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Die Stripperinnen des „Rock Bottom Club“ fürchten um ihr Leben, nachdem eine ihrer Kolleginnen auf grausamste Weise ermordet wurde. Die attraktive Polizistin Cody schleust sich undercover als neue Tänzerin ein und muss dabei natürlich fast alle Hüllen fallen lassen, um den wahnsinnigen Killer das Handwerk zu legen.

Kritik

„Du hast Angst davor, Frau zu sein! Das geht all diesen Mädchen so. Deshalb tanzen sie vor hunderten von Männern, weil sie Angst davor haben mit ihnen ins Bett zu gehen. Wenn’s dann angeht, können sie nicht damit umgehen!“

Äh, ja. Ein herzliches Willkommen dem wahrscheinlich inoffiziellen Ehrenpreisträger des feministischen Gedanken im unübersichtlichen VHS-Getümmel der 80er, besser bekannt (oder auch nicht) als Stripped to Kill. Wer hätte es gedacht, eine der bis heute über 400 Produktionen vom Heidewitzka-Filmpoet Roger Corman (Die Wespenfrau), der sich hier als ausführender Produzent mit der Hand in der Hose entspannt zurücklehnen und mit seinem guten Namen, dem Gespür für eine effektive Gewinnspanne und etwas Kohle aus der Portokasse selbige mal wieder etwas aufstocken konnte.

Wie es der feinsinnge Titel bereits verrät, in erster Linie wird gestrippt (von Frauen) und danach irgendwer auch mal gekillt (vorzugsweise auch die, ist aber nicht so bindend wie bei Punkt 1), im Idealfall sogar in dieser Reihenfolge. Wie lässt sich dieser teuflische Kreislauf bloß durchbrechen oder gar bekämpfen? Na logo, da selber killen unlogisch und meistens auch illegal wäre, muss das Gesetz selbst die Hüllen fallen lassen, was wäre naheliegender? Nachdem die – Gott sei Dank, sonst würde das Folgende schwierig werden – hübsche und wohl geformte Undercover-Polizistin Cody (Kay Lenz, Straße der Gewalt) per Zufall mitansehen musste, wie eine Frau bei lebendigem Leibe verbrannt wurde und sie dabei selbst fast ein Opfer des unbekannt geflüchteten Mörders wurde, ist klar wie Kloßbrühe das sie das selbst in die Hand bzw. zwischen die Schenkel nehmen muss. Da es keine vernünftigen Anhaltspunkte gibt, kommen sie und ihr recht ekelhafter Partner/Ex-Lover/später Beinah-Zuhälter auf eine dufte Idee: Das Opfer war Stripperin, ergo muss Cody unter falscher Identität selbst in der Szene ran, anders lässt sich der Killer wohl nicht dingfest machen. Glück gehabt, man stelle sich mal vor eine Astronautin wäre umgebracht worden, na da hätten die aber dumm aus der Reizwäsche geguckt.

Ausgiebig als verrucht-geiernde Nackedei-Revue genutzt und gelegentlich mit ein paar expliziten, aber (wie alles hier) recht billigen Mordsequenzen garniert ist Stripped to Kill nun wirklich alles andere als ein guter Film, macht aber gerade weil er stellenweise so unverschämt und mit voller Absicht offensiv daneben ist manchmal noch einen Hauch von Spaß. Der hält sich im Gesamten freilich in Grenzen, ist eher eine Randerscheinung, verhindert jedoch den kompletten Schiffbruch. Mit seinem grunzenden, wahnsinnig chauvinistischen Schweineton, der Männer ausschließlich auf notgeile, schmierige Assis reduziert und ein absurdes Frauenbild zwischen taffer Heldin und verklemmter Emanze an die Klowand klatscht, die sich durch das Zwangs-Strippen endlich weiblich fühlt und dabei so lustvoll die Möpse kreisen lässt, dass sie beinah ihre Mission aus den Augen verliert, ist so abstrus-lächerlich, dass es unmöglich nicht als augenzwinkernd selbst-ironisch aufgefasst werden kann. Gerade, da von einer Frau (Katt Shea, drehte auch das Sequel) inszeniert, glaubt man so wohl auch nicht sofort.

Subtil, clever oder selbst als reiner Slasher gar qualitativ hochwertig ist das selbstverständlich niemals, Stripped to Kill ist schon eine derbe Ranz-Veranstaltung, die zwingend leicht schöngejubelt werden muss. Wie so viele Gialli, die im Gegenzug aber oft echtes Talent an entscheidenden Stellen erkennen ließen. Daran scheitert hier jede Lupe, in seiner dummdreisten Art ist diese Peep-Show mit Sparwitz-Aroma („Was ist der Unterschied zwischen Mädchen und Sushi? Der Reis!“) und trashiger Gore-Soße immerhin – mit etwas guten Willen - grob zu ertragen. Leichter Pluspunkt: Das kuriose Finale, bei dem der eher als zufällig vermutete Vergleich zu einem wesentlich prominenteren (und um Welten besseren) Fast-Namensvetter schon bald als absichtliche Hommage zu werten ist.

Fazit

Billig-rumpeliges 80er-C-Movie aus nostalgischen Videotheken-Hinterzimmer-Tagen, dem man sportlich betrachtet ein paar kleine Details abgewinnen kann, obwohl der Vergleich mit einer nach vernünftigem Maßstab angefertigten Produktion natürlich hinkt. Dennoch bleibt ein klitzekleiner, schäbiger Rest-Charme, der es unverbesserlichen Liebhabern solcher Sorgenkinder ermöglicht, auch dieses gammelige Exemplar wenigstens nicht ganz unbemerkt im Regen stehen zu lassen. Die einmalige Kenntnisnahme tut nicht weh, (fast) versprochen.

Autor: Jacko Kunze

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