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Rachel ist ein Workaholic und hat auch ihre Hochzeit samt Flitterwochen von Anfang bis Ende durchgeplant. Doch dann lässt sie ihr Bräutigam am Altar stehen und ihr Vater, den sie nicht mehr gesehen hat, seit sie 5 Jahre alt ist, lässt sich auf der Feier blicken. Die beiden betrinken sich und wachen mit einem Kater am nächsten Morgen auf - ausgerechnet auf dem Kreuzfahrtschiff, auf dem Rachel ihren Honeymoon verbracht hätte. Wohl oder übel muss sie auf dem Schiff bleiben und nutzt die Zeit, um einige unausgesprochene Differenzen mit ihrem Vater zu klären.

Kritik

Nachdem Maren Ade (Alle Anderen) mit ihrem wunderbaren Toni Erdmann weltweit für Furore sorgte und dafür sorgte, dass sich Peter Simonischek (Nur Gott kann mich richten) und Sandra Hüller (Fack Ju Göhte 3) als entfremdetes Vater-Tochter-Gespann in ihren aufopferungsvollen Jahrhundertperformances ein internationales Publikum für sich begeisterte, wurde kurzerhand ein amerikanisches Remake bestätigt, in dem wir an der Seite von Kristen Wiig (Brautalarm) die Leinwand-Rückkehr von Schauspieltitan Jack Nicholson (Wenn der Postmann zweimal klingelt) sehen werden. Bevor wir diese Neuauflage aber zu Gesicht bekommen (der Kinostart ist für das Jahr 2020 veranschlagt), offenbart Netflix nun mit Wie der Vater... ebenfalls seine Bewunderung für die deutsche Tragikomödie, versackt aber trotz einem bis zum Ende spielfreudig aufgelegten Ensembles im obligatorischen Netflix-Durchschnitt.

Hier ist es nun Kristen Bell (Nie wieder Sex mit der Ex) als Produktmanagerin Rachel, die ihr Leben voll und ganz dem Smartphone widmet, was kurzerhand dazu führt, dass sie vor dem Traualtar stehen gelassen wird. Als wäre das nicht schon niederschmetternd genug, muss sie sich auch noch mit der Gegenwart ihres Vaters (Kelsey Grammer, Frasier) abfinden, zu dem sie seit über 26 Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Worum es in Wie der Vater... also gehen wird, ist anhand dieser Miniatur-Synopsis bereits sehr gut erkennbar: Es geht darum, das zerrüttete Vater-Tochter-Verhältnis wieder ins Reine zu bringen. Und was eignet sich dafür besser, als eine den Geldbeutel eines jeden Zuschauers gnadenlos sprengende Reise auf einem Luxusdampfer, der sie geradewegs durch die traumhafte Kulisse der Karibik schippert.

Nagut, eigentlich wollte Rachel hier ihre Flitterwochen mit ihrem Verlobten verleben, nach einem durchzechten Abend im Vollrausch aber landet sie mit ihrem Vater in der Honeymoon Suite des Dampfers, was nicht nur beim Rest der Passagiere für Verwirrungen sorgt. So vorhersehbar sich die Handlung von Wie der Vater... also gestaltet, so offenkundig ist auch das Anliegen der Werbeclipästhetik, mit der Regisseurin Lauren Miller (Zack & Miri Make a Porno) ihren Debütfilm bekleidet: Hier soll ordentlich Urlaubsfeeling mit dem Holzhammer verbreitet werden. Kein Wunder, dass nicht nur das Kreuzfahrtschiff wie der motorisierte Himmel auf Erden erscheint, sondern auch die Ausflüge an das jamaikanische Festland glänzen und funkeln als majästetische Postkartenmotive, die gezieltes Fernweh bereiten. Damit sich die Hochglanz-polierte Erhabenheit der Bild aber vollends entfalten kann, fehlt (vorerst) der innere Frieden.

Eine Versöhnung zwischen Rachel und ihrem Vater muss her; und selbst wenn sich die beiden auch mal lauthals über die Verfehlungen der Vergangenheit austauschen, scheint die dramatische Fallhöhe von Wie der Vater... doch äußerst knapp bemessen zu sein. Geben sich Kristen Bell und Kelsey Grammer noch sichtbar Mühe, ihren Charakterprofilen Leben einzuhauchen, lässt sie das Drehbuch oftmals im Regen von Plattitüden und Allgemeinplätzen stehen. Lauren Miller, die Ehefrau von Seth Rogen (Das Ende der Welt), der in einer Nebenrolle ebenfalls zu sehen ist, artikuliert sich in Bezug auf die dysfunktionale Beziehung im Zentrum der Handlung zu konstruiert, zu durchschaubar und letztlich auch zu angepasst. Die Nerven liegen nie wirklich blank, es sind Bruchteile, in denen Rachel die Fassung verlieren darf. Der Erfolg einer zwischenmenschliche Verständigung ist in Wie ein Vater... (leider) alternativlos.

Fazit

In auf Hochglanz-polierter Werbeoptiker labt sich Regisseurin Lauren Miller nicht nur an der Erhabenheit der karibischen Kreuzfahrt, sondern schafft es nicht, die dysfunktionale Vater-Tochter-Beziehung gekonnt zu grundieren. Das Vorbild des Films, "Toni Erdmann", ist dann eben doch eine Nummer zu groß. Dafür zeigen sich Kelsey Grammer, Kristen Bell und Seth Rogen äußerst spielfreudig und helfen "Wie der Vater..." gekonnt dazu, sich im erträglichen Durchschnitt der Netflix-Veröffentlichungen festzusetzen.

Autor: Pascal Reis

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