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Er steht im Mittelpunkt einer uralten Prophezeiung, auch wenn er zunächst noch nichts davon ahnt: Der Junge Tom, der auf dem Hof seiner Mutter arbeitet, ist erwählt, zum Helden zu werden. Als siebter Sohn eines siebten Sohnes gehört er zum Orden der Geisterjäger, der gegen Hexen und andere magische Wesen kämpft. Tom geht bei John Gregory, dem letzten Meister in der Kunst, schwarze Magie abzuwehren, in die Lehre. Und bald bekommt er es mit einer übermächtigen Gegnerin zu tun: der Hexe, Mutter Malkin, die nichts weniger will, als die Geisterjäger ein für alle Mal auszulöschen - und die dazu eine ganze Armee übernatürlicher Gestalten befehligt.
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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Die vom englischen Schriftsteller Joseph Delaney verfasste Buchreihe „Spook – Der Schüler des Geisterjägers“ erfreut sich ihrer belletristischen Existenz vor allem im Regal des wohlbehüteten Kinderzimmers: Die Geschichte des 14-jährigen Tom Ward, dem die Ehre gebührt, als siebter Sohn eines siebten Sohnes Einzug in einen elitären Hexenjäger-Orden zu erhalten, zeichnet sich durch ihre spielerische Freude am Fabulieren aus und hat es inzwischen auf eine sequentielle Erzählung von umfangreichen 13 Episoden geschafft (von denen bisher auch die ersten 5 ins Deutsche übersetzt wurden). Was im literarischen Sektor allerdings Früchte trägt, muss das nicht auch auf der großen Leinwand tun: „Seventh Son“, die circa 95-Millionen teure Adaption besagter Fantasy-Chronik, bestätigt dies nun ein weiteres Mal. Dabei hatte man doch mit dem russischen Filmemacher Sergei Bodrow („Der Mongole“) hinter der Kamera, sowie den beiden Schauspielgrößen Jeff Bridges („Hüter der Erinnerung – The Giver“) und Julianne Moore („Still Alice – Mein Leben ohne Gestern“) davor durchaus fähiges Personal vorzuweisen gehabt.

„Seventh Son“ macht jedenfalls keinen aufmüpfigen Hehl daraus, sich fortwährend der suggestiven Ästhetik großer Vorbilder wie zum Beispiel Peter Jacksons „Der Herr der Ringe“-Saga anzunehmen. Vom Ebenmaß dieser kinematographischen Monumente aber ist „Seventh Son“ mindestens zwei Lichtjahre entfernt; näher sieht sich Sergei Bodrow Hollywooddebüt in seinem derangierten Geist dann schon eher Uwe Bolls „Schwerter des Königs“, der immerhin auch in der luxuriösen Lage war, unglaubliche 60 Millionen Dollar zu verschleißen – Für nichts und wieder nichts. Jeff Bridges darf nach „R.I.P.D. - Rest in Peace Department“ noch einmal seine markige „True Grit“-Performance auf Autopilot recyclen und grunzt sich als grummeliger Hexenjäger John Gregory durch die phantastische Lande. Dass es immer ein Vorteil ist, einen außergewöhnlichen Charakter-Darsteller wie Jeff Bridges in seinem Repertoire zu wissen, erklärt sich selbstverständlich von allein, inzwischen ist aber der Punkt gekommen, an dem man Bridges doch endlich mal wieder ein sauberes Drehbuch auf dem Schreibtisch wünscht.

Und wir hätten es natürlich nicht mit einem echten Fantasy-Film zu tun, wenn nicht irgendwo noch eine mythische Prophezeiung lauern würde. Die betrifft dann auch Tom Ward (ausdruckslos: Ben Barnes), der sich zusammen mit John Gregory der mächtigen Hexe Malkin (Chargierend: Julianne Moore) zur Wehr setzen muss, um zu verhindern, dass sich ihre Kräfte bei Blutmond ins Unermessliche potenzieren. „Seventh Son“ ist – welch Überraschung! - das seelenlose Fantasy-Amalgam des Jahres und fleddert sich gnadenlos durch die Versatzstücke des Genres, ohne dem trashigen Schmu um Zaubersteine, megalomanische Echsen und jede Menge Visionen einen kohärenten Rahmen zu verleihen. Stattdessen herrscht unter Sergei Bodrows Ägide primär orientierungslose Hektik, die das stetig kreiselnde Narrativ von Anfang an so vehement nach vorne peitscht, als gäbe es hier irgendwann womöglich doch noch irgendetwas von Belang zu berichten. Immerhin gefällt das Land, in dem „Alpträume und Legenden wahr werden“, wie John Gregory zu Beginn seinem Zögling attestiert, durch einige breite Landschaftstableaus.

Fazit

Seelenloses Genre-Amalgam, welches den Zuschauer nicht mit auf eine phantastische Reise in eine fremde Fantasy-Welt nimmt, sondern aufgrund seiner orientierungslosen Hektik permanent vor den Kopf stößt. Jeff Bridges darf dabei mal wieder den guten Rooster Cogburn raushängen lassen und einige Fotografien der mächtigen Gebirgsketten (gedreht wurde übrigens in Kanada) wissen durchaus zu gefallen, letztlich aber ist „Seventh Son“ ein müder, eklektischer Aufguss dessen, was das Fantasy-Kino schon vor zehn Jahren auserzählt hatte.

Autor: Pascal Reis

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