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Zeit ist relativ sagte einmal Einstein, doch für den jungen Will Salas (Justin Timberlake) ist Zeit überlebensnotwendig. Denn in seiner finsteren Welt, hat Geld längst aufgehört zu existieren und stattdessen fungiert nun Zeit als Währung. So aktiviert sich bei jedem Menschen, die durch genetische Veränderungen nicht mehr altern, nach dem 25. Lebensjahr eine Uhr, die kontinuierlich sowie ohne Gnade abläuft. Möchte man mehr Lebenszeit, so müssen neue Minuten, Stunden oder Wochen erst verdient werden. Eines Tages allerdings, trifft Will auf den Selbstmörder Henry Hamilton (Matthew Bomer), auf dessen Uhr über 100 Jahre liegen. Hamilton schenkt Will die Zeit mit den Worten, dass eigentlich genug Jahre für alle Menschen auf der Welt da sind. Für wenige Unsterbliche, müssen viele Menschen sterben. Mit der neuen Lebenszeit sowie einer Idee, macht sich Will auf in das berühmte Nobelviertel New Greenwich, um endlich die andere Seite der Gesellschaft kennen zu lernen. Während er hierbei auf den superreichen Philippe Weis (Vincent Kartheiser) und seine Tochter Sylvia (Amanda Seyfried) trifft, hat jedoch schon längst die Polizei die Fährte aufgenommen. Denn Timekeeper Raymond Leon (Cillian Murphy) glaubt nicht daran, dass Hamilton ihm die Jahre als Geschenk hinterlassen hat…

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Quelle: themoviedb.com

Kritik

Eine Busfahrt für zwei Stunden Lebenszeit, ein Becher Kaffee für vier Minuten oder gar ein Auto für über 50 Jahre? Aus dieser simplen wie genialen Grundidee, erschafft Regisseur Andrew Niccol eine hervorragende Sci-Fi-Welt, die von der ersten Minute an zu begeistern weiß. Dass  Niccol mit solch tiefgreifender Erzählung, auch im Hinblick auf Gesellschaftskritik, bereits Erfahrungen hat, bewies er schon eindrucksvoll mit Gattaca oder Lord of War – Händler des Todes. Besonders die Verbindung von Anspruch und Unterhaltung, war hierbei stets gelungen. So auch in In Time, bei der Niccol, der auch das Drehbuch zum Film schrieb, eine finstere Welt offenbart, bei der nun Zeit die vorherrschende Währung ist. Was dies genau bedeutet, präsentiert der Film in den ersten Minuten von Wills Leben ganz genau. Jede Sekunde zählt, denn nach einem Tag könnte die Zeit bereits aufgebraucht sein, die man noch auf dem Konto besitzt. Wird das Gehalt zu spät gezahlt oder erhöhen sich die Preise zu stark, dann könnte dies das Ende bedeuten. Demensprechend kalt wirkt die Zukunft. Denn während auf der Straße zu  jeder Zeit jemand tot zusammenbrechen könnte, blickt jeder nur auf seine eigene noch verbliebene Lebenszeit. Die Stimmung ist rau, gefährlich und düster. Doch gerade aus diesem kühlen Setting heraus, ergeben sich teils fantastische Fragen, die zu jeder Zeit den Zuschauer beschäftigen. Ist es wirklich erstrebenswert Unsterblich zu sein? Was würde man selbst tun, wenn es im täglichen Überlebenskampf um jede Minute geht? Diese Sogwirkung zieht förmlich in die Geschichte, die letztendlich das Setting jedoch nicht voll nutzen kann.

Dies liegt in erste Linie daran, dass die Haupthandlung von Will, sehr stark der von Bonnie und Clyde ähnelt. So erfährt Will erst die Wahrheit über das System, sieht wie dekadent, degeneriert sowie abgehoben die Reichen leben und kidnappet schlussendlich auf der Flucht die schöne Sylvia. Diese ist erst abgeneigt, stellt dann aber fest, dass das Leben viel mehr zu bieten hat, als Wein, gutes Essen sowie der tägliche Versuch, nicht durch einen blöden Unfall zu sterben. Denn genau dies machen die Menschen, die teils mit tausenden Jahren ausgestattet sind oder gar schon hunderte Jahre Leben. Beschützt von Bodyguards, unternehmen diese nichts, was sie auch nur annähernd gefährden könnte. Sylvia verliebt sich so nach und nach in Will (allerdings funkt es nur in Ansätzen) und fortan gehen beide auf Raubtour, um so viel Zeit wie möglich zu stehlen, um es schließlich den Armen zu geben. Während besonders die Anfänge dieser Robin Hood Story faszinieren, hier vor allem die Jagd von Timekeeper Raymond Leon nach den vermeintlichen Freiheitskämpfern, dreht sich die Geschichte zum Ende hin ein wenig im Kreis. Zudem ist der Zuschauer selbst gefordert, die vielen kleinen Details der Welt, zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Weder wird etwas erläutert, noch gewährt Niccol einen gar tieferen Blick in seine despotische Zukunftsvision. Hier hätte es nicht geschadet, ein wenig mehr über die Hintergründe, wie es zum Beispiel dazu kam oder was Wills Vater für eine Rolle spielte, zu erzählen, wodurch schlussendlich viel zu viele Lücken nach dem Abspann übrig bleiben.

