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Inhalt

Goldschmuggler Jiang (Shawn Yue) und seine Bande operieren im großen Stil innerhalb des Hongkonger Hafens und nutzen Fischerboote als Tarnung. Dicht auf den Fersen ist ihnen der waghalsige Polizist Chang (Zhang Jin). Als es innerhalb des Syndikats zu einem Machtkampf kommt, entführt Jiang den Partner des Cops: So möchte er den Aufenthaltsort von Triaden-Boss Kui herauszufinden. Alles spitzt sich zu und führt auf einem großen Casino-Schiff zum tödlichen Showdown!

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Kritik

Das moderne Actionkino aus Hongkong – aber mittlerweile auch China – versucht seit Jahren an seine goldenen Zeiten der 80er und frühen 90er Jahre anknüpfen, verkommt dabei aber meist zu flachen Imitaten früherer großer Motive (wie zuletzt John Woo mit Notwehr). Im Falle von Bitter Enemies - Only Gold Can Be Trusted (OT: Kuang shou) der Actionexperten Jonathan Li und Paco Wong wird dies gleich an mehreren Stellen mehr als deutlich: Während beispielsweise Jonathan Li – der mit dem Film sein Debüt als Regisseur feiert - mit Filmen wie Infernal Affairs 3 oder dem knallharten Dog Bite Dog - Wie räudige Hunde als Assistant Director jede Menge Erfahrungen sammeln konnte, bleibt hier beim Kampf zwischen zwei skrupellosen Gegenspielern meist nur die schillernde wie höchst stilvolle Optik über. Und Produzent Paco Wong – der zum ersten Mal das Drehbuch beisteuert – kann sich zwar auf seine Motive von Klassikern wie SPL: Sha po lang oder auch Hak kuen berufen, versteht es aber nicht diese miteinander in Einklang zu bringen und so eine Emotionalität in den Actioner zu bringen. Was bleibt sind schließlich packende Choreografien ohne jegliche Seele, was angesichts des eigentlichen Potenzials eine große verpasste Chance ist.

Das jede Menge Potenzial im Film steckt, ist wohl zu aller erst am Cast festzumachen: Sowohl Jin Zhang (The Grandmaster, Pacific Rim 2) als eiskalter sowie unnachgiebiger aber auch skrupelloser Polizist sowie Shawn Yue (Infernal Affairs - Die achte Hölle, Legend of the Fist) als schweigsamer und tödlicher Gold-Schmuggler sind nicht nur imposant und scheinbar unaufhaltsam, sondern ziehen in den richtigen Momenten immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich, nur um sich dann spektakulär durch die diversen Action-Sequenzen zu kämpfen. Allerdings braucht Bitter Enemies zu Beginn jede Menge Zeit, um nicht nur die beiden eigentlichen Hauptprotagonisten zu platzieren, sondern auch die eigentliche Geschichte zu offenbaren. Selbige entpuppt sich dann jedoch nur als Aneinanderreihung von diversen Schauplätzen und vor allem zweier Männer, dessen Beweggründe viel zu oft im Schatten bleiben. Zwar versucht Autor Paco Wong Korruption, Gewalt, Recht und Unrecht und die Frage nach Freiheit in seinen Film zu platzieren, scheitert aber bei Erzählweise sowie Nebenfiguren kläglich. Gerade letztere bleiben erschreckend blass: Wo Polizist Chang mit seinen früheren Taten kämpft und dies über seine Ziehtochter verarbeitet – die aber wenig von sich selbst preisgeben darf – hat Jiang seine scheinbar unsterbliche Liebe, welche aber ebenso ein Fremdköper bleibt wie der verärgerte Polizeichef oder Changs mysteriöser Partner.

Die Frage, die bis zum Finale offenbleibt, ist: Was treibt sie an? Und genau hier liefert Bitter Enemies keine Antworten, sondern viel mehr jede Menge Bilder und ein rasantes Tempo, welches eine emotionale Tiefe außen vor lässt. Wenn am Ende so schließlich beide Männer im Showdown aufeinandertreffen, ist es egal um was es letztlich geht oder wer schließlich den Kampf überlebt. Das Gold wiederrum, was eigentlich im Fokus der kompletten Handlung stehen sollte, wird ebenfalls zum Ballast, der buchstäblich über Bord geworfen wird. Zumindest Action-Fans können aber hoffen: Trotz seiner flachen Erzählweise sind diese nämlich nicht nur spektakulär in Szene gesetzt, sondern auch wunderschön fotografiert. Jonathan Li kann hier mit seiner jahrelangen Erfahrung eine regelrechte Sinfonie aus Kampfchoreografie, Gewalt und Wutausbrüchen erschaffen. Dies zusammen mit einer guten Kamera, Slo-Motion Effekten und einem Finale welches in klassischer Tradition der goldenen Hongkong-Zeit steht, ergibt jede Menge Schauwerte. Knochenbrüche, Messerkämpfe und jede Menge Stunts reichen jedoch schließlich nicht, um Bitter Enemies vor der Mittelmäßigkeit zu retten. Schade

Fazit

"Bitter Enemies" will uns einen gnadenlosen Kampf zweier Männer offenbaren, die nichts zu verlieren haben jedoch alles gewinnen wollen. Allerdings scheitern Jonathan Li und Paco Wong an ihren eigenen Ansprüchen. Wo die Action wunderschön ist und wirklich ein Highlight darstellt, bleiben Charaktere und vor allem Handlung weit hinter ihren Möglichkeiten zurück. Schlimmer noch: Der Zuschauer findet keinen Weg in die Charaktere, sodass der imposante wie knochenbrechende Kampf zum oberflächlichen Showdown verkommt. Für Fans einen Blick wert, alle anderen sollten lieber auf den nächsten Actioner aus Hongkong oder China warten.

Autor: Thomas Repenning

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