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Cornwall im Jahre 1903: Die junge Gill wird von an der Küste von einem fischartigen Wesen angegriffen und verschleppt. Ihr amerikanischer Freund Ben macht sich mit Hilfe des Künstlers Harold sofort auf die Suche nach ihr und stößt auf den Zugang zu einer geheimnisvollen Unterwasserstadt. Dort lebt eine Schmugglergesellschaft, die offenbar nicht zu altern scheint. Um die Kolonie vor ihrem Untergang zu bewahren, lässt ihr wahnsinniger Herrscher Kapitän Sir Hugh immer wieder Menschen von der Küste entführen …

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Kritik

Von seinen Kollegen sowie der internationalen Fachpresse gleichermaßen für sein elegantes Handwerk geliebt, galt der in Paris geborene Jacques Tourneur seit jeher als ein Regisseur, der sich nicht nur damit begnügt, genreinhärente Muster einfach abzulichten, sondern dem Sujet neue Facetten und Blickwinkel abzuringen, die über das Reproduzieren und Ausstellen hinausgehen. Nicht umsonst werden „Katzenmenschen“ (1942) und auch „Ich folgte einem Zombie“ (1943) in Cineasten-Zirkeln aufgrund ihrer informalen Mehrdeutigkeit kultisch verehrt. Dass es nun sein letzter Spielfilm „Stadt im Meer“ in Deutschland in den Handel geschafft hat, gibt Filminteressierten nun die einladende Möglichkeit, sich den Endpunkt des Tourneur'schen Output zu Gemüte zu führen.

Was man „Stadt im Meer“ in Tagen, in denen sich eine exzessive Materialschlacht an die nächste reiht, hoch anrechnen muss, ist seine technische Einfachheit. Nicht, dass „Stadt im Meer“ sich die Szenenbildner keine Mühe gegeben hätte in der Präsentation ihrer Sets, es ist vielmehr die Bodenständigkeit, die man in einer Zeit, in der selbst die Schambehaarung seinen Ursprung im Hochleistungscomputer findet und im World Wide Web für digitale Entrüstung sorgt, zunehmend vermissen muss. Die Kulissen sind offenkundige Pappmaché-Bauten, sicherlich nicht so billig wie das zusammengeklaubte Resterampen-Sortiment in einem Antonio-Margheriti-Film, aber doch reichlich urig, wenn standhaftes Geröll aufgrund schwungvollem Menschenkontakt ins Rotieren gerät. Und wenn sich dann noch einer der sogenannten Kiemenmenschen in voller Pracht auftritt und im ulkigen Gummianzug posiert, dann kann auch „Stadt im Meer“ seinen charmanten Trash-Appeal nicht mehr verbergen. Allerdings gelingt Jacques Tourneur in der ersten halben Stunde ziemlich gut, das mysteriöse Szenario mit entsprechender Stimmung auszukleiden.

Jill (Susan Hart), die Besitzerin eines Hotels an der Küste von Cornwall verschwindet urplötzlich, während Ben (Tab Hunter) und Harold (David Tomlinson) im Hinterzimmer des Gasthofes eine äußerst aggressive Begegnung mit einem primitiven Geschöpf erleben dürfen. Dass dazu noch die ganze Zeit die Rede von einer untergegangenen Stadt namens Lyonesse ist, die unter dem Kommando des Kapitäns (Vincent Price) steht, mystifiziert die Geschichte mehr und mehr. „Stadt im Meer“ aber vermag es nicht, seine einnehmende Atmosphäre über die gesamte Laufzeit auszubreiten, sind die beiden Männer erst mal in der versunkenen Stadt angekommen, beschränkt sich das nunmehr leidliche phantasievolle Geschehen auf Sermon ohne Ende, bis sich im Finale unendliche Unterwasserkämpfe austragen, denen man sich ähnlich überdrüssig zeigt, wie etwa in „James Bond 007 – Feuerball“.

Fazit

Ein uriger Film, dessen maritimer Abenteueranteil von Jacques Tourneur zu Anfang noch mit viel atmosphärischer Klasse angegangen wird, nach der Hälfte aber in retardierendem Geschwafel und repetitiven Set Pieces versinkt. Dennoch: Ein nostalgischer Charmebolzen.

Autor: Pascal Reis

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