Nichtsdestotrotz, kann Regisseur Andrew Niccol mit seiner Thematik der Zeit überzeugen. Denn gerade diese, spielt eine klare Hauptrolle im Film, was zu jeder Sekunde förmlich spürbar ist. Zeit ist allgegenwärtig, was besonders dadurch sichtbar wird, dass alles in dieser Währung bezahlt wird. Doch auch die vielen Figuren, blicken ständig auf ihren Arm (dort ist die Uhr zu finden), wodurch eine regelrechte Hektik sowie Spannung entsteht, bei der der Zuschauer durchaus geneigt ist, mitzurechnen.  Wie viel Zeit bleibt noch übrig? Die Kritik und die Übertragung auf unser aktuelles System, sind dabei nicht von der Hand zu weisen. Schon heute ist es eine Frage des Geldes, wie alt man eventuell werden könnte (Medikamente, Betreuung). Und auch die verschiedenen Gruppen, Reiche sowie Arme, gibt es so in der Gesellschaft überall. Für wenige Unsterbliche, müssen viele Menschen sterben. – Wird nur ein Wort ausgetauscht, so ist die Satire und Gesellschaftskritik mehr als deutlich. Mit einem darwinschen Kapitalismus und dem Gesetz des stärkeren definiert schlussendlich Multimillionär (in Zeit) Philippe Weis das System. Ein faszinierendes Gleichnis, welches zum Nachdenken anregt.

Umso tragischer ist es da, dass die Handlung nicht in allen Belangen ebenso überzeugen kann wie die gezeigte Szenerie (die auch optisch gelungen daher kommt). Die Thriller-Handlung sorgt für ein wenig Spaß und actionreicher Unterhaltung (hier besonders die vielen Verfolgungsjagten), bleibt letztendlich jedoch ohne viele Anknüpfpunkte gegenüber der hervorragend präsentierten Welt. Gelungen sind indes die darstellerischen Leistungen. Vor allem Justin Timberlake kann erneut beweisen, dass er durchaus in der Lage ist, alleine einen ganzen Blockbuster zu stemmen. Von humorvoll, kämpferisch bis tragisch, ist seine Bandbreite mittlerweile breit gefächert. Doch auch Amanda Seyfried, macht als anfangs schüchterne Sylvia eine gute Figur. Letztendlich funkt es zwischen den Beiden zwar nicht ganz auf der Leinwand, doch zusammen geben sie dennoch ein gutes kämpferisches Paar ab. Absoluter Star von In Time ist jedoch Cillian Murphy, der als scheinbar eiskalter Timekeeper Raymond vor allem das Publikum in seinen Bann zieht. Seine Figur ist so mysteriös, dass bis zuletzt seine Rolle in der Geschichte unklar bleibt. Aus Zeit scheint sich der aufrechte Gesetzeshüter nichts zu machen, doch tief im inneren weiß er bereits, dass er vor 50 Jahren den falschen Weg gewählt hat. Doch dies einzugestehen, würde seine komplette Existenz überflüssig machen. Murphy überträgt diese innere Zerrissenheit perfekt und dies obgleich, er nur immer sporadisch die Szenerie betritt. Ebenfalls erwähnenswert ist dagegen auch Vincent Kartheiser als Philippe Weis. Denn Kartheiser spielt seine Rolle so, dass der Zuschauer förmlich spüren kann, dass hinter der jugendlichen Fassade ein alter Mann steckt, der letztendlich ein Gefangener seiner eigenen Welt ist.

Fazit

Regisseur Andrew Niccol erschafft mit "In Time" eine fantastische Sci-Fi-Welt, die von der ersten Minute an zu begeistern weiß. Die Zeit als Währung umzusetzen, erscheint im ersten Blick zwar eine simple Idee zu sein, doch gerade die vielen Kleinigkeiten, ergeben ein Gesamtwerk, welches vor Gesellschaftskritik nur so strotzt. Schade ist dagegen, dass die Handlung rund um Will sowie Sylvia, die nach echter "Bonnie und Clyde"-Manier das System aufrütteln, dem nicht ganz gerecht wird.

Autor: Thomas Repenning

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