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Während des zweiten Weltkrieges wird der britische Captain Anson dazu beordert, zwei Krankenschwestern durch die Wüste Nord Afrikasbis nach Alexandria zu eskortieren. Er träumt davon, bei ihrer Ankunft mit einem eiskalten Bier empfangen zu werden – doch die Reise gestaltet sich problematisch …

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Kritik

Mitte der 50er Jahre steckte der amerikanische Kriegsfilm trotz guter Kassenverkäufe und einer visuellen Stärke inhaltlich in der Krise: Gefangen zwischen hochstilisierten Heldenepen, klischeehaften wie teils unsterblichen Soldaten, die romantisch gegen einen barbarischen und gar schon comichaften Feind zu Felde zogen, und gemischt mit einer gewissen Glorifizierung des Krieges selbst. Kein Wunder also, dass sich mit Ende der 50er und Beginn der 60er Jahre der Ton grundlegend änderte. Wie beim Meisterwerk Wege zum Ruhm, wurde schließlich die Brutalität und Banalität des Krieges und vor allem der Mensch mehr und mehr in den Vordergrund gestellt. Eine durchaus vergessene Perle stellt dabei auch Ice Cold in Alex (manchmal auch Eiskalt in Alexandrien) aus dem Jahre 1958 von Regisseur J. Lee Thompson (Die Kanonen von Navarone, Eroberung vom Planet der Affen) dar. Denn statt sich mit opulenten Bildern im Afrikafeldzug aufzuhalten, geht Autor Christopher Landon – der selbst als Major in Afrika diente – einen Schritt zurück und beschränkt seine Perspektive auf eine kleine Gruppe. Und der Feind? Nun, dieser wird zum fernen Bild in der Wüste, während selbige unerbittlich an die Grenzen jeglicher Menschlichkeit führt.

Somit ist Ice Cold in Alex in vielen Belangen mehr ein Abenteuerfilm (sehr ähnlich dem Klassiker Lohn der Angst) als ein Kriegsfilm an sich, auch wenn das Setting besonders gekonnt als Startschuss genutzt wird: Denn während die britischen Truppen eine Niederlage nach der nächsten einstecken und Tobruk zur Todesfalle wird, bleibt am Ende nur ein einziger Lazarettwagen übrig, der versucht über die sicherste Strecke nach Alexandrien zu gelangen. Was wenig spektakulär klingt, erzählt Regisseur J. Lee Thompson aber in so eindringlichen Bildern, dass dem Zuschauer zwischendurch durchaus die Luft wegbleibt. Dies liegt auch an der Erzählung selbst: Hier wird nicht gekämpft, nicht geschossen oder in großangelegten Schlachten der Wüstensand getränkt, sondern hier bleibt die nihilistische Menschlichkeit mit all seinen Ängsten im Vordergrund. So ist beispielsweise Captain Anson (eindringlich von John Mills gespielt, Einst ein Held) kein makelloser schillernder Held, sondern eine Figur die zweifelt, alkoholsüchtig ist, müde, ängstlich und damit verbunden zutiefst erschüttert aufgrund des Krieges. Und auch alle anderen Charaktere – außer die leider zum Ende hin sehr klischeehafte Darstellung von Sylvia Syms als Schwester Diana Murdoch – zeigen sich teils gebrochen, hilflos oder suchend. Gemeinsam jedoch, schaffen sie das scheinbar Unmöglich.

Genau hier entsteht das nächste Highlight von Ice Cold in Alex: Der Kampf gegen die unerbittliche Natur. Während das durchqueren eines Minenfeldes in der Wüste schon zum Drahtseilakt wird, ist danach die Symbiose aus hoffnungsvollen Lazarettwagen und einer Besatzung, die sich allen Widrigkeiten stellt, absolut einmalig und unsagbar spannend. Besonders optisch – mit passenden schwarz-weiß Bildern - wird hier der Film von Regisseur J. Lee Thompson eine wahre Pracht, wenn Treibsand zur Todesfalle wird oder sich eine Wüstendüne zum unüberwindbaren Feind entwickelt. Doch damit nicht genug: Denn der Film spielt auch gerne mit seinen starken Charakteren und entwickelt zwischen ihnen ein gewisses Katz- und Mausspiel. Während die Alkoholsucht besonders zu Beginn für eine gewisse Dramatik sorgt, ist es danach der mysteriöse Neuankömmling Captain van der Poel (fantastisch von Anthony Quayle gespielt, Lawrence von Arabien) der für die meiste Dynamik sorgt. Mit seinem Geheimnis sorgt er immer wieder für eindringliche Momente, bevor am Ende dann sogar ein versöhnlicher Blick auf den Krieg wartet. Selbige Szene ist indes mittlerweile gar zum Kult avanciert, wenn beim kühlen Bier auf die Tortur zurückgeblickt wird und vom Krieg die Gewissheit übrig ist, dass nur Schmerz und Leid wartet und dies obwohl wir doch alle gleich sind und zusammenstehen sollten. Eine tolle Botschaft.

Fazit

"Ice Cold in Alex" überrascht aufgrund seiner eindringlichen Inszenierung und vor allem seiner tiefen wie ehrlichen Menschlichkeit, in der sich ein kleiner Lazarettwagen seinen Weg durch die tödliche und unnachgiebige Wüste bahnt, um einem Krieg zu entkommen, der selbst keine Menschlichkeit kennt. Charaktere, Inszenierung und Erzählung liefern dabei einen spannenden Genre-Meilenstein, der nach Hitze, Sand und Schweiß auch noch eine gelungene Botschaft zurücklässt. Absolut sehenswert.

Autor: Thomas Repenning

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