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Ein Staatspolizist leidet unter einer gespaltenen Persönlichkeit – in dem einen Leben ist er verrückt und aggressiv, in dem anderen freundlich und ausgeglichen. Dummerweise verlieben sich seine beiden Alter Egos in dieselbe Frau, was natürlich zu einigen Komplikationen führt…
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Kritik

„VagiClean? Was ist denn los Süße, zu viel Schlacke auf der Dose?“

Darf man sich über schizophrene Persönlichkeitsspaltung lustig machen? Grundsätzlich gibt es noch wesentlich gewagtere Themen, die im Laufe der Filmgeschichte schon zum humorvollen Abschuss freigegeben wurden. Und wie bei allem im Leben ganz entscheidend: Der Ton macht die Musik. Die ganz feinen Flötentöne beherrschen Bobby & Peter Farrelly (Alles erlaubt – Eine Woche ohne Regeln) von Natur aus nicht oder eher scheißen viel lieber mit voller Absicht drauf. Mit respektlosem Karacho-Humor walzte sich das Brüderpaar ab Mitte der 90er an die Spitze des kommerziell erfolgreichen Ferkel- und Dumpfbackenwitzes, dabei sogar meistens echt sympathisch. Ihr bester Film Kingpin - Zwei Trottel auf der Bowlingbahn mit dem göttlich-verlotterten Woody Harrelson (Planet der Affen: Survival) als heruntergekommenen Ex-Bowling-Champ ging dabei sogar (zumindest in Deutschland) komplett unter, der ganz große Wurf wurde Verrückt nach Mary, mit dem unangenehmen Nebeneffekt das auch die (inzwischen offenbar endlich arbeitslose) Landplage Cameron Diaz (Sex Tape) trotz/oder wegen Sperma-Tolle zum Megastar avancierte. Ihr Debüt Dumm und Dümmer entpuppte sich 1994 bereits als beachtlicher Durchbruch, sowohl für sie wie auch Jim Carrey (Der Mondmann).

Sechs Jahre später fanden die Farrellys und Carrey, nun reich und berühmt, wieder zusammen um das gemeinsame Erfolgskonzept nach bewährtem Muster fortzuführen. Oder anders formuliert: Die preisgekrönte Kuh so lange zu melken, bis sie nicht mal mit 6 Kopfschüssen den Löffel abgibt. Denn Ich, beide & sie ist nichts weiter als eine repetitive, harte Dauer-Sommerwurst aus dem Farrelly-Nachtschränken, die nun endgültig dem bisherigen Output nichts mehr hinzufügen zu hat. Natürlich ist es eben „nur“ eine Hauruck-Komödie nach bewertem Muster, sowas wie Fan-Service und so ähnlich zumindest grob erwünscht, aber es ist doch wirklich immer das Gleiche. Ein Roadtrip herzensguter Spinner, die von einem Wix-Näpfchen ins nächste trampeln, unterlegt von Indie-Fahrstuhl-Pop und eigentlich nur Hals über Kopf verliebt, bis am Ende unzähliger hinterher besser nicht mehr erwähnter Momente sich doch noch über den magischen Falling-in-Love-Punkt erfreut werden darf. Wenn ihnen jedesmal dazu was Brauchbares einfällt, bitte schön, nur über (wie üblich) beinah 2 Stunden ist das schon sehr dünn, abgenudelt, mit der Tendenz zum Ermüden.

Visagen-Akrobat Jim Carrey ist für die Rolle eines Schizos zwischen gutmütigem Weichei und vulgärem Arschloch freilich wie prädestiniert und versucht sein Bestmögliches die Nummer an das Maximum auszureizen. Dafür wird ihm aber erstaunlich wenig Raum geboten. Generell lehnt sich der Film nur für prüde US-Verhältnisse weit aus dem Fenster. An Riesen-Dildo-, Penis- und latent homophoben Ficki-Ficki-Gags mangelt es nicht, das eigentliche Grundthema wird kaum sinnvoll für augenzwinkernd-rüde Geschmacksentgleisungen genutzt. Fast wirkt es sogar gehemmt, was wahrscheinlich nur der Ideenarmut denn der guten Kinderstube geschuldet ist, das „Problem“ dürfte bei den Farrellys nicht vorhanden sein. Oder nennt man das Altersmilde? Oder waren sie vielleicht einfach damals schon über den Punkt, ab dem sie ihre wilden Tage nur berufsbedingt wieder aufleben lassen mussten? Es wirkt irgendwie so. Und das ist bedauerlich. Denn in 116 Minuten verirren sich immer noch ein paar brauchbare Spots mit Feuer, die aber im Brei aus müden Runninggags und oft verpuffenden Blödeleien unterhalb der Grasnarbe kaum noch den Busch stutzen. Irgendwie ist es schon wie immer und irgendwie nicht mehr so wie damals. Wie Chris Cooper (Live by Night) und Richard Jenkins (Spotlight) zwar anwesend, aber nicht richtig da.

Fazit

Der Lack ist ab. Obwohl die Farrellys an sich ihr übliches Repertoire ausbreiten, hat das (damals schon, ist 18 Jahre her) was von Garagenflohmarkt, bei dem sich im vergänglichen Ruhm der Vergangenheit gesonnt wird. Zum nebenbei Gucken sind eine Handvoll ulkiger Momente vorhanden, über die gesamte Dauer ist das wie eine verblichene Diashow des früher coolen Onkels, der inzwischen anfängt etwas peinlich zu werden, komisch riecht und an den falschen Stellen am lautesten lacht. Es passt halt nicht mehr, warum auch immer.

Autor: Jacko Kunze

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