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Nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland: Die amerikanische Lieutenant Catherin Gates und der französische Offizier Henri Rochard verlieben sich und heiraten. Noch am Tag ihrer Hochzeit legt jedoch Gates' Schiff zurück in die Vereinigten Staaten ab. Rochard gelingt es, als "Kriegsbraut" mit an Bord zu kommen, doch leider kann er seiner Braut auf ihrer etwas anderen Flitterwochenreise aufgrund von militärischen Bestimmungen nicht nahe kommen.

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Kritik

„Du redest von Temperatur, wo ich doch nie im Leben welches gehabt habe!“

Oftmals kommt eine Reise in die Vergangenheit, wie man sie mit Ich war eine männliche Kriegsbraut unternehmen kann, doch einem Labsal für das eigene Seelenbefinden gleich. Damit gesteht man sich zwar auch einen gewissen Hang zur nostalgischen Verklärung ein, doch das klassische Hollywood-Kino, in diesem Fall sprechen wir von der Traumfabrik des Jahres 1949, hatte noch einen Glanz, ein Schimmern, ein Funkeln, dem man sich nicht entreißen konnte. Das personelle Triptychon um Regisseur Howard Hawks (Rio Bravo), einer der unverwüstlichen Regisseure jener Jahre, Cary Grant (Der unsichtbare Dritte) und Ann Sheridan (Der Herr der Silberminen) vereint genau diesen Glanz, dieses Schimmern, dieses Funkeln aufs Exakte, wenn sie sich in das geschichtsträchtige Nachkriegsdeutschland begibt und der Cross-Dressing-Komödie mit Ich war eine männliche Kriegsbraut ihren Stempel aufdrückt.

Ja, Ich war eine männliche Kriegsbraut ist ein echtes Starvehikel, ganz und gar auf die Präsenz seiner namhaften Hauptdarsteller zugeschnitten. Dabei verinnerlicht Ich war eine männliche Kriegsbraut die grundlegende Regel, die jede Screwball-Comedy zum Erfolg führt: Der männliche Part ist nur so gut, wie es der weibliche Part zulässt – und andersherum. Dass Cary Grant der deutlich größere Schauspieler ist, tut dem Charisma von Ann Sheridan offenkundig keinen Abbruch: Denn Grant kann nur erstrahlen, weil Sheridan ihn erstrahlen lässt. Im Zuge eines schmissig und gleichberechtigt inszenierten Geschlechterstücks dürfen sich die beiden tatkräftigen Zugpferde auch erst einmal in verbalen Gefechten ordentlich anpflaumen, wenn sie sich aus beruflichen Gründen auf die Suche nach einem gewissen Schindler machen, der im zweiten Weltkrieg zwangsweise für die Wehrmacht gearbeitet hat, nun aber einen neuen Pass ausgestellt bekommen soll.

Der verbale Schlagabtausch soll natürlich nur ein Vorwand sein, damit sich die Beiden nicht eingestehen müssen, wie viel Gefallen sie am jeweils anderen finden – vergebens. Ich war eine männliche Kriegsbraut entwickelt sich vor historischer Kulisse (es wurde an Originalschauplätzen wie Frankfurt am Main, Mannheim und Schwetzingen gedreht, was sich wirklich bezahlt macht!) zur romantischen Komödie und schlägt alsbald in einen amourösen Kreuzzug gegen die bürokratischen Irrungen und Wirrungen der Nachkriegsjahre um. Dabei ist Ich war eine männliche Kriegsbraut zwar merklich in die Jahre gekommen, zu harmlos artikuliert sich das Humorverständnis des Filmes, welches sich aus Wortwitz und Situationskomik speist, um satirisches Potenzial entwickeln zu können, amüsiert aber dennoch als ausgelassener Verkleidungsreigen, in dem Cary Grant mit Bleistiftrock und Pferdehaarperücke immer noch eine – wie sollte es anders sein – gute Figur macht.

Fazit

Es sind die gut aufgelegten Schauspieler, die dieses Starvehikel aus dem Jahre 1949 zu einem unterhaltsamen Geschlechterreigen erheben. "Rio Bravo"-Regisseur Howard Hawks zeigt erneut seine Leidenschaft dafür, Cary Grant in Frauenkleider zu stecken und formiert "Ich war eine männliche Kriegsbraut" zwar zur handzahmen, aber quirligen Komödie, die es mit dem Bürokratismus des Nachkriegsdeutschland aufnimmt.

Autor: Pascal Reis

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