rahmenbedingung nun durchaus als Geschmacklosigkeit betrachten, denn mit dem Balkankonflikt möchten sich Steven Quale und Luc Besson keinesfalls beschäftigen, sie schlachten diesen Kontext aus und nutzen ihn einzig und allein deswegen, um die Binnengeschichte mit greifbare Feindbilder zu versorgen: Die Serben dürfen sich hier also als Alibi-Nazis durch die Kulissen grummeln und unseren Navy Seals, angeführt von Sullivan Stapleton (300: Rise of an Empire), das Leben respektive die Schatzsuche erschweren.

Unangenehm bis beschämend wird Renegades – Mission of Honor nur dann wirklich, wenn den Goldbarren über die Figur der einheimischen Lara (Sylvia Hoeks, Blade Runner 2049) ein sentimentaler Wertzuwachs aufgezwungen wird, den das Drehbuch in obligatorischen Rückblenden und einem wenig sinnstiftenden familiären Hintergrund akzentuiert, um die tapferen Elitekrieger offenkundig davor zu bewahren, aus egoistischem Antrieb heraus zu agieren. Diese Männer, sie rauben nicht. Diese Männer, sie bergen. Und sie bergen das Gold im Wert von über 300 Millionen US-Dollar natürlich nur deswegen, um es den rechtmäßigen Besitzern zurückzugeben und dem bosnischen Volk ein wenig Hoffnung zu schenken. Wenn genau diese Gedanken ausformuliert werden, vergisst Renegades – Mission of Honor jeden augenzwinkernden Beigeschmack und gibt sich in seiner ausgestellten Generosität selbst vollständig und ohne Unterlass der Lächerlichkeit preis.

Ansonsten zeigt sich Steven Quale hier für einen wenig brisanten Ausflug auf den Männerspielplatz verantwortlich. Die erste Action-Sequenz - der verfrühte Höhepunkte -, in der die Seals mit einem alten Sowjet-Panzer eine Schneise der Zerstörung durch Sarajevo ziehen und mit der rollenden Abrissbirne alles in Schutt und Asche legen, kann sich sehen lassen, weil sie Aussicht auf unverkrampften und grell-überzeichneten Krawall geben – eine legitime Möglichkeit, um sich dem historischen Kontext mit den Mitteln des Genre-Kinos nicht verpflichten zu müssen. Dass Renegades – Mission of Honor darüber hinaus aber kein weiteres ansehnliches Set Piece besitzt, ist bezeichnend. Quales Regie ist uninspiriert, oftmals behäbig, plätschert in belanglosen Dialogen von Charakteren, die niemals adäquat in Szene gesetzt werden, vor sich hin und ringt dem Heist-Topos nie einen Funken Faszination ab.

Fazit

Mit "Renegades – Mission of Honor" liefern Steven Quale und Luc Besson einen Action-Film vor dem Hintergrund des Bosnienkrieges ab, ohne sich mit diesem auch nur einen Bruchteil der Handlung zu beschäftigen. Stattdessen sollen Goldbarren im Wert von 300 Millionen US-Dollar geborgen werden. Das Ergebnis ist, bis auf eine gelungene Action-Sequenz zu Anfang, größtenteils uninspiriert und zuweilen unangenehm. Aber um sich wirklich über diesen Film aufzuregen, ist er schlichtweg zu belanglos.

Autor: Pascal Reis

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