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Inhalt

Die alten Schulfreunde Dale McKussic, ein Drogenhändler, und Nick Frescia sind auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes gelandet. Während Dale seinen letzten großen Deal plant, ist Nick als Chef der Drogenfahndung nun sein Gegenspieler. Eines Tages verlieben sich beide auch noch ausgerechnet in die selbe Frau: Eine wohlmöglich tödlich endende Auseinandersetzung ist nur noch eine Frage der Zeit.

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Kritik

Dass Tequila Sunrise dem Kontext seiner Entstehungszeit kaum enthoben werden kann, akzentuiert bereits die musikalische Begleitung von Dave Grusin (Fegefeuer der Eitelkeiten), dessen brunftiges Saxophon in der Gegenwart wie ein Relikt aus einer lang verstrichenen Epoche wirkt. Zu der Oscar-nominierten Regiearbeit von Robert Towne (der sich zuvor vor allem als Drehbuchautor verdient gemacht und beispielsweise das Skript zum Klassiker Der Pate überarbeitete) aber passen die leicht schwülstigen und gleichermaßen lüsternen Klänge des Blasinstruments natürlich exakt. Denn, wie in unzähligen Erotik-Thrillern jener Jahre, die sich ebenfalls dem Klangerlebnis des Saxophons bemächtigten, spekuliert auch Tequila Sunrise auf amouröses Feuer, wenn sich das darstellerische Triumvirat ihren Leidenschaften hingibt. Vom beflügelnden Geschmack des titelgebenden Cocktails allerdings ist der Film doch ziemlich weit entfernt.

Obgleich Tequila Sunrise immer wieder in die falschen Richtungen beworben werden, mal als Action-Thriller, genauso gerne aber auch als knisternder Erotik-Krimi, hängt der Film die meiste Zeit seines Handlungsverlauf unweigerlich in den Seilen. Im Kern handelt Robert Towne, der auch das Drehbuch verfasst hat, die Grenzen der Freundschaft aus und zeigt anhand von Mac (Mel Gibson, Wir waren Helden) und Nick (Kurt Russell, The Hateful Eight), dass die freundschaftliche Bindung auch weiter bestehend kann, selbst wenn sich die involvierten Parteien auf verschiedenen Seiten des Gesetzes aufhalten. Mac nämlich ist Drogendealer, während Nick im Namen der Polizei agiert. Über ihrem Miteinander schwebt kontinuierlich das Damoklesschwert der Unausweichlichkeit: Wenn Nick die Chance erhält, Nic hochgehen zu lassen, dann muss er seiner Berufswahl die Treuer schwören...oder?

Mit Jo Ann (Michelle Pfeiffer, Scarface) scheint die Freundschaft der beiden Männer jedoch zum ersten Mal wirklich ins Kriseln zu geraten: Beide sind sie in die attraktive Restaurantbesitzer verliebt – während diese den beiden charismatischen Männern ebenfalls nicht abgeneigt ist. Tequila, Orangensaft und Grenadine haben sich also gefunden, aber in diesem Fall stimmt die Mischung nicht. Die Absicht seitens Robert Towne, eine zurückgenommene, an Stimmungen interessierte Dreiecksgeschichte darzubieten, die sich ganz auf die sich zusehends zuspitzenden Gefühlsbewegungen der Protagonisten fokussiert, hätte durchaus funktionieren können, wenn Tequila Sunrise sich nicht konsequent in einem fast schon auf Seifenoper-Niveau artikulierenden Narrativ-Rahmen bewegen würde. Es wirkt so, als habe Towne zwar explosive Vorstellungen gehabt, jedoch nicht die Möglichkeiten, diese auch auf die Leinwand zu bannen.

Dadurch verebbt bereits viel von emotionalen Vehemenz, auf die sich Tequila Sunrise eigentlich stützen wollte. Die Auseinandersetzung mit Loyalität, Idealen und Begierde köchelt auf niedriger Stufe sich hin, die angesprochenen Rivalitäten verfügen über keinerlei Dringlichkeit. Wenn Tequila Sunrise etwas beherrscht, dann ist es, seine Hauptdarsteller vor der untergehenden Sonne Los Angeles' in Szene zu setzen: Kurt Russell bläst den Zigarettenqualm in die vom gleißendem Sonnenlicht erwärmte Luft, Mel Gibson senkt seinen Blick betrübt gen Sandstrand und Michelle Pfeiffer darf in erster Linie als prominenter Kleiderständer durch die Szenerie stöckeln. Abseits der Oscar-nominierten Kameraarbeit von Conrad L. Hall (Road to Perdition) bleibt das Knistern Behauptung, die Stars verschenkt und die Verdrießlichkeiten handzahm. Tequila Sunrise ist kein erregender Longdrink, sondern ein angestaubter Schlummertrunk.

Fazit

Wer sich mal wieder an den Sonnenuntergängen von Los Angeles ergötzen möchte, der wird mit "Tequila Sunrise" zufriedengestellt, ist es doch letztlich die Kameraarbeit von Conrad L. Hall, die durchaus für stimmungsvolle Eindrücke sorgt. Ansonsten aber gelingt es Robert Towne zu keiner Zeit, die Dynamik der gut besetzen Figurenkonstellation zu entfesseln. Kein belebender Cocktail, sondern ein angestaubter Schlummertrunk.

Autor: Pascal Reis

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