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Tobey Marshall ist Mechaniker, größter Muscle-Car-Fan und illegaler Street Racer. Als er sich mit dem reichen, arroganten Ex-NASCAR-Rennfahrer Dino Brewster zusammentut, um seine Werkstatt zu retten, beginnt der Ärger für Tobey: Dino hängt ihm einen Mord an, den er gar nicht begangen hat. Während Tobey für ein paar Jahre ins Gefängnis wandert, nutzt Dino die Gunst der Stunde und expandiert sein Geschäft. Wieder in Freiheit startet Tobey einen erbarmungslosen Rachefeldzug gegen seinen ehemaligen Partner. Als dieser von Tobeys Plan Wind bekommt, setzt er ein hohes Kopfgeld auf ihn aus. Von nun an liefert sich Tobey nicht nur mit der Polizei eine schonungslose Verfolgungsjagd quer durch die USA. Ein Rennen auf Leben und Tod beginnt...
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Kritik

Als Hollywood mit der Idee einer „Schiffe versenken“-Verfilmung um die Ecke kam, konnte man schon den Plan dahinter erahnen, wenn man nur eins und eins zusammenzählte. Wie es mit Gesellschafts- und Brettspiel-Verfilmungen für gewöhnlich gehandhabt wird, dient lediglich die grobe Prämisse des Spiels als Rahmen für die „Story“, an welche ein Drehbuch angepasst wird. Vom Markennamen soll die Verfilmung dabei dadurch profitieren, indem bei der potenziellen Zuschauerschaft Assoziationen und im besten Falle somit Neugier oder gar Interesse geweckt werden. Während bei „Battleship“ die Idiotie hinter der Scharade schnell offensichtlich wurde, war in den Weiten des Internets weniger Unmut über eine „Need for Speed“-Verfilmung zu lesen, obwohl die Produzenten hierbei die exakt gleiche Strategie verfolgten, wie deren Kollegen, die verantwortlich waren für diese abscheuliche Katastrophe auf hoher See mit Rihanna. Nur wenige Titel der äußerst erfolgreichen „Need for Speed“-Reihe beinhalteten eine Handlung, noch weniger davon waren auch nur ansatzweise „okay“, war dies jedoch nie ein Kritikpunkt an der Rennspiel-Serie von Electronic Arts, da diese immer durch ihr Schnelligkeitsgefühl und dem Arcadespielspaß zu überzeugen wusste. Umso fraglicher war die Entscheidung von Dreamworks die gleiche Nummer, wie bei „Battleship“ abzuziehen, den Markennamen auf einen Film zu kleben und eine Handlung drumherum zu bauen. Mit Stunt-Veteran und Regisseur-Noob Scott Waugh und Aaron Paul in der Hauptrolle an Bord, wurde „Need for Speed“ letztendlich Realität und rast ab dem 20. März auch durch die deutschen Kinos.

Als Action-geladener Racing-Thriller versucht „Need for Speed“ eher auf den Pfaden eines „Drive“ und „Bullitt“ zu wandeln, statt auf des aktuell enorm populären „Fast & Furious“-Franchises, jedoch mit einer dicken Betonung auf „versucht“. Denn obwohl genannte Filme fantastische Rennen und Verfolgungsjagden gemeinsam haben, entpuppt sich das Skript von John Gatins (Oscar-Nominierung für „Flight“) als durch und durch herkömmlich. Die Rachestory um Tobey Marshall versucht sich durch seine Charaktere zu definieren und rückt diese in den Mittelpunkt, erfüllt letzten Endes leider lediglich seinen Zweck, indem es eine Plattform für den Regisseur darstellt, der sich mit seinen Action-Szenen austoben darf. Die Romanze fällt überraschenderweise nicht negativ auf, bleibt aber nichtsdestotrotz sehr stereotyp und nichtssagend. Dabei können sowohl Aaron Paul als Tobey Marshall, als auch Imogen Poots als Julia durch Charisma und Wortwitz bestechen und weisen eine sympathische Chemie auf. Ebenso gelingt es Drehbuchautor Gatins und Regisseur Waugh zwischen den (teilweise sehr) ernsten Tönen und den auflockernden Szenen mit Comedy-Elementen eine ausgereifte Balance zu finden, sodass das "Comic Relief" dem Drama nie wirklich in die Quere kommt; ein Problem, mit welchem „Monuments Men“ beispielsweise sehr zu kämpfen hatte. Der restliche Figuren-Pool kann jedoch nicht mit herausragenden Alleinstellungsmerkmalen überzeugen, sondern dient als Basis-Ware vom Fließband lediglich zum Handlungsfortschritt, welche wiederum nur existiert, um immer wieder eine geeignete Umwelt für ein Rennen oder Verfolgungsjagd zu schaffen.

