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Harmony Korine, bekannt für seine Drehbücher zu „Kids“ oder „Gummo“ (bei letzterem führte er auch Regie) ist wohl das enfant terrible Hollywoods. Immer wieder spalten seine Filme die Zuschauerschaft und lassen so manchen Aufschrei durch die Reihen der Konservativen des Landes gehen. Für seinem neuen Film „Spring Breakers“ hat er unter anderem die „Disney-Girls“ Vanessa Hudgens und Selena Gomez gecastet. Was man von diesem „Experiment“ mit der Mischung von Harmony Korine und Disney Schauspielerinnen erwarten darf, lest ihr hier.

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Kritik

Der Film lässt nicht lange auf Provokationen warten. In der Eingangssequenz wird ein typischer Springbreak-Strand mit halbnackten Frauen, viel Alkohol, Drogen und Hip-Hop Musik gezeigt, wie man sie auch aus zahlreichen Musik Videos kennt. Der Regisseur nimmt sich hier nicht zurück dem Zuschauer das volle Ausmaß dieser amerikanischen Tradition näher zubringen. Am Anfang zweifelt man noch, was er damit erreichen möchte, doch schon bald wird klar, dass er hier das Ziel für die Protagonistinnen des Films formuliert, die sich genau von diesen Szenen angezogen fühlen und ihren Traum wahr machen wollen, dort einmal Teil der Party zu sein. Diese vier jungen Frauen werden gespielt von Vanessa Hudgens, Ashley Benson, Rachel Korine (die Ehefrau von Harmony Korine) und Selena Gomez. Diese Charaktere versuchen also von Anfang an dem braven amerikanischen Teenager-Klischee zu entkommen, der den meisten amerikanischen Coming-of-Age Storys, wie auch den Darstellerinnen selbst, angehaftet ist. Nicht nur fühlen sie sich von den „tabulosen“ Partys des Springbreak angezogen, sie überfallen sogar ein Diner und alle dort speisenden Gäste, um sich den Springbreak finanziell leisten zu können. 

Nachdem sie dort angekommen sind und recht schnell wegen Drogenkonsums festgenommen wurden, treffen sie auf den Gangster Alien, hervorragend gespielt von James Franco, der mit dieser Rolle ebenso aus seinem Schauspieler-Image ausbrechen will, wie seine Disney Kolleginnen. Einige Mädchen finden zusehends Gefallen an dem Leben, das ihnen von Alien präsentiert wird und kehren dem langweiligen Leben der Universität dem Rücken, um sich selbst am kriminellen Dasein zu probieren. Harmony Korine präsentiert uns hier einen absolut abgefahrenen Film, der mit allen Konventionen spielt, die die amerikanische Gesellschaft zu bieten hat. Die Dialoge sind kurz, einfältig und oft sehr banal und werden durch ständige Wiederholungen seitens Korine komplett aus dem Kontext gerissen und somit bloß gestellt. Er greift hier eindeutig den beschränkten Wortschatz und die Banalität an, mit der die heutige Generation ihre Unterhaltungen bestreitet. Natürlich ist das nicht das einzige, was von ihm angegriffen wird. 

Der ganze Film ist eine Medienschelte vom Feinsten. Wenn das Diner überfallen wird, fallen Sätze wie: „Just pretend it’s a videogame or film.“ Ein Angriff auf die Medien also, die diese Generation mit falschen Werten erzieht. Aber nicht nur mit falschen Werten, sondern mit purer Banalität, denn nur so ist erklärbar, dass die Musik von Britney Spears eine sehr prominente Rolle im Soundtrack, der ihre Musik nur interpretiert, aber auch im Film an sich, spielt. So entsteht die wohl beste Szene des Films, wenn die vier Mädchen zu einer Ballade von Britney Spears, die erst nur von Alien am Klavier angestimmt, aber dann von allen auch gesanglich begleitet wird, tanzen. Dabei haben sie pinke Sturmmasken an und halten Sturmgewehre in den Händen, mit denen sie auf der Terrasse von Alien und vor einem wunderschönen Sonnenuntergang Teil einer Inszenierung der Banalität und Verrücktheit sind. In dieser einen wunderschön fotografierten Szene findet sich die Essenz des Films. 

Korine stellt hier also auf eine nicht so subtile Weise die dummen und einfältigen Lebensinhalte und Parolen dar, die diese junge Generation, die mit Videospielen, Reality-TV und vielem weiteren medialem non-sense aufgewachsen sind, verinnerlicht hat. Als Ausweg präsentiert sich den Mädchen nur die Gewalt und das kriminelle Dasein, das ihnen von Alien vorgelebt wird und das sie sehr aktiv und aggressiv verfolgen. Der Gedanke wird also von Korine nicht nur formuliert, sondern auch zu Ende gedacht, ohne dabei am Ende aus diesem scheinbar bösen Traum aufzuwachen.

Fazit

Harmony Korine führt der amerikanischen Gesellschaft mal wieder einen Spiegel vor. Er schafft dies mit oft rein filmischen Mitteln, ohne den Charakteren zu viel Dialog in den Mund zu legen, denn das würde das Bild dieser Generation, welche er porträtieren möchte, widersprechen. Der mediale Schwachsinn mit all seiner Banalität, Irrsinn und Perversion wird von ihm ohne Kompromisse angegriffen und der Angriff bis zum Ende durchgezogen. Die Darsteller, die allesamt einen großartigen Job machen, versuchen nicht nur in ihren Rollen, sondern auch in ihrem realen Leben mit diesem medialen Schwachsinn und ihren typischen Schauspieler-Image zu brechen. Dies tun sie mit vollem Erfolg und es würde mich nicht wundern, wenn der Film bald von vielen zu Recht zu einem Kultfilm gemacht werden wird. Manchmal passt das pacing im Film nicht und es kommt ein wenig Langeweile auf, aber das sind Mängel, an denen viele Filme zu leiden haben. Im Grunde gilt: Message received Mr. Korine!

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