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Ein echter Reporter tut alles für einen Knüller, notfalls kehrt er auch aus dem Reich der Toten zurück wie Joe Strombel, der auf dem Weg ins Jenseits einen Bombentip bekommt. Wie gut, daß gerade die aufstrebende Journalistin Sondra Pransky bei dem großen Magier Splendini im De-Materialisierer sitzt und von Strombel so von diesem Knüller erfährt: es geht um die Identität des Tarot-Killers, der überall gesucht wird. Gemeinsam mit Splendini, der in Wirklichkeit Sid Waterman heißt, reist Sondra nach London, um dem Killer auf die Spur zu kommen. Dabei könnte es sich um den Adeligen Peter Lyman handeln - nur ist der sehr charmant und schon bald verliebt sich Sondra in den Charmeur...

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Ja, Woody Allen (Eine andere Frau) hat ganz eindeutig Freude an England gefunden. Nachdem er nämlich mit Match Point bereits das Land der Regenschirme besuchte und zweifelsohne einen seiner stärksten Filme aus dem neuen Jahrtausend damit abliefern sollte, folgte mit Scoop – Der Knüller nur ein Jahr später bereits das nächste Werk, in dem sich Allen mit Wonne unter die Briten mischte. Natürlich hat das alles nichts mit irgendeiner Form von kultureller Wahrheit zu tun, das weiß man, wenn man sich Allens Ausflüge ins europäische Territorium zu Gemüte geführt hat. Stattdessen imaginiert sich die Autorenfilmlegende die englische Befindlichkeit so, wie sie ihm passt. Quasi einem Roman von Agatha Christie entnommen und mit jenen Trademarks verquirlt, für die sich Woody Allen seit jeher verantwortlich gezeigt hat.

So ist Scoop – Der Knüller vor allem eine Sache: Augenzwinkernd. Nachdem der renommierte Vollblutjournalist Joe Strombel (Ian McShane, American Gods) das Zeitliche gesegnet hat und bei der Überfahrt in die Unterwelt von einer weiteren Verstorbenen den Hinweis erhält, wessen Identität sich hinter dem berühmt-berüchtigten und seit Jahren gesuchten Tarotkarten-Mörder befindet, der mit Vorliebe brünette Prostituierte ermordet, packt ihn noch einmal der journalistische Ehrgeiz und er nimmt als gespenstische Erscheinung Kontakt zur Journalistik-Studentin Sondra Pransky (Scarlett Johansson, Under the Skin) auf. Allein die Begegnung zwischen Joe und Sondra ist ein klassischer Allen-Moment, denn natürlich ist Sondra gerade in die Vorstellung des Zauberkünstlers Sid Waterman aka Splendini (Woody Allen) eingespannt worden. Es kann sich also nur um faulen Zauber handeln.

Nun, nicht wirklich, denn nachdem Sid Joe ebenfalls sieht und die Hinweise, die Joe unterbreitet, nicht wirklich von der Hand zu weisen sind, beginnt Scoop – Der Knüller ganz entspannt sein kriminalistisches Narrativ ins Rollen zu bringen und zeigt von vornherein, dass es Allen hier nicht um die moralische Fallhöhe seiner Charaktere und ihrer Lebenssituation geht, sondern um das charmante Blödeln. Im Schoße der britischen Schickeria, also üppigen Landsitzen, kostspieligen Champagner-Partys und geschichtsträchtigen Ölgemälden, lebt in Scoop – Der Knüller vor allem jene Nonchalance auf, die Sid dazu verleitet, sich um Kopf und Kragen zu reden, während Sondra als Enthüllungsreporterin in spe vor dem Problem steht, dass sie sich ausgerechnet in das Objekt ihrer Enthüllung verliebt hat, dem gutsituierten und attraktiven Geschäftsmann Peter Myman (Hugh Jackman, Logan - The Wolverine).

Oftmals wird Scoop – Der Knüller Ausgangspunkt für die Altersmilde herangezogen, die Woody Allens Spätwerk (angeblich) durchzogen hat, was ein durchaus nachvollziehbarer Vorwurf ist: Allen nämlich geht es nicht mehr um doppelte Böden, um Hintergründigkeiten, er spart jedwede Boshaftigkeit aus und gibt sich unbekümmert, losgelöst, man könnte fast sagen anspruchslos. Damit allerdings würde man der noch immer wunderbar in den Moment hineinsprudelnden Dialogkunst der intellektuellen New York-Ikone jedoch Unrecht tun. Mag Scoop – Der Knüller bisweilen auch etwas zu gemächlich vor sich hin bummeln, besitzt der Film dennoch eine wunderbare ironische Note, die gerade gegen Ende in ein Konterkarieren von klassischen Kriminalgeschichten ausartet: Denn wo der Held sonst in letzter Sekunde zur Rettung eilt, da hat Woody Allen erst einmal rigorose Probleme mit dem englischen Linksverkehr.

Fazit

Kein lebenskluges Alterswerk, sondern „nur“ ein beschwungener Kriminalreigen, in dem sich Woody Allen unbekümmert durch die britische High Society wieselt und zusammen mit der hinreißenden Scarlett Johansson auf die Suche nach einem berühmt-berüchtigten Serienmörder begibt. Das mag man als anspruchslose, altersmilde Unterhaltung bezeichnen, ist aber immer noch so sympathisch, ironisch und entspannt vorgetragen, dass man mit "Scoop – Der Knüller" 90 spaßige Minuten haben darf. Nicht mehr, nicht weniger.

Autor: Pascal Reis

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