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Im Mittelpunkt steht die Frage: Was bestimmt unser Leben entscheidender – die Tragödie oder die Komödie? Eine junge Frau soll die Antwort liefern: Melinda (Radha Mitchell). Sie ist Kernpunkt der zwei unterschiedlichen Geschichten. Die eine voller Tragik, die andere fröhlich beschwingt. Doch mit der Zeit verschwimmen die Grenzen. Wie wird die Antwort lauten?

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Ist das Wesen der menschlichen Existenz nun eigentlich eher tragisch oder komisch veranlagt? Ist sie zum Brüller und zum Heulen? Im Kino des Woody Allen (Eine andere Frau) fiel die Antwort auf derlei grundlegende Fragen immerzu herrlich konkret im unkonkreten Sinne aus: Das Leben ist beides. Zur gleichen Zeit. In jedem Augenblick. Für Allen, der sich seit Anbeginn seiner Karriere damit beschäftigt hat, das Bittere mit dem Ulkigen abzugleichen, scheint Melinda und Melinda aus dem Jahre 2004 das Werk zu sein, welches über den weiteren Verlauf seiner Arbeit urteilen soll. Quasi eine Rekapitulation der eigenen Taten und Leistungen, dem die Funktion einer Schnittstelle inne liegt, die darüber entscheidet, aus welcher Richtung Woody Allen kam und in welche Richtung Woody Allen in Zukunft gehen wird.

Jedenfalls erweckt Melinda und Melinda diesen Eindruck, wenn sich zwei Autoren (gespielt von Wallace Shawn und Neil Pepe) zu Anfang in einem Bistro treffen und ihre persönliche Mentalität, der eine ist der Tragödie zugewandt, der andere glaubt an die Komik, in einer Art Gedankenspiel ausmalen. Dreh- und Angelpunkt beider Geschichten ist die gutaussehende Melinda (Radha Mitchell, Rogue – Im falschen Revier), die von ihrem Freund verlassen wurde und vollkommen aufgelöst auf einer Dinnerparty in Manhattan auftaucht. Die Gastgeber, selbstredend Freunde von Melinda, werden in beiden Versionen von unterschiedlichen Schauspielern verkörpert (Will Ferrell und Amanda Peet auf der einen und Jonny Lee Miller und Chloe Sevigny auf der anderen Seiten), nur Radha Mitchell bleibt als figurale Versicherung bestehen und darf Beziehungskrisen einleiten, bewusst machen oder über sich ergehen lassen.

Der Grundklang unseres Daseins – und damit auch die Triebfeder unseres Handelns – steht in Melinda und Melinda auf einem Prüfstand, der alsbald keine Trennlinien mehr zwischen dem ziehen kann, was komödiantischen oder dramatischen Ursprungs war. Natürlich hat genau das Methode, aufzeigen, dass die sich Tragik aus der Komik und die Komik aus der Tragik ergibt, allerdings fehlt es der Ägide von Woody Allen an Konturierung. Selbstverständlich weiß dieses intellektuelle Experiment der künstlerischen Ich-Konzentration den Zuschauer durch Allens unheimliche Eloquenz immer wieder für sich zu gewinnen. Der durch ihre Deckungsgleichheit oftmals halbherzig wirkenden Gegenüberstellung zweier (Lebens-)Perspektive aber fehlt die schöpferische Sprengkraft. Die Erkenntnis, dass unser Sein nicht in immerwährender Qual vollbracht werden muss, selbst wenn es sinnlos ist, macht diesen Film aber allein schon wieder sehenswert.

Fazit

"Melinda und Melinda" gehört sicherlich nicht zu den künstlerischen Sternstunden Woody Allens, allerdings weiß der Film, trotz offensichtlicher Mängel, als gut geschriebene wie gespielte Ich-Konzentration zu gefallen. Ob unser Dasein auf Tragik oder Komik basiert? Mit dieser Frage beschäftigte sich Allen sein Leben lang – dieser Film zeigt seine Einstellung demgegenüber nun noch einmal endgültig auf: Vielleicht.

Autor: Pascal Reis

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