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Inhalt

Louis Drax ist kein normaler Junge. Jedes Jahr stößt ihm unter rätselhaften Umständen etwas Schreckliches zu, wobei er beinahe ums Leben kommt. Aus unerklärlichen Gründen hat er bisher jeden Unfall überlebt. Doch während er seinen neunten Geburtstag mit seinen Eltern verbringt, erlebt er seinen bisher schlimmsten Unfall – er stürzt in eine tiefe Schlucht und fällt ins Koma. Nach dem Vorfall verschwindet Louis’ Vater Peter und der Junge landet in der Koma-Klinik von Dr. Allan Pascal. Der Arzt untersucht mit unkonventionellen Methoden, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Und während er tiefer und tiefer in das Bewusstsein des Jungen vordringt, um dessen mysteriöse Krankheit auf die Spur zu kommen, übt Louis’ Mutter Natalie eine seltsame Faszination auf ihn aus …

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Kritik

"Ich glaube, dass unser Gehirn mehr ist als nur die Summe seiner Teile."

Mit dem ultrabrutalen wie hochgradig cleveren High Tension konnte sich Alexandre Aja 2003 einen Namen in der Filmwelt machen und wuchs heran zu einer der wichtigsten Kapazitäten im Zuge der neuen französischen Härte (zu der beispielsweise auch Inside und Frontier(s) zählen). Mit The Hills Have Eyes - Hügel der blutigen Augen, dem Remake des gleichnamigen Klassikers von Wes Craven, hat Alexandre Aja die Hoffnungen der Genre-Fans bestätigt und eine äußerst (!) verheißungsvolle Karriere versprochen. Nur knapp 10 Jahre später hat der gebürtige Pariser seinen Zenit nicht nur einfach schon überschritten, der Negativtrend seines Outputs gleicht einem abstürzenden Flugzeug. Zuletzt schon enttäuschte die Joe-Hill-Adaption Horns ganz massiv, während Das neunte Leben des Louis Drax, basierend auf der Novelle von Liz Jensen, den Vogel nun endgültig abschießt.

Sicherlich ist das Anliegen lobenswert, den Versuch zu wagen, sich in mehren Genre-Gefilden auszuprobieren - die größten Regisseure zeichneten sich nicht zuletzt durch ihre Vielseitigkeit aus. Alexandre Aja war indes schon immer ein Künstler, der sich augenscheinlich nur im Horrorfilm des Erwachsenenkinos entfalten konnte. Obgleich auch Mirrors (ebenfalls ein Remake) seinerzeit enttäuschte, gelang es Aja im direkten Anschluss mit dem barbusigen Trash-Feuerwerk Piranha 3D erneut Motivation und Vitalität aufzufächern. Das neunte Leben des Louis Drax allerdings stellt nun ein Werk dar, welches den Zuschauer mit Fragezeichen über dem Kopf zurücklassen wird. Nicht die Frage, was Aja an diesem Stoff fasziniert hat, steht im Raum (die Menage aus Tim Burton und Pans Labyrinth ist zweifelsohne ansprechen). Die Umsetzung hingegen irritiert und verschreckt nachhaltig.

Das neunte Leben des Louis Drax wirkt durchgehend so, als wüsste Alexandre Aja selbst am wenigsten, wie er mit dem Sujet umzugehen hat. Das Parallelisieren von Realität, in der sich der Neurologe Dr. Allan Pascal (Jamie Dornan, Fifty Shades of Grey) und Natalie (Sarah Gadon, Enemy) aufhalten, und die von Mystery-Vibes durchströmte Koma(-Gedanken-)Landschaft von Louis (Aiden Longworth, Cut Bank - Kleine Morde unter Nachbarn) forciert offenkundig genau eine Sache: Die filmerzählerische Inkompetenz des Regisseurs. Selten hat man in diesem Jahr einen Film gesehen, der den Zuschauer ob der philosophischen respektive innerfamiliären Bedeutungshuberei (die letztlich ausschließlich in sentimentalen Entgleisungen münden) von Beginn an dazu nötigt, sich voller Desinteresse abzuwenden. Wo sind nur die Zeiten hin, in denen Alexandre Aja noch als Silberstreif am (Genre-)Firmament glänzte?

Fazit

Was war denn das? Alexandre Ajas neuster Film ist eine einzige Zumutung. Selten hat man in diesem Jahr einen Film gesehen, der aus filmerzählerischer Sicht derartige Mängel aufgewiesen hat. "Das neunte Leben des Louis Drax" wirkt auf dem Papier wie eine stimmungsvolle Menage aus Tim Burton und "Pans Labyrinth", bleibt in Wahrheit aber nur ein konfuses, unausgeglichenes Geseier, welches den Zuschauer ob seiner tonalen Zerstreutheit geradewegs ins Reiche der Träume nötigt.

Autor: Pascal Reis

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