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Seit einiger Zeit haben sich der achtjährige Anthony (Jaeden Lieberher) und sein alkoholsüchtiger Vater Walt (Clive Owen) nicht mehr gesehen. Doch nun ist Anthonys Mutter Bonnie (Maria Bello) mit ihrem neuen Freund Kyle (Matthew Modine) über das Wochenende fort und sie müssen notgedrungen Zeit miteinander verbringen. Für beide ist die Situation überaus unangenehm. Und natürlich geht auch alles Mögliche schief: Walts Truck bleibt liegen, sein Vermieter sperrt ihn aus seiner Wohnung aus und zu allem Überfluss wird sein Werkzeugkasten gestohlen. Da er diesen unbedingt für einen baldigen Job braucht, machen sich Vater und Sohn schließlich zusammen auf die Suche nach dem Dieb. Auf ihrer Reise finden sie endlich wieder Zugang zueinander und erkennen, dass sie sich viel zu lange aus den Augen verloren haben...

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Kritik

Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Dieses berühmte Zitat von Wilhelm Busch trifft leider sowohl in der Realität, als auch in entsprechenden Filmhandlungen oftmals zu. Die Prämisse von Bob Nelsons (Nebraska) neustem Werk Mein fast perfekter Vater ist also denkbar einfach: Walt (Clive Owen) hat mehr als genug Probleme damit, sein eigenes Leben zu ordnen, möchte indes aber auch Zeit mit seinem Sohn Anthony (Jaeden Lieberher) verbringen. Im Kontrast dazu steht Maria Bello (Payback - Zahltag) als Mutter Bonnie, die mit ihrem neuen Freund eine perfekt gläubige Bilderbuchbeziehung bildet.

Wir tauchen in dem 90-minütigen Film in eine Momentaufnahme dieser Konstellation ein, beginnend in einer Kirche, in der Anthony seine Sünden einem Pastor gestehen soll. Hat er jetzt noch nichts vorzuweisen, sieht das am Ende des Films ganz anders aus. Vater und Sohn verbringen ein aufregendes Wochenende, in dem sich Pech, Komödie und Drama abwechseln. Bob Nelson treibt dabei die unglücklichen Zufälle des alkoholsüchtigen Walts in die Höhe, reiht Klischee hinter Klischee aneinander, balanciert dabei aber immer souverän auf einem gewissen Unterhaltungsgrad, der während der gesamten Laufzeit nie wirklich einbricht.

Charakterskizzen von Nelson schaffen es nicht, die Stereotypie des Genres zu durchbrechen, obwohl der zum christlichen Glauben gedrängte, durchaus clevere Anthony eine interessante Grundlage bietet, am Ende aber nichts weiter ist als der Wächter seines tollpatschig-chaotischen Vaters, der ihn das ein oder andere Mal vor Üblem bewahren muss. Die Nebencharaktere sind alle kaum der Rede wert, bis auf Patton Oswalt (The King of Queens) als drogensüchtiger Trockenbauer, der die Reise der beiden Hauptcharaktere noch etwas in die Länge zieht, aber ebenso genug Witz hineinbringt.

Die Kamerafahrten und Einstellungen sind oftmals etwas unruhig, vermitteln ein fast intimes und familiäres Bild, das nichts verschleiern möchte. Unglaubwürdig tritt hier hingegen die Alkoholsucht des Vaters zutage, in der er in der einen Nacht einen Zusammenbruch erleidet und einige Stunden später bereits wieder auf den Beinen ist, nicht mehr an den Alkohol denkt oder redet und auch gegen Ende selbstbewusst und stark das Bier des neuen Mannes seiner Ex-Frau ablehnt. Würde es doch nur so einfach sein, wie Nelson hier glauben lässt, dann gäbe es sicher weniger Entzugskliniken. Die Schnitzeljagd nach der alten Werkzeugkiste des Vaters ist ganz nett, wirkt jedoch viel zu inszeniert, um glaubwürdig zu sein.

Jeff Cardoni komponierte für die witzige Odyssee des Vater-Sohn Gespanns einen durchgängig guten Soundtrack, der von ausgeprägter Kreativität und Ohrwurm-Faktor allerdings weit weg ist. Die letzten Minuten liefern ein angenehmes und ein rundes Ende, das für Feel Good-Liebhaber sicherlich befriedigend ist, Filmkennern dennoch nur ein Augenrollen entlocken wird.

Fazit

"Mein fast perfekter Vater" erfindet die Geschichte um ein zerrüttetes Familiengespann mit Fokus auf der Vater- und Sohnfigur nicht neu, hat aber im Kern auch nicht den Anspruch daran. Clive Owen und Jaeden Lieberher liefern ein charmantes Duo ab, das an einem regnerischen Couchnachmittag zum Schmunzeln einladen wird.

Autor: Miriam Aissaoui

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