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Inhalt

Yukie ist eine junge, idealistische und liberale Frau, die sich in den Freiheitskämpfer Noge verliebt. Als dieser über Jahre hinweg verschwindet und als konformer Mensch wieder auftaucht, ahnt sie Schlimmes. Noges wahres Geheimnis verheißt jedoch weitaus mehr Gefahr, als Yukie sich vorstellen könnte.

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Akira Kurosawas Karriere begann während des Zweiten Weltkriegs. Dementsprechend gezeichnet sind seine frühen Regie-Arbeiten: Nach dem Debütfilm Judo Saga - Die Legende vom großen Judo erkannte man schnell das visuelle und dramaturgische Geschick des Neulings. Die folgenden Filme (Am allerschönsten und die Judo Saga Fortsetzung) wurden geschmack- und taktlose Propaganda-Vehikel, die Japans Stärke vor allem anhand der unstillbaren Kampfeslust erkennen wollten. Nachdem der Krieg mit Japans Kapitulation als Reaktion auf die Atombomden-Abwürfe für das Land endete, okkupierte die amerikanische Besatzung das Land, errichtete eine Demokratie und kontrollierte den antifaschistischen Sinneswandel der Bevölkerung. Dementsprechend wurde auch Kurosawas Nachkriegs-Arbeit beeinflusst. Kein Bedauern für meine Jugend ist der erste Film des Japaners, der nach dem Krieg entstand und politische Stellung gegen den Faschismus bezog, als dieser noch nicht einmal kalt war.

Eine Texttafel zu Beginn beweist dabei den amerikanischen Einfluss auf den Film. Der japanische Faschismus und dessen manipulativen Mechanismen, sowie das Basieren auf wahren Begebenheiten werden erläutert und angekündigt. Dieser historische Hintergrund beruht dabei auf zweierlei Elementen. Erstens: Die Geschichte des Films beginnt im Jahr 1933, als Studentenproteste gegen Faschismus von der Regierung brutal zerschlagen werden. Zweitens: Die Geschichte behandelt den einzigen vom japanischen Staat während des Krieges hingerichteten Verbrechers; ein Spion. Auch wenn die Namen und Figuren ausgetauscht wurden, bedient Kurosawa sich dem groben Rahmen der Geschehnisse. Ein Studentenkämpfer (Noge, gespielt von Susumu Fujita aus Die verborgene Festung) verschwindet auf einmal, bleibt Jahre lang unauffindbar und taucht dann, scheinbar mittlerweile gesittet, erneut auf. Er benimmt sich nicht mehr regimekritisch. Es wird gemunkelt, dass er vom Polizei-Apparat ordentlich strammgezogen wurde.

Für Kurosawa untypisch: Nicht dieser ehemalige Student und Freiheitskämpfer ist die Hauptfigur der Geschichte, sondern die Tochter eines Professors. Sie, Yukie (Setsuko Hara, Die Reise nach Tokyo), ist idealistisch, sie drückt den Studenten die Daumen, ist jedoch in den konservativen Rahmen ihrer Erziehung gebunden und bleibt deshalb passiv. Ihre Welt bricht zusammen, als sie merkt, wie ruhig Noge geworden ist. Die Liebesgeschichte zwischen Yukie und Noge bildet den Kern des Films. Sie ist in den früheren, freiheitsliebenden, nonkonformistischen Noge verliebt und erhofft sich von ihm, dass er dieses Bild erfüllt. Kurosawa schlägt hier eine interessante Brücke zum Expressionistischen Stummfilm, wie er in den frühen 20er Jahren in Deutschland berühmt war. Kein Bedauern für meine Jugend ist oftmals (anders als Kurosawas früheren Filme) wie ein Stummfilm kadriert, gleichzeitig bedient er sich Überblendungs- und Schnitttechniken, die an Filme wie Die Straße erinnern. Der Höhepunkt der Kunst: Als Yukie realisiert, dass sie in eine Person verliebt ist, die es so nicht mehr gibt, ist statt Noges Körper nur sein Schatten zu sehen. Er ist ein Scheinkonstrukt, ein schwarzes Gespenst.

Fazit

Mit „Kein Bedauern für meine Jugend“ hat Akira Kurosawa seinen ersten Nachkriegsfilm inszeniert, der deutlich Stellung gegen das alte faschistische Regime Japans bezieht. Das Drama um die verlorene Liebe, Unterdrückung und diskriminierende Sippenhaft ist dramaturgisch relativ hastig durchgezogen. Kurosawa steuert mit diesem Film von einem ins andere Extrem: Diesmal wird ein antifaschistischer Spion über alle Maßen heroisiert. Das muss einem auch nicht schmecken, ist in seinem Maße jedoch weitaus bekömmlicher, als noch die faschistische Propaganda, die Kurosawa zwei Jahre zuvor verzapft hat.

Autor: Levin Günther

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