Gemäß den Action-orientierten Prioritäten, die von den Produzenten gesetzt wurden, erweist sich Regisseur Scott Waugh, der mit „Act of Valor“ sein Spielfilm-Debüt gab, als relativ weise Wahl. Als erfahrener Stuntman mit zwanzig Jahren Praxiserfahrung in Filmen wie „Last Action Hero“, „Speed“, „Spider-Man“, „xXx – Triple X“, „The Italian Job“, „Mr. & Mrs. Smith“ und vielen weiteren Action-Filmen, blühen die Renn- und Verfolgungsszenen in der Regie Waughs wahrlich auf und stellen definitiv den besten Teil des Filmes dar. Mit dem ersten Rennen im Film, in welchem fett-bolidrige Muscle Cars durch enge Häuserschluchten um die Wette rasen, zollt Waugh alten 70er-Car-Chase-Flicks, wie „Bullitt“ und „Die Blechpiraten“ Tribut, steigt aber relativ schnell auf Edel-Karossen und Supersportwagen der Marke Lamborghini, Koenigsegg und Bugatti um und bietet allen Fans getunter Straßenflitzer nur das Feinste vom Feinsten. Dass es sich bei den Edel-Autos um speziell und kosteneffizient für den Film hergestellte Replikate handelt, fällt nicht im Geringsten auf, solange man kein vernarrter Auto-Enthusiast ist.

Die genannten Vorbilder von „Need for Speed“, wie „Drive“ und „Bullitt“, bestechen mit einer fantastischen Handlung und tollen Charakteren, wobei die eher selten auftauchenden Renn-Szenen gerade aufgrund ihrer Rarität ein Höhepunkt des Films bilden. „Need for Speed“ ist im Gegensatz jedoch zugepflastert mit Action und Verfolgungsjagden, dass diese, so beeindruckend diese für sich genommen auch aussehen, inflationär an Wert verlieren. Das Ausmaß dessen wird deutlich, wenn man einen Blick auf die Laufzeit des Filmes wirft, die mit zwei Stunden und zehn Minuten eindeutig zu lang ausfällt. Fast die Hälfte besteht dabei aus Action-Szenen, wodurch der Videospiel-Verfilmung nach etwa einer Stunde schon der Saft ausgeht. Wie es so oft der Fall ist, wäre hier weniger mehr gewesen.

Aaron Paul tritt in „Need for Speed“ in seiner ersten Rolle auf der großen Leinwand nach dem fulminanten Finale von Breaking Bad in Erscheinung und tut alles, um sich von seiner Figur Jesse Pinkman zu distanzieren. Und dies gelingt ihm wunderbar, obwohl die Figur des Tobey Marshall doch sehr eindimensional ausfällt und nicht wirklich genug Raum für einen Schauspieler bietet, um all seine Fähigkeit zu präsentieren. Dass es Aaron Paul dennoch gelingt, zeugt eindeutig vom Talent des Darstellers.

Fazit

Das Drehbuch will aus „Need for Speed“ einen Rache-Thriller mit Autos zaubern, während die Produzenten einen Auto-Porno mit Revenge-Story präsentieren möchten. Und so geschieht es, dass die doch sehr einfallslose Geschichte um den stereotypen Tobey Marshall eigentlich hätte besser funktionieren können, v.a. die Romanze mit Julia wirkt sympathisch, die von der tollen Chemie zwischen Aaron Paul und Imogen Poots profitiert. Doch geht all dies im Motor-Lärm eines Lamborghini, eines Bugatti und drei Koenigsegg, einem Shelby Mustang und einem Dutzend weiterer Edel-Karossen absolut unter. Die Verfolgungsjagden und Renn-Szenen wirken wuchtig und sind fantastisch inszeniert, aber dadurch dass gefühlt zwei Drittel der 130 Minuten mit Autos gefüllt werden, lässt der Effekt doch stark inflationär nach. „Need for Speed“ ist definitiv zu lang und ist sich zu schade, auch nur die kleinste Hommage an die „Need for Speed“-Spiele in einer Ecke zu verstecken. Das Geschwindigkeitsgefühl in den Rennen jedoch stimmt, der Motor-Sound klingt exotisch und authentisch und wenn es explodiert, dann kracht es gewaltig. Dadurch dass hundert Prozent des Films aus realen Stunts besteht und kein CGI im Spiel war, wirkt die Action umso beeindruckender und wenn man ehrlich ist, auch umso befriedigender, wenn man sich der Realität der Explosionen, der überschlagenden Sportwagen und den Drifts bewusst ist. Wenn man sich an der phänomenalen Inszenierung nicht satt sehen kann, auf die Geschichte pfeift und Stereotypie akzeptieren kann, bekommt man hier definitiv zwei unterhaltsame Stunden spendiert. Vielleicht ist man aber besser damit beraten, das Kinoticket stecken zu lassen und das Geld lieber in eine BluRay von "Rush" zu investieren.

Autor: Kadir Güngör

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