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Inhalt

Zehn Jahre sind vergangen, seit die Brüder Aaron und Justin den Klauen des religiösen Kults entkommen sind, in dem sie einst aufwuchsen. Doch nun taucht ein Videoband in ihrer Post auf, dessen Botschaft die Vergangenheit wieder auferstehen lässt – und nur kurze Zeit später finden sich Aaron und Justin wieder auf dem Weg in die kärglich-mysteriöse Abgeschiedenheit ihrer einstigen Heimat im südkalifornischen Hinterland. Bei ihrer Ankunft werden sie unvermutet herzlich empfangen; doch schon wenig später mehren sich die Vorzeichen, dass an diesem Ort, an dem die Zeit scheinbar spurlos vorüberzog, so einiges ganz und gar nicht in Ordnung ist: Keiner scheint gealtert, Vögel fliegen in seltsamen Formationen und bizarre Hügel markieren ein unwirkliches Territorium. Als die Ereignisse sich zuspitzen, müssen Aaron und Justin erkennen, dass die Wahrheit selbst ihre kühnsten Vorstellungen bei weitem übertrifft...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Durch die mysteriöse Botschaft auf einer an sie adressierten Videokassette werden die Brüder Justin und Aaron aus ihrem friedfertigen, aber zugleich lethargischen Leben gerissen. Die Aufnahme des Videos zeigt eine junge Frau, die beiden aus ihrer Vergangenheit vertraut ist. Beunruhigend berichtet sie davon, dass ihr und anderen so etwas der Schritt auf eine nächste Ebene gelungen sei. Etwas, worauf offenbar schon lange Zeit hingearbeitet wurde. Wie sich herausstellt, waren Justin und Aaron früher selbst von klein auf Teil dieser mysteriösen Gemeinde, bis Justin irgendwann die Befürchtung hatte, dass von den Mitgliedern eine große Gefahr ausgeht. In Zeitungsberichten, die durch die Aussagen der Brüder angefertigt wurden, bezeichnet Justin dieses Camp Arcadia gar als UFO-Todeskult, bei dem das höchste Ziel im gemeinsamen Massensuizid bestehen würde. Aaron pflegt hingegen andere Gefühle gegenüber seiner Vergangenheit und will der Gemeinde unbedingt nochmal einen Besuch abstatten, um endlich Klarheit über die Fragen zu erhalten, die er sich seit dem übereilten Ausstieg stellt. 

Mit diesen seltsamen Informationsfetzen und hintergründigen Puzzleteilen beginnt The Endless von Justin Benson und Aaron Moorhead, die das gegenwärtige Horror-Kino innerhalb des aktuellen Jahrzehnts bereits mit zwei furiosen Glanzwerken bereichert haben. Dabei waren die Ultra-Low-Budget-Filme des Regie-Duos gleichermaßen betörend wie schwer vermarktbar. Resolution begann als klischeebehafteter Horrorfilm in der Waldhütte, bis sich die Geschichte rund um zwei Kumpels, von denen der eine den anderen bei seinem kalten Entzug beistehen soll, von einem bloßen Genre-Film in einen Meta-Film verwandelte. Die Regisseure untersuchten Horror-Mechanismen sowie die Erwartungshaltung des Zuschauers und machten diese schließlich auf verblüffende Weise selbst zum Thema innerhalb des Films. Spring war anschließend ein völlig anderes Werk und stellte doch wieder die Vorliebe von Benson und Moorhead unter Beweis, Genres wild miteinander zu kreuzen und gewöhnliche Erwartungen weiterhin munter zu unterwandern. Der zweite Film der Regisseure kreuzte Body-Horror im Lovecraft-Stil mit einer berührenden, leisen Romanze, um von einer unmöglichen Liebe zu erzählen, bei der es letztendlich darauf ankommt, dass sie überhaupt existieren kann, wenn auch nur für einen begrenzten Zeitraum. 

Der erste ungewöhnliche Clou ihres nunmehr dritten Films The Endless besteht von vornherein darin, dass Benson und Moorhead die Hauptrollen der Brüder spielen, die noch dazu die gleichen Vornamen tragen wie sie selbst. Je weiter die unbehagliche Stimmung des Streifens voranschreitet, desto mehr Schichten legen die Regisseure erneut frei, um wieder deutlich stärker an den wirren, verkopften Stil ihres Debüts anzuknüpfen. Den emotionalen Zugang ihres zweiten Films hat das Duo allerdings keinesfalls verlernt. So entpuppt sich die Rückkehr der Brüder zurück in den Schoß der zwielichtig erscheinenden Gemeinde als Zerreißprobe zwischen den beiden Männern, die sich ihrer Vergangenheit und somit auch der Gegenwart auf unterschiedliche Weise annähern. Mit dem subtilen Vordringen in den engeren Kreis der Gemeinde sowie den unklar verschwommenen Details aus der Vergangenheit von Justin und Aaron entfaltet sich The Endless über gut zwei Drittel der Laufzeit hinweg als kryptisch-subtiler Angstmacher. 

Gerade aus dem Umstand, dass die übrigen Mitglieder von Camp Arcadia eine ruhige Gelassenheit sowie Unscheinbarkeit ausstrahlen, nehmen die Regisseure in Verbindung mit dezent bizarren Ausreißern zum Anlass, um ähnlich wie beispielsweise in den Filmen von David Lynch (Eraserhead) das Furchteinflößende im vermeintlich Gewöhnlichen zum Vorschein zu bringen. Benson und Moorhead belassen es jedoch nicht bei bloßen Andeutungen und Gedankenspielen und formen die Paranoia vor der großen Sekten-Katastrophe im letzten Drittel ihres Films endgültig zu einem vertrackten Spiel rund um verschiedene Zeitschleifen und eine Art höhere Existenz, die ähnlich wie in Resolution über allen rationalen Vorgängen zu schweben scheint. Dabei geraten dem Regie-Duo die inszenatorischen Zügel gelegentlich aus der Hand, wenn große Ambitionen auf ein sichtlich zu niedriges Budget stoßen. Im Kern bleibt The Endless aber trotzdem jederzeit eine Geschichte zweier verzweifelter Brüder, die orientierungslos einen Ausweg aus ihren Leben finden wollen und für die die Suche nach einem Platz auf dieser Welt nur durch die Besinnung auf ein gemeinsames Miteinander Hoffnung vor einem unerklärlichen Chaos bieten kann.

Fazit

Mit "The Endless" bleiben sich Justin Benson und Aaron Moorhead als Regisseure treu und liefern als zwei der interessantesten Horror-Regisseure der Gegenwart ein weiteres Werk ab, das sich zwischen subtilem Horror, persönlichem Charakterdrama, vertracktem Mindfuck und psychologischer Anspannung jeglichen Genre-Kategorisierungen entzieht. Auch wenn die Tricks, die sie hierfür erneut anwenden, womöglich schon etwas zu sehr aus ihrem Debüt "Resolution" vertraut sein mögen, ist auch "The Endless" ein gelungenes Werk, das sich vom Horror-Einerlei entscheidend abhebt.

Autor: Patrick Reinbott

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