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Frank ist Besitzer eines Ladens für Schaufensterpuppen. In dem Geschäft, das seiner Familie seit Generation gehört, restauriert er Puppen aus verschiedensten Epochen und lebt ein eher zurückhaltendes und verschlossenes Leben. Doch das ändert sich, als die junge und hübsche Fotografin Anna in sein Leben tritt. Auf der Suche nach einer Idee für ihre neue Ausstellung stolpert sie über Franks Laden und die Puppen darin. Aus diesem Treffen entwickelt sich schon bald eine Beziehung, doch Anna kennt Franks dunkle Seite nicht, denn seit seiner äußerst schwierigen Kindheit leidet er unter psychotischen Störungen: Frank lauert nachts jungen Frauen auf, tötet und skalpiert sie auf brutale Art und Weise, nur um anschließend ihnen nachgeahmte Schaufensterpuppen in seiner Wohnung aufzustellen und sie so für immer an seiner Seite zu behalten.

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Kritik

Frank ist ein Einzelgänger und Betreiber eines urigen Ladens für Schaufensterpuppen. Er führt das Geschäft seiner Familie fort und der Name seiner Mutter ist auch noch lange nach ihrem Tod als Besitzer eingetragen. Allerdings ist das keine Schlamperei, sondern steht symptomatisch für die Beziehung zwischen Frank und seiner Mutter, die durch ihr schlechtes Verhalten ihren Sohn zunehmend traumatisierte und ihn mehr und mehr beziehungsunfähig machte. Seitdem ist Frank ein Jäger, der nachts durch die Straßen streift und sich junge Frauen aussucht, um sie zu töten und ihre Haare zur Vollendung seiner Puppen zu verwenden. Als er die Französin Anna kennenlernt, versucht er, sein Leben krampfhaft zu kontrollieren, doch Frank ist seiner Vergangenheit und dem daraus resultierten Verhalten vollkommen ausgeliefert….

Maniac hat mit dem erheblichen Problem zu ringen, dass dem Film letztlich die psychologische Ausarbeitung in Bezug auf den inneren Kampf seines Hauptakteurs Frank Zito (Großartig: Elijah Wood, Hooligans) verloren gegangen ist. Die Verständigung des Tätermotives ist hier nicht nur zweitrangig, es wird lediglich hin und wieder mit einigen reißerischen Andeutungen angereichert, die sich keinesfalls als subtil bezeichnen lassen können, sondern nur gehaltlose Lückenfüller darstellen, die weder dem Verhalten des gequälten Mörders Substanz verleihen, noch so zurückhaltend eingeworfen werden, dass man als Rezipient die Möglichkeit geschenkt bekommt, diese Szenen als angenehmen Freiraum für die Eigeninterpretationen zu nutzen. Wenn sich Maniac 20 Minuten mehr Zeit zur Entfaltung erlaubt hätte und dadurch den Bereich der saloppen Pseudo-Psychologisierung verlassen würde, die eben über keinerlei Bewandtnis verfügt und daher auch jede Kohärenz zwischen den Morden und der psychopathischen Basis im Keim erstickt, dann hätte Franck Khalfoun (P2 - Schreie im Parkhaus) mit Maniac ohne Frage ein Meisterwerk mit hochinteressantem Hauptdarsteller inszenieren können.

Aber genug der negativen Kritik geäußert, denn auch wenn Maniac seinen seelischen Tiefgang nur vorgaukelt, in Wahrheit aber im luftleeren Raum umhertreibt, ist das modernisierte Remake des 80er Jahre Klassikers ein verdammt guter Film, der sich problemlos aus dem kontemporären Einheitsbrei des (Psycho-)Horror-Kinos abhebt. Den größten Gewinn kann der Film dabei aus seinem audiovisuellen Einverständnis ziehen, den man zuletzt in einem solch hypnotisierenden Einklang in Nicolas Winding Refns Drive zu sehen bekam. Mit dem kleinen Unterschied, dass die eruptive Brutalität in Maniac fast durchgehend mit den Augen des Mörders aufgenommen wird und die Ego-Perspektive dazu verleitet, keine Distanz zwischen dem Zuschauer und dem triebhaften Killer zu lassen. Wir blicken direkt in die Augen der sich im Todeskampf befindenden und windenden Opfer, da gibt es keinen Humor, kein Augenzwinkern, das was Khalfoun uns hier serviert, ist ein ultrabrutaler Rausch direkt in die verschwommene Welt eines sklavisch Taumelnden, dessen Realität von Halluzinationen bestimmt wird und den ödipalen Komplex im Inneren immer wieder aufschreien lässt.

Maniac ist kein Psychogramm oder eine weitreichende Auseinandersetzung mit Ursachen und Motivationen, es wird aber deutlich, dass Frank Zito nicht aus Spaß tötet, sondern sich angeekelt von sich selbst zurückzieht, dass er ein desorientierter Niemand ist, der die Leere seines Daseins mit selbstgebauten Schaufensterpuppen füllt und diese mit den Skalps seiner auserwählten Damen vollendet. Er ist ein geschundener, zurückgezogener Mensch, der sich auf die Jagd begibt, weil er selber das größte Opfer in dieser Welt ist, ohne Chance gegen seine Vergangenheit anzukämpfen, ohne Möglichkeit dieses Verlangen überwinden zu können. Das Ende ist dann noch der ganz besondere Paukenschlag und von einer so intensiven Symbolik signiert, dass dem Zuschauer ein kalter Schauer über den Rücken läuft, denn es bleibt ein Trugschluss: Humanität wird zur statischen Fassade, alles Illusionäre greift ein und lässt die beiden Ebenen miteinander verschmelzen. Es gibt nur Einsamkeit, Tod und den stummen Schrei nach Liebe.

Fazit

Nach dem grandiosen "The Hills Have Eyes", ist Alexandre Aja erneut an einem mehr als gelungenen Remake beteiligt gewesen, denn ein solches hat Regisseur Franck Khalfoun mit "Maniac" ohne Wenn und Aber inszeniert. Sicher kommen die psychologischen Komponenten äußerst verwaschen daher und sind zu keiner Zeit als wirklich tiefgängig zu bezeichnen, dafür ist "Maniac" ein audiovisueller Hochgenuss, mit einer fesselnden Hauptfigur samt Ego-Perspektive und ultrabrutalen Gewalteruptionen.

Autor: Pascal Reis

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