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Auf den gerade wiedergewählten Staatspräsidenten Jary wird kurz vor seiner Amtseinführung direkt vor dem Regierungspalast ein Attentat verübt, das er nicht überlebt. Die Untersuchungskommission kommt schnell zu dem Ergebnis, dass dies die Tat eines verwirrten Einzelgängers gewesen sei, der sich nach dem Anschlag das Leben nahm. Doch Generalstaatsanwalt Volney will das Resultat nicht akzeptieren und stellt persönliche Nachforschungen an, die Ungeahntes ans Tageslicht bringen.

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Kritik

"Ich war noch nie so auf mich allein gestellt."

Dass Henri Verneuil (Der Clan der Sizilianer) in der kollektiven Wahrnehmung sicherlich eine Rolle gespielt hat respektive spielt, aber gefühlt immer auch ein Stück weit unter dem Radar geflogen ist, liegt nicht zuletzt an den schillernden Namen, die das französische Kino in den goldenen Jahren hervorgebracht hat: Mit den markanten Aushängeschildern an Regisseuren innerhalb der französischen Kinolandschaft konnte Verneuil nicht wirklich mithalten, haben Kapazitäten wie Jean-Luc Godard (Außer Atem), Francois Truffaut (Sie küssten und sie schlugen ihn) und Alain Resnais (Letztes Jahr in Marienbad) doch die Filmgeschichte maßgeblich mitgestaltet. Nichtsdestotrotz hat sich der in der Türkei geborene Verneuil seine Bewunderung verdient, denn wer ein Werk der Marke I wie Ikarus in seinem Schaffen trägt, kann seinen Job nur verstanden haben.

Wenn man so möchte, könnte man I wie Ikarus als geistigen Vorreiter von Oliver Stones herausragendem Epos John F. Kennedy - Tatort Dallas beschreiben. Auch hier geht es um einen hinterhältigen Anschlag auf ein Staatsoberhaupt - wenngleich die geschilderten Vorfälle in diesem Fall fiktiver Natur sind. Kein Zweifel jedoch besteht daran, dass I wie Ikarus als Kommentar auf das Attentat des wohl berühmtesten Präsidenten der Vereinigten Staaten verstanden werden soll. Wie in der Realität, wird die Tat einem Einzeltäter zugerechnet (dem labilen Karl Daslow, ein Anagramm von Oswald), doch die Bedenken, dass die Wahrheit im Zuge des Mordes tief im Argen liegt, dominieren die Gedankenwelten der Außenstehenden. So auch Generalstaatsanwalt Henri Volney (brillant: Yves Montand, Lohn der Angst), der den Ergebnissen der Untersuchungskommission nicht zustimmen kann.

I wie Ikarus zählt noch zu der besonderen Art von Filmen, die, in ihren besten Momenten, eine kontemplative Bedächtigkeit an Tag legen, wie sie heutzutage scheinbar Mangelware geworden ist. Henri Verneuil beweist sich auf dem Regiestuhl über 120 mitreißende Minuten als meisterhafter Erzähler, weil er es vermeidet, seinen Polit-Thriller in reißerische Gefilde ausbrechen zu lassen. Stattdessen macht sich I wie Ikarus sowohl als eindringlich gespielte Charakter-Studie eines Obsessiven, wie auch als konzentrierte, hochintelligente Reflexion über die zweifelhafte Autoritätsstruktur (inter-)nationaler Geheimdienste verdient und geleitet den Zuschauer durch ein von siedender Spannung bestimmtes Verschwörungsszenario. Die Wahrheit ist, wie so häufig, nur eine Frage des Machtgefüges. Und die Aktualität, die diese Erkenntnis in sich trägt, muss in der heutigen Zeit wohl kaum noch deutlich gemacht werden.

Fazit

Mit "I wie Ikarus" ist Henri Verneuil ein meisterhafter Polit-Thriller gelungen, der nicht nur durch seine herausragenden Bildkompositionen, dem Soundtrack von Ennio Morricone und dem famosen Spiel des großen Yves Montand überzeugt. Als offenkundiger Kommentar auf den Anschlag auf John F. Kennedy versteht sich "I wie Ikarus" als nachdenklich stimmende Reflexion über die Gefahr von Autoritätsstrukturen internationaler Geheimdienste für den Staat.

Autor: Pascal Reis

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