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Böse Vogelscheuche, dumme Teenager, belangloser Film

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Kritik

Im Laufe der Jahre gab es schon etliche Filme in denen Vogelscheuchen eine mal größere mal kleinere, aber immer unheimliche, Rolle übernehmen durften. Abgesehen von einem der interessantesten Batman-Gegenspieler mit gleichem Namen, tritt der Rabenschreck häufig in Genrefilmen als unheimlicher Antagonist auf. Spontan wären da sicherlich „Jeepers Creepers“ und „The Messengers 2: The Scarecrow“ zu nennen, die Vogelscheuchen dazu nutzen Angst und Schrecken unter den meist jugendlichen Opfern zu verbreiten. Der bisher nur durch Kurzfilme wie „How to Cover Up the Death of Your Best Friend“ in Erscheinung getretene Regisseur Brett Simmons nimmt sich mit „Husk“ aus der Produktionsschmiede After Dark Films ebenfalls dieser Thematik an, wobei er nicht einmal annähernd das Niveau der zuvor genannten Horrorstreifen erreicht. Trotzdem erscheint der amerikanische B-Movie-Streifen am 23. September 2011 auch in Deutschland auf DVD und Blu-Ray Disc.

Mit Erläuterungen zum vernachlässigbaren und absolut belanglosen Inhalt von „Husk“ soll sich an dieser Stelle nicht länger als unbedingt nötig aufgehalten werden. Eine Gruppe Jugendlicher hat einen Autounfall am Rande eines gigantischen Maisfeldes im Nirgendwo der amerikanischen Pampa. Auf Grund des Verschwindens eines ihrer Freunde, und ob ihrer Dummheit und Horrorunerfahrenheit, machen sie sich (getrennt) auf den Weg zu einem Haus, das sie mitten in besagtem Kornfeld erspäht haben. Dort angekommen fehlt erneut einer der Freunde und erste Suchaktionen bleiben erfolglos. Im Zuge der weiteren Handlung stirbt einer nach dem anderen, wird die Vorgeschichte des Vogelscheuchen-Killers in Rückblenden aufgearbeitet und ein schon mindestens 30 Minuten vor Ende absehbares Finish angesteuert.

„Husk“ ist ein Musterbeispiel für einen Film der zwar technisch solide umgesetzt ist, aber so langweilig und vorhersehbar sein Programm herunter spult, dass dem Betrachter alte „Dawsons Creek“ Folgen in Erinnerung treten, die weit mitreißender inszeniert waren. Dies ist umso enttäuschender, weil sowohl die Bild- als auch die Tonqualität des Streifens ein ansprechendes Niveau bieten und die gestochen scharfen Aufnahmen des Maisfeldes ebenso kräftig wie die Soundeffekte von der Mattscheibe prasseln. Auch der anfängliche Autounfall mit Krähen-Beteiligung sorgt für einen (optisch) tollen Story-Einstand, der Lust auf etwas macht, dass jedoch im weiteren Filmverlauf nicht im Geringsten aufkommt – nämlich zumindest ansatzweise spannende Slasher-Atmosphäre.

Spätestens wenn der erste Darsteller seinen Mund für mehr als 5 Sekunden öffnet und Sätze von sich gibt, die sogar einen Grundschüler vor Abscheu erschauern lassen würden, zeichnet sich das nachfolgende Drama bereits deutlich am filmischen Horizont ab. Schlechte Dialoge, ein äußerst mieses Skript und unglaublich durchsichtige Plottwists werfen bereits nach wenigen Minuten die Frage auf, wie solch ein Machwerk überhaupt einen Verleiher (in den USA, aber auch in Deutschland) finden konnte.

Es wird munter ein Klischee nach dem anderen bedient, wobei die Charaktere dabei ebenso uninteressant bleiben, wie die Konfrontationsszenen mit der menschlichen Vogelscheuche. Die unruhige Kamera wackelt einem der Twens durch das Maisfeld hinterher, eine der überall im Feld positionierten Vogelscheuchen attackiert den Flüchtenden, die Musik versucht die Spannungskurve zu unterstreichen und ein weiteres Opfer wird getötet und zu einer neuen Vogelscheuche umfunktioniert. In Visionen abgearbeitete Rückblenden, die völlig unnötigerweise die banale Story auch noch sinnvoll zu erklären versuchen, setzen dem Ganzen dann die (Spannungs-)Krone auf. Wenigstens ist der ganze Spuk bereits nach knapp 75 Minuten Laufzeit vorbei.

Die einzigen Highlights von „Husk“ sind eine wirklich krude Goreszene mit besonders fiesem Nageleinsatz und das gut gewählte, atmosphärische Setting rund um das, von einem Maisfeld eingeschlossene, alte Farmhaus.

Fazit

Zum Direct-To-DVD Werk „Husk“ von Brett Simmons gibt es leider nicht viel mehr zu sagen, als dass man sich den technisch gut umgesetzten und Setting-mäßig gut situierten Streifen mit ziemlicher Sicherheit sparen kann. Außer einem gut gemachten Autounfall und einer Brutalitätsspitze (die aber auch im 8 After Dark Originals Sammeltrailer zu sehen ist) gibt es nicht viel, was für die rachsüchtige Vogelscheuche spricht. Wer jedoch über zu viel Freizeit verfügt, ein Horror-Allesverwerter ist und auf schlechte Dialoge, wenig Blut, eine uninspirierte Handlung und bereits dutzendfach wiedergekaute Ideen in (zugegeben) netter Verpackung steht, kann durchaus einen Blick riskieren.

Autor: Christoph Uitz

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